IFLA-Weltkongress 2016: Bibliotheken sind starke Partner bei der Umsetzung der UN-2030-Agenda

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Podium des Kongresses

© DIMR/A. Sieberns

IFLA-Weltkongress 2016: Bibliotheken sind starke Partner bei der Umsetzung der UN-2030-Agenda

Der internationale Bibliotheksverband IFLA (International Federation of Library Associations and Institutions) hat auf dem 82. Weltkongress der Bibliotheken erneut die wichtige Rolle von Bibliotheken bei der Umsetzung der neuen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen betont. Der Kongress fand vom 12.-19. August in Columbus, Ohio, mit über 3.000 Teilnehmenden aus 142 Ländern statt. Anne Sieberns, Leiterin der Bibliothek des Instituts und Mitglied im Ausschuss der IFLA-Sektion "Library Services for People with Special Needs" (Bibliotheksdienste für Menschen mit besonderen Bedürfnissen), war dabei.

In nahezu allen auf der Konferenz vertretenen Ländern gibt es ein ausgebautes Netz von öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken, das Zugang zu Informationen, Wissen, Forschung und Bildung für alle Menschen eröffnet. Der Zugang zu Information ist explizit in Ziel 16.10 der UN-Agenda aufgenommen worden, wird aber auch als Querschnittsaufgabe und unverzichtbar für die Umsetzung anderer Ziele der Agenda wahrgenommen. Auf der Konferenz wurde in zahlreichen Vorträgen und Poster-Präsentationen gezeigt, welchen Beitrag Bibliotheken auf lokaler Ebene bereits leisten um beispielsweise Armut zu bekämpfen, Alphabetisierung zu fördern oder den Zugang zu Informationstechnologien zu gewährleisten. Konkrete Beispiele und Empfehlungen für die Politik sind in einer aktuellen Broschüre zu finden, die auf der Website der IFLA auch in deutscher Übersetzung vorliegt: Das Recht auf Zugang zu Information und Chancen für Alle: Der Beitrag der Bibliotheken zur Umsetzung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (PDF, 9 MB).

Bibliotheken begrüßen das Inkrafttreten des Marrakesch-Vertrags

Der "Vertrag von Marrakesch" erleichtert den Zugang zu Büchern und anderen Veröffentlichungen für blinde und sehbehinderte Menschen. Das völkerrechtliche Übereinkommen wurde im Rahmen der WIPO, der Weltorganisation für intellektuelles Eigentum, erarbeitet und im Juni 2013 verabschiedet. Nachdem Kanada am 30. Juni 2016 als 20. Staat den Vertrag ratifiziert hat, wird er drei Monate später, am 30. September, international in Kraft treten.

Die IFLA war wesentlich an der Erarbeitung des Vertrags beteiligt und begrüßte während der Konferenz sein Inkrafttreten. Die Sektion "Libraries Serving Persons with Print Disabilities" (Bibliotheken für Menschen mit Lesebeeinträchtigungen) zeigte anhand internationaler Projekte, wie barrierefreie Medien bereits heute über Staatsgrenzen hinweg, zum Beispiel durch das Accessible Book Consortium, verbreitet werden. Der Marrakesch-Vertrag wird diese Praxis wesentlich erleichtern. Der Vertrag sieht weiterhin neue gesetzliche Regelungen vor, die es möglich machen, Werke ohne Zustimmung der Rechtsinhaber in barrierefreie Formate zu überführen.

Die Bundesregierung hat den Vertrag bislang noch nicht ratifiziert. Die Monitoring-Stelle UN-Behindertenrechtskonvention des Instituts hat dazu im April 2016 eine Publikation veröffentlicht: Mehr barrierefreie Bücher. Warum der Vertrag von Marrakesch endlich umgesetzt werden muss.

Bibliotheksangebote für wohnungslose Menschen

Anne Sieberns ist Mitautorin der für 2017 geplanten IFLA-Richtlinien (Guidelines) zu Bibliotheksangeboten für Menschen, die zeitweise oder dauerhaft wohnungslos sind. Im Frühjahr wurde dazu ein Fragebogen verschickt, auf den über 60 Bibliotheken aus allen Weltregionen geantwortet haben. Einen ersten Entwurf der Richtlinien haben die Herausgeberinnen während der Konferenz vorgestellt. Mehr Informationen dazu auf der englischsprachigen Website des LSN-Ausschusses. (as)

Weitere Informationen:

News (19.02.2016): Ausschuss des Internationalen Bibliotheksverbands IFLA trifft sich im Institut

News (26.08.2015): Bibliotheken und nachhaltige Entwicklung: ein Bericht vom IFLA-Weltkongress 2015 in Kapstadt