"Wir setzen uns für den gleichberechtigten und uneingeschränkten Zugang zu Informationen und Wissen ein"

Servicenavigation

Sie befinden sich hier: Bibliothek > Aktuelles > 

IFLA Weltkongress 2018 ©DIMR/Sieberns

"Wir setzen uns für den gleichberechtigten und uneingeschränkten Zugang zu Informationen und Wissen ein"

Bericht vom 85. Weltkongress des internationalen Bibliotheksverbands IFLA

Bibliothekar_innen weltweit sehen den höchsten Wert ihres Berufsstands in der Verpflichtung, sich für einen gleichberechtigten und freien Zugang zu Informationen und Wissen einzusetzen. Das ergab die 2017 gestartete Global Vision Umfrage der IFLA, an der 31.000 Bibliothekar_innen aus 190 Ländern teilgenommen haben. Förderung von Bildung und Lesen, Engagement für geistige Freiheit und Meinungsfreiheit, Wertschätzung von Diversität und Inklusion waren weitere Antworten auf die Frage nach den zentralen Herausforderungen und den damit einhergehenden Chancen für Bibliotheken in einer sich immer schneller entwickelnden globalisierten und digitalen Welt. Die Ergebnisse der Umfrage sowie Ideen, wie diese Chancen von Bibliotheken verwirklicht werden können, waren das zentrale Thema des 85. IFLA World Library and Information Congress (WLIC). Der Weltkongress, der in diesem Jahr vom 24. -30. August 2018 in Kuala Lumpur, Malaysia, stattfand, stand unter dem Motto "Transform Libraries, Transform Societies".

Der gleichberechtigte Zugang zu Bibliotheken für alle Menschen ist auch das Hauptanliegen der LSN-Sektion, in der die Bibliothek des Instituts seit 2013 aktiv mitarbeitet. LSN steht für Library Services to People with Special Needs. 1931 als Unterkommission für Patientenbibliotheken gegründet, versteht die Sektion sich heute als ein internationales Forum für den Austausch von Ideen und konkreten Erfahrungen bei der Umsetzung von Bibliotheksdiensten für Menschen, die aufgrund ihrer aktuellen Lebenssituation oder einer Behinderung keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu Bibliotheken und Bibliotheksangeboten haben.

Auf der diesjährigen Konferenz war Universal Design (Deutsch: Design für alle) das Thema der öffentlichen Veranstaltung der LSN-Sektion. Das Universal Design Konzept, das heißt die Gestaltung von Gebäuden, Einrichtungen, Produkten und Umgebungen in einer Weise, dass sie von allen Menschen möglichst weitgehend ohne weitere Anpassungen genutzt werden können, wurde auch in die UN-Behindertenrechtskonvention aufgenommen. Davon handelte der Vortrag der Institutsbibliothek auf dem Kongress. Darüber hinaus wurde Bibliotheken empfohlen, sich bei der Planung und Durchführung von Universal Design Projekten auf die Umsetzung der UN-BRK in ihren Ländern zu berufen. Der englischsprachige Vortrag wurde parallel in der IFLA Library veröffentlicht.

Eine andere Veranstaltung auf dem Weltkongress beschäftigte sich mit der Umsetzung des Marrakesch-Vertrags. Der Vertrag sieht vor, dass unterzeichnende Staaten Regelungen in ihre nationalen Urheberrechte aufnehmen, die es ermöglichen, urheberrechtlich geschützte Werke unabhängig von der Zustimmung der Rechteinhaber in barrierefreie Formate wie Brailleschrift, Großdruck oder Hörbücher zu übertragen, zu verbreiten und zugänglich zu machen. Darüber hinaus regelt das Abkommen den grenzüberschreitenden Austausch entsprechender Formate. Auf der Konferenz wurde eine Handreichung "Getting Started" vorgestellt, die darüber informiert, wie Bibliotheken sich aktiv an der Umsetzung des Vertrags in ihren Ländern beteiligen können. In Deutschland wird derzeit noch über einen Gesetzesentwurf zum Marrakesch-Vertrags verhandelt. Mehr dazu in einer Pressemitteilung des Instituts: Mehr Bücher für Menschen mit Seh- und Lesebehinderung
(as)