Wissenschaftliche Werkverträge

Servicenavigation

Sie befinden sich hier: Über uns > Ausschreibungen >  Wissenschaftliche Werkverträge

Wissenschaftliche Werkverträge


Recherche zu exemplarischen Urteilen zur Anwendungspraxis von § 46 Abs. 2 StGB im Bereich rassistischer Straftaten

Das Deutsche Institut für Menschenrechte e.V. ist die unabhängige nationale Menschenrechtsinstitution Deutschlands (§ 1 DIMR-Gesetz). Es setzt sich dafür ein, dass Deutschland die Menschenrechte im In- und Ausland einhält und fördert. Zu seinen Aufgaben gehören Politikberatung, Menschenrechtsbildung, Information und Dokumentation, anwendungsorientierte Forschung zu menschenrechtlichen Themen sowie die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen. Das Institut führt 2019 die zweite Phase des Projekts "Rassismus und Menschenrechte: Stärkung der Strafjustiz" durch.

Das Institut beabsichtigt, im Wege der freihändigen Vergabe einen Werkvertrag zu vergeben für die

Recherche zu exemplarischen Urteilen zur Anwendungspraxis von § 46 Abs. 2 StGB im Bereich rassistischer Straftaten

Zu erbringende Werkleistung (geschätzter Aufwand: 10 Arbeitstage):

Für einen praxisorientierten Überblick (beispielsweise zur Verwendung in Fortbildungen innerhalb der Justiz oder als Informationsgrundlage für Publikationen im Rahmen des genannten Projekts) über den Umgang mit der Strafzumessungsregel des § 46 Abs. 2 StGB bei rassistisch motivierten Taten sollen Entscheidungen deutscher Gerichte aus dem Zeitraum 2015 (Inkrafttreten) - 2019 in einer Urteilssammlung zusammengetragen und ausgewertet werden.

Aufgenommen werden sollen sowohl Urteile, in denen die rassistische Motivation in der Strafzumessung berücksichtigt wurde, als auch Urteile, in denen der Sachverhalt eine rassistische Motivation nahelegt, aber keine Berücksichtigung bei der Strafzumessung erfolgte.

Leistungen im Einzelnen:

•    Ergänzung einer vorliegenden Sammlung von in juristischen Datenbanken recherchierten Urteilen (Sammlung bezieht sich derzeit nur auf Zeitraum 2017-2019, Nutzung ergänzender Suchbegriffe)

•    Punktuelle Abfragen bei den Gerichten/Staatsanwaltschaften, spezialisierten Opferberatungsstellen und Nebenklagevertretungen

•    Erstellung einer Exceltabelle mit Informationen zu Gericht, Urteilsdatum, Aktenzeichen, Fundstelle, Anwendungsinformationen zur Strafzumessungsregel, sowie einer Urteilssammlung im Volltext.

•    Verfassen einer kurzen abschließenden Analyse: Ist eine Typologiebildung möglich, in welchen Fällen eine rassistische Motivation eher angenommen / nicht angenommen wird? Welche Begriffe (z. B. rassistisch, fremdenfeindlich, ausländerfeindlich…) werden verwendet, fallen Begriffsunsicherheiten auf? Welche Klärungsbedarfe hinsichtlich der Strafzumessungsregel bei den Gerichten werden deutlich?

Die Ergebnisse der Recherche müssen bis zum 15.10.2019 vorgelegt werden.

Zuschlagsvoraussetzungen:

Jurist_in mit Erfahrungen mit der Durchführung von juristischen Recherchen

Zuschlagskriterien: 33 % Preis, 67 % Qualität des Angebots

Bewertung der Qualität (gesamt 100 Punkte):
Vorerfahrungen mit vergleichbaren Rechercheaufträgen: 40 Punkte
Kenntnisse im Strafrecht, insb. zu Hasskriminalität  (inkl. Justizstrukturen): 30 Punkte
Kenntnisse über zivilgesellschaftliche Netzwerke im relevanten Feld: 30 Punkte

Wir streben eine angemessene Vertretung aller gesellschaftlichen Gruppen unter unseren Mitarbeitenden und Werknehmenden an und freuen uns daher besonders über Angebote von Menschen mit Rassismuserfahrungen / People of Color sowie mit Behinderungen.

Kontakt:

Bitte senden Sie Ihre elektronische Bewerbung und Ihr Preisangebot in einer PDF-Datei bis zum 11.September 2019 an Vera Ilic per E-Mail unter ilic(at)dimr.de

Nach oben