Geflüchtete Kinder in Gemeinschaftsunterkünften

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Geflüchtete Kinder in Gemeinschaftsunterkünften

Worum geht es?

Nach dem Aufenthalt in einer Erstaufnahmeeinrichtung kommen Geflüchtete in Gemeinschaftsunterkünfte, in die Zuständigkeit der Kommunen. In den Gemeinschaftsunterkünften leben Kinder und Erwachsene, Alleinreisende und Familien meist auf engem Raum zusammen und verbleiben dort längere Zeit, mindestens bis zum Abschluss ihres Asylverfahrens. Für Einrichtungen in Deutschland, in denen Kinder und Jugendliche untergebracht sind, gelten gemäß § 45 (2) und (3) Sozialgesetzbuch (SGB) VIII generell Vorgaben. Deren Einhaltung soll gewährleisten, dass die vorrangige Berücksichtigung des Kindeswohls (best interests of the child, Artikel 3 UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK)) berücksichtigt wird.

Für geflüchtete Kinder in Gemeinschaftsunterkünften gelten diese Regelungen bislang nicht. Mit dem Asylpaket II wurde ein Kinderschutzaspekt aufgegriffen: Menschen, die in Einrichtungen tätig sind, in denen Minderjährige untergebracht sind, müssen jetzt ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen. Allerdings bestehen bei der Unterbringung von geflüchteten Kindern erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern und zwischen den Kommunen. Einzelne Bundesländer oder Kommunen haben Mindeststandards formuliert, die sich stark voneinander unterscheiden, etwa hinsichtlich der Wohnflächen in Gemeinschaftsunterkünften. Für Kinder relevante Vorgaben sind unter anderem der ihnen zugestandene Platz sowie Ausstattungsmerkmale wie Spielflächen und Spielzimmer.

Um dem Schutzbedarf von Kindern und anderen Gruppen Rechnung zu tragen, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeinsam mit UNICEF die Bundesinitiative "Schutz vor Gewalt in Flüchtlingsunterkünften" ins Leben gerufen, die Mindeststandards zum Schutz von geflüchteten Menschen in Flüchtlingsunterkünften erarbeitet hat. Diese sind allerdings nicht verpflichtend für die Bundesländer und die Betreiber von Unterkünften.

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Was sind die Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention?

Entsprechend Artikel 12 der UN-KRK sind Kinder als eigene Subjekte zu behandeln, die das Recht auf Gehör und Berücksichtigung ihrer Meinung in Form von Beteiligung haben. Dieses Recht sollte – aus Sicht der Monitoring-Stelle UN-KRK – auch bei der Gestaltung und in der Konzeption von Gemeinschaftsunterkünften eine wichtige Rolle spielen. Nach Artikel 31 der UN-KRK hat jedes Kind das Recht auf Erholung und Spiel sowie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben. Das beinhaltet auch das Gewähren von Rückzugsorten.

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Was macht die Monitoring-Stelle?

Die Monitoring-Stelle hat untersucht, wie geflüchtete Kinder ihre Situation in Gemeinschaftsunterkünften wahrnehmen. Mit dem Fokus auf die Sicht der Kinder folgte die Untersuchung den Vorgaben der UN-KRK, Kinder als eigene Subjekte zu behandeln, ihnen Gehör zu schenken und ihre Meinung ernst zu nehmen. Die Monitoring-Stelle befragte Gruppen von Kindern in zwei Gemeinschaftsunterkünften mittels kindgerechter, vielfältiger Methoden. Beide Gemeinschaftsunterkünfte sind vergleichsweise gut ausgestattet. In den Interviews wurde deutlich, dass die biografischen Erfahrungen von Krieg und Flucht das Wohlbefinden der Kinder stark beeinflussen und eng verwoben sind mit den Bedürfnissen nach Sicherheit in der Gemeinschaftsunterkunft.

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Weitere Informationen

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Kontakt

Stephan Gerbig
Wissenschaftlicher Mitarbeiter Monitoring-Stelle
Tel.: 030 25 93 59 - 475
E-Mail: gerbig(at)institut-fuer-menschenrechte.de