"Teilhabe und Einbeziehung sind Rechtsansprüche von Menschen mit Behinderungen"

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Referent_innen und Publikum diskutierten über Erinnerungskultur, die UN-BRK und inklusive Bildung © Stiftung EVZ

"Teilhabe und Einbeziehung sind Rechtsansprüche von Menschen mit Behinderungen"

Veranstaltung "Von der 'Euthanasie' zur Inklusion. Gedenkstättenarbeit in Leichter Sprache" am 29. Mai 2013

Am 29. Mai 2013 veranstaltete das Deutsche Instituts für Menschenrechte in Kooperation mit der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft (EVZ) Vortrag und Gespräch zum Thema "Von der 'Euthanasie' zur Inklusion. Gedenkstättenarbeit in Leichter Sprache".

Die Abendveranstaltung stand unter der Fragestellung, wie "Euthanasie"-Gedenkstätten auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten durch Bildungsangebote zugänglich gemacht werden können - eine Zielgruppe, bei der lange Zeit davon ausgegangen wurde, dass sie mit dieser Thematik überfordert sei.

In den Räumen der Stiftung EVZ begrüßte Martin Salm, Vorstandsvorsitzender der Stiftung EVZ, ca. 50 Interessierte und bemühte sich in seiner Begrüßungsrede um Leichte Sprache, ein mitunter schwieriges Unterfangen, wie er selbst resümierte.
Durch das Programm führte Uta Gerlant, Vorstandsreferentin der Stiftung.

"Teilhabe und Einbeziehung sind Rechtsansprüche von Menschen mit Behinderungen"

Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, gab eine Einführung zur UN-Behindertenrechtskonvention und erläuterte den im Rahmen dieser Konvention vollzogenen Paradigmenwechsel. Teilhabe und Einbeziehung seien Rechtsansprüche von Menschen mit Behinderungen und kein Gnadenakt des Staates. Zu diesen Rechten zähle selbstverständlich auch das Recht auf Teilhabe am kulturellen und politischen Leben. Gedenkstätten stellten zweifelsohne einen wichtigen Teil dieses kulturellen Lebens dar und trügen durch die anschauliche Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen in besonderem Maße zum kulturellen Gedächtnis einer Gesellschaft und zur politischen Bewusstseinsbildung bei.

Nach dieser Einführung in die rechtlichen Rahmenbedingungen berichtete Uta George, Soziologin und freischaffende Bildungsreferentin, von ihren Erfahrungen bei der Erarbeitung inklusiver Bildungsangebote für die "Euthanasie"-Gedenkstätte Hadamar. 

Im Anschluss stellte Judith Feige, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Menschenrechte, das im Rahmen des von der Stiftung EVZ geförderten Projekts "Mut und Kompetenz für Inklusion. Historisches Bewusstsein für die Zukunft der Menschenrechte" erarbeitete Online-Handbuch "Inklusion als Menschenrecht" vor.

Anschließend diskutierten die Referentinnen und das Publikum über Erinnerungskultur, die Behindertenrechtskonvention und inklusive Bildung. Gemeinsam war allen Diskussionsteilnehmenden die Forderung, Menschen mit Lernschwierigkeiten auf Augenhöhe zu begegnen und die ihnen rechtlich zustehende Partizipation in allen gesellschaftlichen Bereichen zeitnah voranzutreiben, damit Inklusion gelingen kann.
(M. Niendorf)

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