Wissenschaftliche Werkverträge

Servicenavigation

Sie befinden sich hier: Über uns > Ausschreibungen >  Wissenschaftliche Werkverträge

Wissenschaftliche Werkverträge


Werkvertrag Versorgungsforschung Gewalt gegen Frauen: Erstellung einer wissenschaftlichen Bewertung des Begriffs "ausreichend" im Gesetzestext der Istanbul-Konvention aus der Perspektive der Versorgungsforschung

Das Deutsche Institut für Menschenrechte e.V. ist die unabhängige nationale Menschenrechtsinstitution Deutschlands (§ 1 DIMR-Gesetz). Es setzt sich dafür ein, dass Deutschland die Menschenrechte im In- und Ausland einhält und fördert. Zu seinen Aufgaben gehören Politikberatung, Menschenrechtsbildung, Information und Dokumentation, anwendungsorientierte Forschung zu menschenrechtlichen Themen sowie die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen. Derzeit führt das Institut das Projekt "Artikel 25 Istanbul-Konvention: Akutversorgung nach sexualisierter Gewalt" durch. Ziel des Projekts ist es, konkrete Handlungsempfehlungen für eine verbesserte Akutversorgung nach sexualisierter und/ oder häuslicher Gewalt in Deutschland zu erarbeiten. Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie in der Projektbeschreibung auf unserer Website.

Das Institut beabsichtigt, im Wege der freihändigen Vergabe einen Werkvertrag zu vergeben für die

Erstellung einer wissenschaftlichen Bewertung des Begriffs "ausreichend" im Gesetzestext der Istanbul-Konvention aus der Perspektive der Versorgungsforschung

Artikel 25 der Istanbul-Konvention formuliert drei grundlegende Anforderungen an die Ausgestaltung der Akutversorgung nach sexualisierter Gewalt. Danach ist der Staat verpflichtet, geeignete und leicht zugängliche (rechts-)medizinische Angebote zur Versorgung nach sexualisierter Gewalt in ausreichender Zahl vorzuhalten. Im Rahmen des Projektes wird unter diesen (rechts-) medizinischen Angeboten insbesondere die medizinische Erstversorgung (z.B. Wunderversorgung, Beratung zur Schwangerschaftsvorsorge, Prophylaxe Infektionskrankheiten, in Fällen sexualisierter Gewalt meist durch Gynäkolog_innen), eine rechtsmedizinische Untersuchung (einschl. Verletzungsdokumentation und Spurensicherung), und eine psychosoziale Erstversorgung verstanden. Der Begriff "in ausreichender Zahl" ist aus dem Englischen "in sufficient numbers" frei übersetzt. Die geographische Verteilung ist so zu gestalten, dass die Angebote für Betroffene gleichermaßen zugänglich sind, unabhängig von ihrem Wohnort (insbesondere Stadt/Land). Eine Annäherung an die Definition dieses Begriffs sieht der erläuternde Bericht zur Istanbul-Konvention mit einem Richtwert von einer Unterstützungseinrichtung pro 200.000 Einwohner_innen vor. Die Zahl 200.000 hat dabei weder einen Ursprung in der Versorgungsforschung noch einen direkten Bezug zu bestehenden Versorgungsstrukturen in Deutschland. Sie ist daher im Rahmen des Auftrags zwar als Anhaltspunkt, nicht aber als richtungsweisend zu sehen.

Zu erbringendes Werk:

Schriftlich ausformulierte Darstellung und Analyse in der zu folgenden Aspekten (auf Grundlage eines vom Institut zur Verfügung gestellten Fragenkatalogs) eine fundierte Bewertung auf Grundlage entsprechender Fachliteratur abgegeben wird:

  • Welche konkreten Anhaltspunkte/Vorgaben sich aus der Bedarfsplanungs-Richtlinie des GBA, der regionalen Bedarfsplanung der kassenärztlichen Vereinigungen und sonstigen Planungsinstrumenten im Gesundheitswesen für eine Annäherung an den Begriff "ausreichend" ergeben. Der Begriff "ausreichen" ist dabei nicht wörtlich zu nehmen. Vielmehr geht es darum, die Aspekte "Quantität" und "geographische Verteilung" in der  Gesamtbewertung medizinischer Versorgungsstrukturen einzuordnen.
  • Wie sich die Fachliteratur in der Versorgungsforschung mit Quantität und geographischer Verteilung von Versorgungsangeboten und insbesondere den Bedarfen gewaltbetroffener Frauen auseinandersetzt, und welche Erkenntnisse hieraus für eine Annäherung an den Begriff "ausreichend" zu gewinnen sind.
  • Welche Informationen über die geographische Verteilung und Erreichbarkeit bestehender gynäkologischer Versorgung (unabhängig von Gewalterfahrungen) in Deutschland bestehen.
  • Eine Diskussion und Analyse der Ausgangsfrage, welche Kriterien sich für die Definition des Anspruchs einer "ausreichenden Zahl" von Versorgungsangeboten vor dem Hintergrund der Versorgungsstrukturen in Deutschland herleiten lassen.

Geschätzter Arbeitsaufwand: ca. 20 Arbeitstage inkl. 2 Überarbeitungsschleifen (Schwerpunkt der Tätigkeit April 2020)

Vergütung nach TVÖD 13

Zuschlagsvoraussetzungen:

  • Abgeschlossenes Studium Public Health, Sozialwissenschaften  oder vergleichbare Ausbildung
  • Erfahrung in eigenständiger wissenschaftlicher Arbeit
  • Kenntnisse der gesundheitlichen Versorgung gewaltbetroffener Frauen von Vorteil

Zuschlagskriterien: 33 % Preis, 67 % Qualität des Angebots

Wir streben eine angemessene Vertretung aller gesellschaftlichen Gruppen unter unseren Mitarbeitenden und Werknehmenden an und freuen uns daher besonders über Angebote von Menschen mit Rassismuserfahrungen / People of Color sowie mit Behinderungen.

Kontakt:

Bei Interesse fragen Sie bitte bei Lisa Fischer (fischer(at)dimr.de) den detaillierten Fragenkatalog an um darauf basierend Ihr Preisangebot zu erstellen. Bitte senden Sie in einem zweiten Schritt Ihre elektronische Bewerbung und Ihr Preisangebot in einer PDF-Datei bis zum 03.04. 2020 an Lisa Fischer per E-Mail unter fischer(at)dimr.de.

 

 

Nach oben