Beschwerdemechanismen in der Altenpflege

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Projekt "Beschwerdemechanismen in der Altenpflege"

Das qualitative Forschungsprojekt "Beschwerdemechanismen in der Altenpflege" (Januar 2018–Juli 2020) untersucht, wie Pflegebedürftige sowie ihre potentiellen Unterstützer_innen wie Angehörige, Betreuer_innen und Pflegekräfte mit Hilfe effektiver Beschwerdemechanismen eine menschenwürdige Pflege einfordern und Abhilfe von Rechtsverletzungen erlangen können.

Ausgangslage

Berichte aus Wissenschaft und Praxis liefern Hinweise auf Missstände und Menschenrechtsverletzungen in der Altenpflege. So zählt der der fünfte Pflege-Qualitätsbericht des MDS (Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen) von Dezember 2017 beispielsweise auf, dass in der stationären Pflege bei 11,3 Prozent der insgesamt 104.000 begutachteten Bewohner_innen der Umgang mit Medikamenten nicht sachgerecht erfolgte und 5,2 Prozent der Bewohner_innen notwendige Hilfen zur Körperpflege nicht im erforderlichen Umfang erhielten. Auch in der ambulanten sowie familialen Pflege wird von schwerwiegenden Problemen berichtet.

Aufgrund von hohen Zugangshindernissen zur Gerichtsbarkeit bei Menschen, die sich in abhängigen oder hilfebedürftigen Positionen befinden, bedarf es niedrigschwelliger Beschwerdemöglichkeiten vor Ort, die leicht zu erreichen sind und die Schutz gewähren können. Zwar gibt es verschiedene Institutionen und Organisationen im Kontext der Altenpflege, die ein Mandat zur Entgegennahme und Bearbeitung von Beschwerden haben. Um analysieren zu können, welche Faktoren für den Erfolg von Beschwerdemechanismen förderlich oder hinderlich sind, fehlt es jedoch an empirisch gesichertem und strukturiertem Wissen über deren tatsächliche Inanspruchnahme, Wirkungsweise sowie die Akzeptanz seitens der Zielgruppen.

Ziele und Vorgehen

Ziel des Projektes ist es, Handlungsempfehlungen für die Entwicklung, Gestaltung und Umsetzung effektiver Beschwerdemechanismen in der Altenpflege zu erarbeiten. Nach der Aufbereitung der (menschen)rechtlichen Vorgaben in der Pflege werden im Rahmen einer empirischen Bestandsaufnahme ausgewählte, bereits existierende außergerichtliche Beschwerdemechanismen auf der Grundlage von Expert_inneninterviews qualitativ beschrieben und darauf aufbauend typisiert. In einer zweiten Projektphase ist geplant, insbesondere die Erfahrungen sowie Bedürfnisse und Bedarfe der Zielgruppen (unter anderem Pflegebedürftige, pflegende Angehörige sowie Pflegepersonal) mit Beschwerden in der Altenpflege zu untersuchen und nach den unterschiedlichen Zielgruppen differenziert aufzubereiten.

Aufbauend auf den Ergebnissen der beiden Phasen werden förderliche wie hinderliche Faktoren für den Erfolg von Beschwerdemechanismen für die Praxis entwickelt und die Ergebnisse aufbereitet.

Finanzierung

Die Studie wird durch die gemeinnützige "Josef und Luise Kraft-Stiftung" finanziert. Diese setzt sich seit 30 Jahren für die Interessen älterer Menschen in der deutschen Gesellschaft ein und kooperiert mit verschiedenen Organisationen und Einrichtungen, die lösungsorientierte und ideenreiche Projekte in der Altenhilfe initiieren.

Kontakt

Roger Meyer
Projektleitung "Außergerichtliche Beschwerdemöglichkeiten in der Altenpflege"
Tel.: 030 25 93 59 - 479
E-Mail: meyer(at)institut-fuer-menschenrechte.de

Laura Jordan
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Projekt "Außergerichtliche Beschwerdemöglichkeiten in der Altenpflege"
Tel.: 030 259 359 480
E-Mail: jordan(at)institut-fuer-menschenrechte.de