Rechte Älterer

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Rechte Älterer

Weltweit, wenn auch nicht auf allen Kontinenten in der gleichen Ausprägung, ist die Gruppe der Älteren der am stärksten wachsende Bevölkerungsteil. In Deutschland sind derzeit circa 20 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt. Ältere Menschen werden als besonders heterogene Bevölkerungsgruppe beschrieben. Das kalendarische Alter ist jedoch wenig aussagekräftig. Die Situation der Älteren ist abhängig von ihrer jeweiligen wirtschaftlichen und sozialen Lage, von der Familiensituation, dem Bildungsgrad, dem städtischen oder ländlichen Wohnumfeld, der Beschäftigungs- sowie der Rentensituation. Dementsprechend unterscheiden sich die menschenrechtlichen Gefährdungslagen.
Die Menschenwürde ist unabhängig vom Lebensalter und der individuellen Leistungsfähigkeit und also auch unabhängig vom Unterstützungsbedarf oder von eventuellen demenziellen Erkrankungen. Menschenrechte sind Ansprüche jedes einzelnen Menschen gegen den Staat: auf Achtung, Schutz und Gewährleistung der menschenrechtlich geschützten Freiheiten. Der einzelne Mensch muss daher als Rechtsträger_in im Mittelpunkt staatlicher Politik stehen. Der Menschenrechtsansatz verlangt, dass Menschen in verletzlichen Lebenslagen nicht diskriminiert werden und die Möglichkeit eines selbstbestimmten Lebens haben.
Da ältere Menschen im Menschenrechtsschutzsystem bisher wenig beachtet werden, müssen sie im Menschenrechtsschutzsystem sichtbar gemacht und als Rechteträger wahrgenommen werden.


News: Für eine Konvention über die Rechte Älterer – gemeinsamer Workshop des polnischen Kommissars für Menschenrechte und des Instituts (15.03.2018)

Eine ältere Frau hat die Arme auf eine Tischplatte aufgestützt und hält beide Hände an ihre Schläfen
© Creative-Family, thinkstockphotos.de

Altersdiskriminierung und Gleichstellung Älterer sowie Gewalt, Misshandlung und Vernachlässigung älterer Menschen standen im Fokus des Workshops "Towards a Convention on the Rights of Older Persons" (Word, 112 KB, nicht barrierefrei) (Deutsch: "Für eine Konvention über die Rechte Älterer") des Deutschen Instituts für Menschenrechte und des Polnischen Kommissars für Menschenrechte am 7. März in Warschau. Neben Vertreter_innen beider Institutionen nahmen auch externe Wissenschaftler_innen teil.

Den internationalen Schutz der Menschenrechte Älterer stärken

Die Kooperation beider Institutionen soll den internationalen Schutz der Menschenrechte Älterer stärken. Die Teilnehmer_innen verständigten sich auf Eckpunkte, die auf der 9. Sitzung der Arbeitsgruppe zur Stärkung der Menschenrechte Älterer (Open-ended Working Group on Ageing, OEWG-A) im Juli 2018 eingebracht werden und in eine Konvention über die Rechte Älterer einfließen sollen: Im Bereich "Gleichstellung und Diskriminierung aufgrund höheren Lebensalters" wurde vorgeschlagen, Diskriminierung aufgrund des Merkmals Alter allgemein – das heißt ohne eine spezifische Altersgrenze – zu fassen. Weitere Themen waren Mehrfachdiskriminierung sowie die Schaffung eines Bewusstseins für die Diskriminierung aufgrund von hohem Alter. Die Diskussion zum "Recht auf Freiheit von Gewalt, Misshandlung und Vernachlässigung von Älteren" machte deutlich, dass Definitionen zu den einzelnen Begriffen fehlen. Der Umfang des Rechts muss sich auf alle Arten von Gewalt, Misshandlung und Vernachlässigung beziehen. Notwendig sind präventive Komponenten und barrierearme Beschwerdemechanismen, die Abhilfe schaffen und die Betroffenen unterstützen.

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UN-Menschenrechtsrat ernennt erste Unabhängige Expertin für die Menschenrechte Älterer

Der UN Menschenrechtsrat hat am 8. Mai 2014 die erste Unabhängige Expertin für die Menschenrechte von älteren Personen (Independent Expert on the enjoyment of all human rights by older persons) ernannt. Die Wahl fiel auf Rosa Kornfeld Matte aus Chile. Das Mandat wurde am 27. September 2013 durch die Resolution 24/20 des UN Menschenrechtsrates neu geschaffen. Die Expertin ist für einen Zeitraum von drei Jahren ernannt worden.

Die Mandatsträgerin hat den Auftrag, das Verständnis für die Rechte älterer Menschen zu fördern und die Umsetzung von Maßnahmen, die zur Förderung und zum Schutz dieser Rechte beitragen, voran zu bringen.

Sie kann Länderbesuche durchführen und Berichte und Empfehlungen hierzu abgeben; ebenso kann sie thematische Studien, die als Leitfaden für die Entwicklung von Normen und Standards dienen können, erarbeiten. Zudem soll sie Medien und Öffentlichkeit für die Rechte älterer Menschen sensibilisieren. Sie wird in enger Abstimmung mit der offenen Arbeitsgruppe zu den Rechten Älterer der Vereinten Nationen (OEWGA) arbeiten und die Zivilgesellschaft konsultieren.

Dies ist der erste internationale Menschenrechtsmechanismus, der sich ausschließlich den Rechten älterer Menschen widmen wird. Die Arbeit der Unabhängigen Expertin ist richtungsweisend zur Weiterentwicklung der Stärkung des Menschenrechtsschutzes Älterer.

Kornfeld Matte ist aktuell Direktorin des chilenischen nationalen Programms über das Altern (Servicio Nacional Adulto Mayor SENAMA) und blickt auf eine lange akademische Karriere im Bereich der Altenforschung zurück.

Meldung des UN-Menschenrechtsrates

Ausführliche Informationen zur neuen Unabhängigen Expertin zu den Menschenrechten Älterer

Claudia Mahler: Menschenrechte keine Frage des Alters? Berlin: Deutsches Institut für Menschenrechte, 2013

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"Klare, angemessene und rechtebasierte internationale Standards sind notwendig" – Veranstaltung zu den Rechten Älterer am 24. April 2012 in Berlin

Craig Mokhiber © DIMR

"Die Ironie, dass ältere Menschen aus der Gesellschaft und von Institutionen, die sie selbst aufgebaut haben, ausgeschlossen werden, ist zu tragisch, um ignoriert zu werden", betonte Craig Mokhiber, Leiter der Abteilung für Entwicklung und wirtschaftliche und soziale Fragen im Büro der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, während der Veranstaltung "Ältere Menschen haben Rechte!" am 24. April in der Bremer Landesvertretung in Berlin. Zur Diskussionsveranstaltung eingeladen hatte das Deutsche Institut für Menschenrechte. Sie fand im Rahmen der Aktionswoche "Im besten Alter: Immer" der Antidiskriminierungsstelle des Bundes statt, die durch das Programm der EU für Beschäftigung und Soziale Solidarität, PROGRESS, gefördert wurde.

Ausführlicher Veranstaltungsbericht

Zum Audio-Mitschnitt


Neue UN-Arbeitsgruppe zum Schutz der Menschenrechte älterer Personen

2010 wurde erstmals eine Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen zum Thema Älterwerden (UN Open Ended Working Group on Ageing) eingerichtet. Ziel der offenen Arbeitsgruppe ist es, den UN-Mitgliedstaaten ein Diskussionsforum zu bieten, um den bestmöglichen Schutz der Menschenrechte älterer Personen zu gewährleisten.

Nichtregierungsorganisationen können diesen Prozess in vielerlei Hinsicht mitgestalten. Sie können Informationen bei den Arbeitssitzungen einspeisen oder den Staatendelegationen ihre Expertise zur Verfügung stellen. Die erste Arbeitssitzung fand vom 18.-21. April 2011 bei den Vereinten Nationen in New York statt. Arbeitsschwerpunkte waren die Sondierung der bereits existierenden internationalen als auch regionalen Rahmenbedingungen zum Schutz der Menschenrechte Älterer und die Identifizierung der Schutzlücken.
Eine Arbeitssitzung fand vom 1.-5. August 2011 statt.

Weiterführende Informationen:

Menupunkt: Offene UN-Arbeitsgruppe für die Rechte Älterer

Website "Open-ended Working Group on Ageing for the purpose of strengthening the protection of the human rights of older persons"

Factsheet on the Open Ended Working Group on Ageing (PDF, 216 KB, nicht barrierefrei)

Website Global Action on Aging

Website HelpAge International

Website OHCHR: Human rights of older persons

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