Kinder von Inhaftierten

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Kinder von Inhaftierten

Worum geht es?

Die Inhaftierung eines Elternteils ist häufig ein zentraler Einschnitt im Leben ihrer Kinder. Der Verlust eines Elternteils durch Inhaftierung kann zu einem traumatisierenden Moment werden. Denn nach der Inhaftierung ist ein direkter Kontakt mit dem inhaftierten Elternteil nur noch sehr begrenzt möglich – beispielsweise einmal pro Monat für nur wenige Stunden – und das häufig unter nicht kindgerechten Bedingungen.

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Was sind die Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention?

Das Recht der Kinder auf Umgang mit beiden Eltern ist in Artikel 9 der UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK) verankert. Dieses Recht gilt auch dann, wenn durch staatliches Handeln, wie beispielsweise eine Inhaftierung, dies nur erschwert möglich ist. Gemäß dem Recht auf vorrangige Berücksichtigung des Kindeswohls (best interests of the child, Artikel 3 UN-KRK), sind die Vertragsstaaten dem UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes zufolge verpflichtet, besonderes Augenmerk auf die Regelungen zum Umgang von inhaftierten Eltern mit ihren minderjährigen Kindern zu legen. In Deutschland richtet sich dieser Anspruch damit an die Justizvollzugs- und Strafvollzugsgesetze der Länder, die durch die Konvention ebenso gebunden sind wie das Bundesrecht.

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Was macht die Monitoring-Stelle?

Die Monitoring-Stelle befasst sich seit 2016 mit der Lebenssituation von Kindern inhaftierter Eltern. Sie setzt sich dafür ein, dass Kinder nicht nur theoretisch Träger_innen von Menschenrechten sind, sondern auch tatsächlich in die Lage versetzt werden, ihre Menschenrechte staatlichen Stellen gegenüber geltend zu machen. Im Kapitel "Das Recht von Kindern auf Kontakt zu ihrem inhaftierten Elternteil" des Menschenrechtsberichts 2017 hat die Monitoring-Stelle untersucht, wie die Besuche von Kindern bei ihren inhaftierten Elternteilen in den 16 Bundesländern geregelt sind. Dazu wurden die Strafvollzugs- und Justizvollzugsgesetze der Länder ausgewertet. Außerdem gaben alle 16 Landesjustizministerien mittels eines Fragebogens Auskunft über entsprechende Regelungen und die Praxis in ihren Bundesländern. Diese Regelungen werden in einer Landkarte Kinderrechte abgebildet. Die Monitoring-Stelle führt Gespräche mit den Verantwortlichen in Politik, Wissenschaft und mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, um einen vermehrten Austausch über die gelingende Praxis zwischen den Bundesländern zu erreichen und eine entsprechende Vernetzung der Zivilgesellschaft strukturell und finanziell zu verankern.

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Weitere Informationen

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Kontakt

Judith Feige       
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Monitoring-Stelle UN-KRK
Tel.: 030 25 93 59 - 462
E-Mail: feige(at)institut-fuer-menschenrechte.de