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Dosta! Sinti*zze und Rom*nja feiern ihre Kultur

Rom*nja-Flagge zeigt den Himmel und die Erde. Das Wagenrad steht für die Tradition des Wanderns. © iStock/GA161076

· Kompass-News

Am 8. April feiern Sinti*zze und Rom*nja in aller Welt ihre Kultur. Der Tag geht zurück auf den ersten internationalen Rom*nja-Kongress in London im Jahr 1971, an dem Rom*nja-Bürgerrechtler*innen aus über einem Dutzend Länder teilnahmen. In den Jahren danach entstanden weltweit zahlreiche Rom*nja-Selbstorganisationen – 1978 etwa die Internationale Roma-Union –, die sich gegen Diskriminierung und für mehr gesellschaftliche und politische Teilhabe einsetzten. Zur Erinnerung an den Kongress und die daraus entstandene zivilgesellschaftliche Bewegung wurde im Jahr 1990 der 8. April zum Internationalen Rom*nja-Tag ernannt.

Rassismus 

Der Tag soll nicht nur für die Kultur und Geschichte von Rom*nja und Sint*izze sensibilisieren, sondern auch für ihre Lebensumstände und Diskriminierungserfahrungen sowie auf ihre Verfolgung im Nationalsozialismus. Im Porajmos, der Romanes-Bezeichnung für Völkermord bzw. wörtlich „das Verschlingen“, wurden etwa eine halbe Million Sinti*zze und Rom*nja systematisch ermordet. Bis heute ist die größte europäische Minderheit mit Ausgrenzung und Rassismus konfrontiert. In vielen Ländern werden Rom*nja und Sinti*zze beim Zugang zu Gesundheitsleistungen diskriminiert, bei der Wohnungs- und Jobsuche benachteiligt und sind rassistischen Zuschreibungen ausgesetzt.

„Es reicht jetzt!“

„Dosta“ ist das Romani-Wort für „genug“ oder „es reicht jetzt“. „Dosta“ ist auch der Titel einer Kampagne des Europarats, die darauf abzielt, Vorurteile gegenüber Sinti*zze und Rom*nja abzubauen. Den Einwohner*innen der Europarat-Mitgliedstaaten soll bewusst gemacht werden, dass die rund zehn Millionen europäischen Rom*nja und Sinti*zze Bürger*innen Europas sind, heißt es auf der Website der Kampagne. „Obwohl Roma seit dem 14. Jahrhundert in Europa leben, werden sie von der Mehrheitsbevölkerung oft nicht als ein ‚richtiges‘ europäisches Volk anerkannt.“

Die Übung „Dosta!“ thematisiert die Situation der Sinti*zze und Rom*nja in Europa mit einem Schwerpunkt auf der Zeit des Nationalsozialismus. Sie eignet sich für Lernende ab etwa 15 Jahren und beansprucht ein bisschen Zeit für die Vorbereitung und Durchführung (etwa einen Tag). Zur Einstimmung sind in der Übung zwei Videos eingebettet, die für den Alltag und die Geschichte der Sinti*zze und Rom*nja sensibilisieren.

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