Ausschreibungen

Werkvertrag zur Befragung von Ausländerbehörden zum Thema Mitwirkungspflichten zur Identitätsklärung bei der Erteilung einer Niederlassungserlaubnis (Leistungsbeschreibung und Zeitplan aktualisiert am 17.07.2024)

Das Deutsche Institut für Menschenrechte (DIMR) ist die unabhängige Nationale Menschenrechtsinstitution Deutschlands (§ 1 DIMR-Gesetz). Es ist gemäß den Pariser Prinzipien der Vereinten Nationen akkreditiert (A-Status). Zu den Aufgaben des Instituts gehören Politikberatung, Menschenrechtsbildung, Information und Dokumentation, anwendungsorientierte Forschung zu menschenrechtlichen Themen sowie die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen. Es wird vom Deutschen Bundestag finanziert. Das Institut ist zudem mit dem Monitoring der Umsetzung von UN-Behindertenrechtskonvention und UN-Kinderrechtskonvention sowie der Berichterstattung zu den Konventionen des Europarats zu Menschenhandel und zu Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt betraut worden. Hierfür hat es entsprechende Monitoring- und Berichterstattungsstellen eingerichtet.

Die Abteilung Menschenrechtspolitik Inland/Europa des DIMR vergibt einen Werkvertrag im Rahmen des Forschungsprojekts „Identitätsklärung und Migration“, das aktuell durchgeführt wird.

Inhalt und Umfang der Leistungen

Im Kontext seiner Arbeit in den Feldern Asyl und Migration entwickelt das Institut derzeit eine Analyse zum Thema Identitätsklärung und Menschenrechte, die im Januar 2025 publiziert werden soll. Die vorwiegend rechtswissenschaftliche Analyse soll durch die sozialwissenschaftliche Erhebung von Forschungsdaten zur relevanten Behördenpraxis unterlegt werden. Vor diesem Hintergrund schreibt das Institut eine Werkleistung aus, welche die ausländerbehördliche Praxis in diesem Bereich untersuchen soll. Die Erhebung dient dem Ziel zu untersuchen, anhand welcher Vorgaben, Kriterien und Erkenntnisquellen Ausländerbehörden die Möglichkeit und Zumutbarkeit von Mitwirkungshandlungen zur Identitätsklärung beurteilen und ob die Behördenpraxis insoweit einheitlichen Standards folgt oder divergiert.  

Mittels eines Fragebogens soll daher folgender Fragestellung nachgegangen werden: Wie beurteilen Ausländerbehörden die objektive Möglichkeit und subjektive Zumutbarkeit von Mitwirkungshandlungen zur Passbeschaffung bei der Erteilung von Niederlassungserlaubnissen?

Die Werkleistung besteht aus:

  1. Geändert: Operationalisierung der Fragestellung, Konkretisierung des Forschungsdesigns und transparente Dokumentation der Methode zur Generierung eines systematischen Samples in Rücksprache mit der Auftraggeberin
  2. Neu: Konzeption, Umsetzung und Auswertung von 2-3 leitfadengestützten Expert*inneninterviews in entsprechenden Behörden, ggf. verteilt auf ausgewählte Bundesländer (in Rücksprache mit der Auftraggeberin)
  3. Geändert: Konkretisierung und Operationalisierung der Fragestellung und Konzeption einer quantitativen Befragung mit den Mitarbeitenden ausgewählter Behörden (z.B. alle Mitarbeitenden mit entsprechender Entscheidungskompetenz von 4-6 Behörden im Bundesgebiet) in Form eines Fragebogens
  4. Nachvollziehbare Wahl der Erhebungsinstrumente in Rücksprache mit der Auftraggeberin (etwa Briefversand, E-Mail oder Onlinetool)
  5. Geändert: Auswahl der zu befragenden Behörden in Rücksprache mit der Auftraggeberin, das Einholen von Genehmigungen der jeweiligen Leitungen für die Teilnahme wird durch die Auftraggeberin unterstützt
  6. Organisatorische Vorbereitung der Durchführung der Befragung (Erstellung Datenschutzerklärung, Erläuterung, warum Daten erhoben werden etc.)
  7. Rekrutierung der zu befragenden Behörden (Kontaktaufnahme, Kontaktpflege etc.)
  8. Versand des Fragebogens
  9. Schriftliche Auswertung der Befragung auf ca. 10-15 Seiten (zzgl. Literaturverzeichnis und Anhänge)
  10. Teilnahme an (online-)Besprechungen mit der Auftraggeberin

Neu: Abweichend hiervon darf auch ein rein qualitativ ausgerichtetes Forschungsdesign angeboten werden.

Zeitplan

Neue Angebotsfrist: 02. August 2024 (Eingang)

Die Entscheidung über den Zuschlag ist für den 05. August 2024 geplant.

Fristen:

  • Konzeption, Umsetzung und Auswertung der Expert*inneninterviews bis spätestens 31. August 2024
  • Erstellung des Fragebogens und Erarbeitung der Forschungsmethode in Rücksprache mit der Auftraggeberin bis spätestens 31. August 2024
  • Auswahl und Rekrutierung der zu befragenden Behörden, Vorbereitung der Befragung und Versand des Fragebogens bis spätestens 15. September 2024
  • Auswertung bis 11. Oktober 2024

Geschätzte Anzahl benötigter Arbeitstage (aktualisiert): 18 Arbeitstage

Nachtrag nach telefonischer Rückfrage:

Es darf auch ein Werk angeboten werden, das eine vollständige Auswertung bis spätestens zum 23. Oktober 2024 vorsieht, sofern die Ergebnisse im Sinne eines gestuften Auswertungskonzepts ab dem 11. Oktober 2024 sukzessive für die Verwertung in der Publikation zur Verfügung stehen.  

Zuschlagsvoraussetzungen

Sie haben einen sozialwissenschaftlichen, politikwissenschaftlichen oder vergleichbaren Hochschulabschluss und Forschungs- oder Arbeitserfahrungen im Bereich Migration und Flucht.

Wir bewerten Ihr inhaltliches Angebot mit 70 % (Expertise, Herangehensweise) und Ihr finanzielles Angebot mit 30 %.

Wir streben eine gleichmäßige Repräsentation aller gesellschaftlichen Gruppen in der Arbeit des Instituts an und möchten den Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte, Schwarzen Personen/PoC und Menschen mit Behinderungen erhöhen und ermutigen zur Bewerbung.

Kontakt

Bitte schicken Sie Ihr Angebot mit folgenden Unterlagen bis zum 02. August 2024 per E-Mail mit dem Betreff “WV Identitätsklärung” an unten stehenden Kontakt.

  • Lebenslauf (ohne Foto) mit Bezug auf die o.g. Kompetenzen
  • Referenzen (Expertise im Bereich Migration und Flucht, Erfahrung in sozialwissenschaftlicher Forschung, Zugänge zum Feld) 
  • Auflistung der geschätzten Arbeitsschritte, einschließlich einer nachvollziehbaren Darlegung der angedachten Erhebungs- und Auswertungsmethode
  • Geschätzte Arbeitstage für das Werk sowie zeitliche Verfügbarkeit
  • Tagessatz

Ansprechpartner*in

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