Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte

Recht auf Wohnen

Das Recht auf Wohnen ist ein Menschenrecht, festgeschrieben ist es in Artikel 11 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte.

Jeder Mensch hat ein Recht auf angemessenen Wohnraum. Doch für viele Menschen ist es schwer, eine Wohnung in geeigneter Größe und Ausstattung zu finden. Besonders hart trifft es Menschen in verletzlichen Lebenslagen, beispielsweise Suchtkranke, Wohnungslose, Menschen, die staatliche Grundsicherung beziehen, alte Menschen oder Menschen mit Behinderungen. Fehlt eine geeignete Unterkunft, sind auch viele andere Menschenrechte bedroht, beispielsweise das Recht auf Gesundheit und Leben, das Recht auf Teilhabe und das Recht auf Familie. Die Politik muss mit geeigneten Maßnahmen gegensteuern und dafür Sorge tragen, dass Menschen in verletzlichen Lebenslagen diskriminierungsfreien Zugang zu Wohnungen erhalten.

Zentrale Anliegen

  • Den diskriminierungsfreier Zugang zu bezahlbarem Wohnraum ermöglichen.
  • Die besonders betroffenen Gruppen bei Planung und Weiterentwicklung der Wohnungspolitik einbeziehen.
  • Menschenrechtliche Vorgaben beachten und eine menschenrechtskonforme Wohnstrategie entwickeln.
  • Effektive Maßnahmen ergreifen, damit Menschen nicht wohnungslos werden.
  • Höhere und verbindliche Standards für die ordnungsrechtliche Unterbringung wohnungsloser Menschen verabschieden.

UN-Sonderberichterstatterin für angemessenes Wohnen

Menschenrechtsbasierte Wohnstrategie

Die frühere UN-Sonderberichterstatterin für angemessenes Wohnen, Leilani Farha, forderte 2018 die Staaten auf, eine umfassende menschenrechtsbasierte Wohnstrategie zu erarbeiten.

Eine Wohnstrategie ist mehr als reine Wohnungsbaupolitik, für die oft nur eine staatliche Stelle zuständig ist. Möglichst schnell ausreichend Wohnraum zur Verfügung zu stellen, ist dabei nur ein Aspekt. Der Staat muss auch prüfen, welche politischen Vorgaben nötig sind, damit besonders vulnerable Gruppen selbstbestimmt wohnen können. Deshalb müssen alle Akteure auf dem Wohnungsmarkt beteiligt werden, auch diejenigen, deren Wohnsituation prekär ist. Zentral für den Erfolg einer Wohnstrategie ist ein realistischer Zeitplan, dessen Umsetzung überprüft wird.

Besonderer Schutz Wohnungsloser während der Corona-Pandemie

Staaten müssen dafür Sorge tragen, dass – in Zeiten von COVID-19 – das Recht auf angemessenes Wohnen auch für die Menschen gewährleistet ist, die keinen Zugang zu Wohnraum haben. Dies bedeute unter anderem, dass Notunterkünfte für vom Virus Betroffene bereitgestellt werden müssten; und dass Wohnungslose gleichwertigen Zugang zu Tests und Gesundheitsversorgung bekommen müssen. Die UN-Sonderberichterstatterin fordert außerdem die Staaten auf, alle Zwangsräumungen einzustellen.

Publikationen zu diesem Thema

Dr. Claudia Engelmann

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Telefon: 030 259 359 - 471

E-Mail: engelmann(at)institut-fuer-menschenrechte.de

Dr. Claudia Mahler

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Telefon: 030 259 359 - 125

E-Mail: mahler(at)institut-fuer-menschenrechte.de

nach oben