Rechte für inter-geschlechtliche und trans-geschlechtliche Menschen

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Mehr Rechte für inter-geschlechtliche und trans-geschlechtliche Menschen

Was steht in diesem Text

Dieser Text ist über inter-geschlechtliche Menschen.
Dieser Text ist auch über trans-geschlechtliche Menschen.
Das sind schwere Wörter.
Die Wörter werden auf dieser Seite unten erklärt.

Das steht in dem Text:

  • Das ist inter-geschlechtlich.
  • Das ist trans-geschlechtlich.
  • Diese Rechte haben diese Menschen.
  • So geht es inter-geschlechtlichen und trans-geschlechtlichen Menschen in Deutschland.
  • Das sind die Probleme von inter-geschlechtlichen und trans-geschlechtlichen Menschen.
  • Das muss sich ändern.
  • Es soll ein neues Gesetz für inter-geschlechtliche und trans-geschlechtliche Menschen geben.

Was sind inter-geschlechtliche und trans-geschlechtliche Menschen

Inter-geschlechtlich bedeutet:
Zwischen zwei Geschlechtern.
Das heißt: Diese Menschen sind nicht ganz so wie Frauen.
Sie sind auch nicht ganz so wie Männer.
Ihre Körper sehen anders aus.
Manche von diesen Menschen haben Merkmale von beiden Geschlechtern.
Diese Menschen haben ein Geschlecht zwischen Mann und Frau.

Trans-geschlechtlich bedeutet:
Übergang von einem Geschlecht zu einem anderen Geschlecht.
Zum Beispiel:
Manche Menschen haben einen Frauen-Körper.
Sie fühlen sich aber als Mann.
Und sie wollen als Mann leben.
Andere Menschen haben einen Männer-Körper.
Sie fühlen sich aber als Frau.
Und sie wollen als Frau leben.

Trans-geschlechtliche Menschen erleben oft das:
Andere Menschen behandeln sie wie eine Frau:
Sie selbst fühlen sich aber als Mann.
Oder andere Menschen behandeln sie wie einen Mann:
Sie selbst fühlen sich aber als Frau.
Das soll sich ändern.

Trans-geschlechtliche Menschen sollen selbst entscheiden:
Andere Menschen sollen mich als Mann behandeln.
Andere Menschen sollen mich als Frau behandeln.

Es gibt auch diese Menschen:
Sie fühlen sich nicht als Mann.
Aber sie fühlen sich auch nicht als Frau.
Sie fühlen sich als etwas ganz anderes.
Das kann etwas zwischen den Geschlechtern sein.
Oder ohne Geschlecht.

Das ist wichtig:
Trans-geschlechtliche Menschen können selber am besten sagen:
Dieses Geschlecht habe ich.
Ich bin ein Mann.
Ich bin eine Frau.
Oder sie sagen einfach:
Ich bin ein Mensch.


Menschen-Rechte von inter-geschlechtlichen und trans-geschlechtlichen Menschen

Jeder Mensch hat das Recht auf ein Leben im richtigen Geschlecht.

Das bedeutet:

Das eigene Geschlecht muss zu einem Menschen passen.

Wenn man sich als Mann fühlt, darf man als Mann leben.
Wenn man sich als Frau fühlt, darf man als Frau leben.
Wenn man sich als ein anderes Geschlecht als Mann und Frau fühlt, darf man auch so leben.

Der Staat muss allen Menschen das Recht geben:
In dem Geschlecht zu leben, das sie wollen.
Alle Menschen sollen selbst entscheiden:
So sollen mich andere Menschen ansprechen.

  • Als Mann.
  • Als Frau.
  • Oder als etwas ganz anderes.

Das soll jeder Mensch für sich entscheiden.

Und jeder Mensch hat das Recht auf Schutz vor Gewalt.
Und auf Schutz vor Ausgrenzung.
Das sind Menschen-Rechte.
Diese Menschen-Rechte gelten auch für inter-geschlechtliche Menschen.
Sie gelten auch für trans-geschlechtliche Menschen.


Wie geht es inter-geschlechtlichen und trans-geschlechtlichen Menschen in Deutschland

Die Bundes-Regierung will inter-geschlechtliche und trans-geschlechtliche Menschen schützen.
Deshalb hat sie dem Deutschen Institut für Menschen-Rechte einen Auftrag gegeben.

Das Institut für Menschen-Rechte ist ein Büro.
Es kümmert sich um die Menschen-Rechte in Deutschland.
Das Institut für Menschen-Rechte kümmert sich auch um die Rechte von inter-geschlechtlichen Menschen.

Das Institut für Menschen-Rechte sollte heraus-finden:

  • So geht es inter-geschlechtlichen und trans-geschlechtlichen Menschen in Deutschland.
  • Das sind ihre Probleme.
  • Diese Gesetze müssen geändert werden.
  • Dann sind inter-geschlechtliche und trans-geschlechtliche Menschen besser geschützt.

Das Institut für Menschen-Rechte hat deshalb die deutschen Gesetze untersucht.
Institut hat inter-geschlechtliche und trans-geschlechtliche Menschen gefragt.
Das Institut hat auch Vereine für inter-geschlechtliche und trans-geschlechtliche Menschen gefragt.


Probleme von inter-geschlechtlichen und trans-geschlechtlichen Menschen in Deutschland

Operationen
In Deutschland werden viele inter-geschlechtliche Babys und Kinder operiert.
Damit sie so aussehen wie ein Junge.Oder damit sie so aussehen wie ein Mädchen.
Über diese Operation entscheiden erwachsene Menschen.
Babys und Kinder können dabei nicht mit-reden.
Sie sind noch zu jung.

Nach so einer Operation gibt es oft Probleme.
Wenn diese Kinder älter werden.
Sie haben Probleme mit ihrem Körper.
Oder sie haben Probleme mit ihren Gefühlen.
Manche Menschen haben wegen der Operation auch eine Behinderung.


Ausgrenzung
In Deutschland sind viele Bereiche nach Geschlecht geteilt.
Zum Beispiel im Sport.
Da gibt es Teams für Männer.
Und es gibt Teams für Frauen.

Oder bei den Toiletten.
Es gibt Toiletten für Männer.
Und es gibt Toiletten für Frauen.

Manche inter-geschlechtliche und trans-geschlechtliche Menschen wissen nicht:
In welchen Sport-Teams können sie mit-machen.
Auf welche Toiletten können sie gehen.

Inter-geschlechtliche und trans-geschlechtliche Menschen fühlen sich dann aus-geschlossen.
Sie werden anders behandelt als andere Menschen.
Sie haben Nachteile.


Kein Wissen über inter-geschlechtliche und trans-geschlechtliche Menschen

Viele wissen zu wenig über inter-geschlechtliche und trans-geschlechtliche Menschen.

Viele wissen nicht:

Das ist inter-geschlechtlich.
Das ist trans-geschlechtlich.
Das sind die Rechte von diesen Menschen.

Das ist aber wichtig.

Alle Menschen sollten das wissen.
Vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ämtern.
Und Lehrerinnen und Lehrer.
Eltern, Familie, Freunde und Freundinnen sollten auch Bescheid wissen.


Die Gesetze in Deutschland
Im Moment ist das Gesetz in Deutschland so:
Alle Menschen bekommen vom Staat wichtige Papiere.
Darin steht das Geschlecht von einem Menschen.
In den Papieren steht:
Das ist ein Mann.
Das ist eine Frau.

Bei inter-geschlechtlichen Kindern wird kein Geschlecht eingetragen.
Später kann man sein Geschlecht ändern.

Dann werden auch die Papiere geändert.
Wo vorher Mann stand.
Da steht jetzt Frau.

Oder:Wo vorher Frau stand.
Da steht jetzt Mann.

Die Papiere ändern, das ist sehr schwierig.
Und es dauert sehr lange.
Und kostet viel Geld.


Das muss sich ändern

Mehr Beratung
Das Institut für Menschen-Rechte möchte mehr Beratung für inter-geschlechtliche und trans-geschlechtliche Menschen.

Und Beratung für die Familien von inter-geschlechtlichen und trans-geschlechtlichen Menschen.

Alle Menschen sollen mehr wissen über inter-geschlechtliche Menschen.
Und über trans-geschlechtliche Menschen.

Alle Menschen sollten das wissen.
Vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ämtern.
Und Lehrerinnen und Lehrer.
Eltern, Familie, Freunde und Freundinnen sollten auch Bescheid wissen.


Ein neues Gesetz für inter-geschlechtliche und trans-geschlechtliche Menschen
Das schlägt das Institut für Menschen-Rechte noch vor:
Es soll ein neues Gesetz geben.
Es soll inter-geschlechtliche und trans-geschlechtliche Menschen besser schützen.
So soll das neue Gesetz heißen:
Geschlechter-Vielfalts-Gesetz.

Das soll in dem neuen Gesetz stehen:

  • Inter-geschlechtliche Babys und Kinder sollen nicht mehr operiert werden.
    Damit sie aussehen wie Jungen.
    Oder damit sie aussehen wie Mädchen.
    Eltern und Ärzte sollen warten.
    Bis das Kind selbst entscheiden kann.
  • Alle Menschen sollen in dem Geschlecht leben, das sie wollen.
    Auch wenn sie nicht Mann oder Frau sind.
    Deshalb soll es in wichtigen Papieren noch ein neues Geschlecht geben.

Zum Beispiel:

  • Im Pass.
  • In wichtigen Papieren von Ämtern.
  • Im Geburts-Register.
    Das ist eine Liste.
    In die Liste wird jeder Mensch kurz nach seiner Geburt eingetragen.
    Darin steht auch das Geschlecht.
  • Das Geschlecht der Kinder soll nicht mehr gleich nach der Geburt im Geburts-Register eingetragen werden.
    Alle sollen warten.
    Bis das Kind selbst entscheiden kann:
    Dieses Geschlecht soll eingetragen werden.
    Jeder kann zwischen drei Geschlechtern wählen:
  • Männlich.
  • Weiblich.
  • Inter-geschlechtlich oder trans-geschlechtlich.
  • Trans-geschlechtliche und inter-geschlechtliche Erwachsene sollen ihr Geschlecht einfacher ändern können.
    Sie sollen selbst sagen:
    Dieses Geschlecht will ich haben.
    Das soll reichen.
    Damit ihre Papiere so geändert werden.
  • Inter-geschlechtliche und trans-geschlechtliche Menschen sollen besser geschützt werden.
    Sie dürfen nicht ausgegrenzt werden.
    Sie haben die gleichen Rechte wie alle anderen Menschen.

Über diesen Text

Wer hat diesen Text gemacht
Der Text ist vom
Deutschen Institut für Menschen-Rechte

Das ist die Adresse vom Institut:
Zimmerstraße 26/27
10969 Berlin

Telefon: 030 25 93 59 0
Fax: 030 25 93 59 59

Dr. Petra Follmar-Otto hat den Text in schwerer Sprache geschrieben.
Sie arbeitet beim Institut für Menschen-Rechte.
Marlene Seifert hat den Text in Leichte Sprache übersetzt.
Anette Bourdon und Rainer Werner haben den Text geprüft.
Die Firma Da-TeX Gerd Blumenstein hat den Text gestaltet.


Wer hat die Bilder gemacht
Die Bilder sind von: © Lebenshilfe für Menschenmit geistiger Behinderung Bremen e. V.
Illustrator: Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013

Das Zeichen für inter-geschlechtlich ist vom Deutschen Institut für Menschen-Rechte.

Das Zeichen für Toiletten ist von dieser Internet-Seite: pixabay.de.

Seit wann gibt es den Text
Seit November 2017.
Der Text heißt auch:
Position Nummer 13 in Leichter Sprache.
ISSN 2509 -3037 (online)

© Deutsches Institut für Menschen-Rechte, 2017