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Wissenschaftliche Mitarbeit (Sozialwissenschaftler*in): Berichterstattungsstelle Menschenhandel

Das Deutsche Institut für Menschenrechte e.V. ist die Nationale Menschenrechtsinstitution Deutschlands. Es ist gemäß den Pariser Prinzipien der Vereinten Nationen akkreditiert (A-Status). Zu den Aufgaben des Instituts gehören Politikberatung, Menschenrechtsbildung, Information und Dokumentation, anwendungsorientierte Forschung zu menschenrechtlichen Themen sowie die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen. Das Institut ist zudem mit dem Monitoring der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und der UN-Kinderrechtskonvention betraut worden und hat hierfür entsprechende Monitoring-Stellen eingerichtet.

Am 1. November 2022 wurde im Deutschen Institut für Menschenrechte die Berichterstattungsstelle  Menschenhandel eingerichtet, zunächst als ein vierjähriges, vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) finanziertes Projekt. Die Berichterstattungsstelle Menschenhandel wird den Stand der Umsetzung der staatlichen Verpflichtungen aus der Menschenhandelskonvention des Europarats und der EU-Menschenhandelsrichtlinie in Deutschland kontinuierlich und unabhängig beobachten und Trends und Entwicklungen im Bereich Menschenhandel aufzeigen.

Das erfolgt mit Hilfe eines indikatorengestützten Monitorings auf der Grundlage von systematisch zusammengeführten und aufgearbeiteten Daten. Die Berichterstattungsstelle analysiert staatliche Maßnahmen zur Bekämpfung von Menschenhandel. Sie stellt Behörden auf Bundes- und Landesebene sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen und Beratungsstrukturen aufbereitete Daten und Erkenntnisse zur Verfügung und formuliert praxisrelevante Handlungsempfehlungen.

Sie gibt alle zwei Jahre einen periodischen Bericht über Umfang und Ausmaß von Menschenhandel sowie über den Stand der Umsetzung der Menschenhandelskonvention und der EU-Menschenhandelsrichtlinie in Deutschland heraus. Die Berichterstattungsstelle Menschenhandel arbeitet unabhängig und kooperiert eng mit nichtstaatlichen und staatlichen Datenhaltern auf Bundes- und Landesebene sowie mit der Wissenschaft. Die Arbeit der Berichterstattungsstelle wird durch einen Beirat begleitet, dessen Mitglieder diese verschiedenen Bereiche repräsentieren.

Der Einrichtung der Berichterstattungsstelle Menschenhandel ist eine zweijährige Projektentwicklung vorausgegangen, die die Grundlagen der Berichterstattung erarbeitet hat. Nun steht die spannende Aufgabe an, diese theoretischen Grundlagen in die Praxis zu überführen.

Hierfür sucht das Institut voraussichtlich zum 1. April 2023 eine*n sozialwissenschaftliche*n Mitarbeiter*in mit Kenntnissen in quantitativer Sozialforschung, (100%), EG 13 TVöD (Bund)

Die Stelle ist bis Ende Oktober 2026 befristet; eine Institutionalisierung der Berichterstattungsstelle und eine Entfristung dieser Position sowie des gesamten Teams wird angestrebt. Der Dienstort ist Berlin. Mit der Aufgabe sind planbare Dienstreisen verbunden.

Menschenrechtsarbeit braucht vielfältige Perspektiven. Wir begrüßen daher Bewerbungen von Menschen mit Diskriminierungserfahrungen, insbesondere Menschen mit Behinderungen und Menschen, die sich als Sinti*zze und Rom*nja, Schwarze Menschen, Person of Color, jüdisch, muslimisch oder Geflüchtete bezeichnen, sowie trans oder intergeschlechtliche Personen und Hochschulabsolvent*innen der ersten Generation.

Ihre Aufgaben

  • Leitung der standardisierten Datenabfragen bei Datenhaltern der Bundes- und Landesressorts sowie der Zivilgesellschaft
  • Auswertung und Systematisierung der Datenlage, Identifizierung von Datenlücken, Entwicklung von Empfehlungen zur Datenharmonisierung bei den Datenhaltern (Vereinheitlichung der Erhebung)
  • Aufbereitung und, sofern möglich, Verknüpfung quantitativer Daten
  • Forschungsdatenmanagement: Bewertung und Überwachung der Qualität der quantitativen Daten und Vereinheitlichung von Daten
  • In Zusammenarbeit mit Datenanalyst*in: Konzeption, Aufbau und Pflege einer Datenbank für qualitative und quantitative Daten unterschiedlichen Ursprungs
  • Kommunikation mit relevanten staatlichen und nichtstaatlichen Datenhaltern auf Bundes- und Länderebene, Unterstützung bei der Etablierung von Kooperationsstrukturen
  • Weiterentwicklung und Nachschärfen von Indikatoren zur Umsetzung der menschenrechtlichen Vorgaben der Menschenhandelskonvention und der EU-Menschenhandelsrichtlinie
  • Weiterentwicklung der Methode der Indikatorenentwicklung, auch in Bezug auf die Entwicklung von Proxy-Indikatoren
  • Mitwirkung bei der Konzeptionierung und Erarbeitung der Periodischen Berichte der Berichterstattungsstelle sowie bei weiteren Produkten
  • Planung und Durchführung von Workshops mit Datenhaltern und Expert*inneninterviews sowie gegebenenfalls von eigenen Erhebungen oder Untersuchungen

Ihr Profil

  • Sozialwissenschaftlicher Hochschulabschluss oder Hochschulabschluss in einer vergleichbaren Disziplin
  • Erfahrungen mit der Analyse von Routine- und Sekundärdaten und mit der Planung, Durchführung und Auswertung quantitativer Erhebungen
  • quantitative und qualitative Methodenkompetenz (vertiefte Kenntnisse quantitativer Sozialforschung, wünschenswert Grundkenntnisse qualitativer Sozialforschung)
  • Erfahrung in der Entwicklung von und Arbeit mit indikatorenbasierten Monitoring-Systemen
  • Kenntnisse im Themenfeld Menschenhandel
  • Sehr gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift (C1) und gute Englischkenntnisse (B2)
  • Ergebnisorientierte, eigenständige und strukturierte Arbeitsweise
  • Kommunikations- und Teamkompetenz

Wünschenswert sind:

  • Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Akteur*innen aus der Zivilgesellschaft und/oder Verwaltung
  • Erfahrung mit Politikberatung
  • Kenntnisse im internationalen Menschenrechtsschutz
  • Praktische Erfahrungen mit der Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams
  • Kenntnisse im Projektmanagement

Wir bieten

Eine anspruchsvolle und vielseitige Aufgabe mit großem Gestaltungsspielraum in einem gesellschaftlich und menschenrechtlich äußerst relevanten Themenfeld. Sie arbeiten in einem interdisziplinären, motivierten, kompetenten und leistungsstarken Team. Wir bieten zudem Flexibilität bei der Gestaltung der Arbeitszeit und des Arbeitsplatzes, einschließlich der Möglichkeit mobilen Arbeitens sowie Unterstützung bei technischen Hilfsmitteln und sonstigen individuellen Bedarfen. Die Tätigkeit wird bei Vorliegen der persönlichen Voraussetzungen entsprechend Entgeltgruppe 13 TVöD (Bund) vergütet.

Bewerbungsfahren

Zur Bewerbung nutzen Sie bitte ausschließlich unser Onlinebewerbungsformular und füllen die dort hinterlegten Bewerbungsunterlagen aus. Weitere barrierefreie Bewerbungsformate sind nach Rücksprache möglich. Bitte kontaktieren Sie dafür Frau Bettina Krestel, per E-Mail unter krestel(at)dimr.de oder per Telefon unter 030 259 359-28. Wir führen ein anonymisiertes Bewerbungsverfahren durch. Bitte schicken Sie uns deshalb keinen Lebenslauf, Anschreiben oder Foto. Wenn wir Ihre vollständigen Unterlagen benötigen, werden wir Sie kontaktieren.

Die Bewerbungsfrist endet am 20. Februar 2023 um 8:00 Uhr (Eingang Ihrer elektronischen Unterlagen am Institut). Die Vorstellungsgespräche finden voraussichtlich am 13. und 14. März 2023 statt. Der genaue Termin wird mit der Einladung bekannt gegeben.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Ansprechpartner_in

Bettina Krestel

Projektassistentin

Telefon: 030 259 359 - 28

E-Mail: krestel(at)institut-fuer-menschenrechte.de

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