Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern in der EU: Transgender am stärksten betroffen

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© DIMR/Amélie Losier

Diskriminierung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern in der EU: Transgender am stärksten betroffen

Zahlreiche Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LGBT) in der EU können sich im Alltag nicht zu ihrer sexuellen Identität oder Orientierung bekennen. Dies ergab eine Umfrage der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA), die am heutigen Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie (IDAHO) präsentiert wurde. Viele europäische LGBT verheimlichen der Erhebung zufolge ihre Identität und leben in Isolation oder sogar Angst. Andere erfahren Diskriminierung oder sogar Gewalt, wenn sie sich offen zu ihrer sexuellen Ausrichtung bekennen.

Die Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender wurden gefragt, ob sie mit Diskriminierung, Gewalt, verbalen Beleidigungen oder Hassreden aufgrund ihrer sexuellen Ausrichtung oder Geschlechtsidentität konfrontiert worden sind. Ein Viertel der Befragten waren in den vergangenen fünf Jahren tätlich angegriffen worden oder Gewaltandrohungen ausgesetzt. 66 Prozent wagen es nicht, in der Öffentlichkeit die Hand ihrer bzw. ihres gleichgeschlechtlichen Partnerin bzw. Partners zu halten. Dies zeige, so die FRA, dass LGBT-Personen, die Opfer von Gewalt oder Bedrohung geworden sind, EU-weit und national Anerkennung und Schutz benötigen, damit wirksam gegen Schikanen und Hassverbrechen vorgegangen werden kann, die für LGBT häufig ein Leben in Angst bedeuten. Mögliche Maßnahmen seien polizeiliche Schulungen und Hilfsangebote für Opfer sowie Gesetze gegen Hassreden und -verbrechen.

Ein Fünftel der Befragten fühlen sich am Arbeitsplatz oder bei der Stellensuche trotz des durch EU-Recht garantierten Schutzes diskriminiert.

Transgender am stärksten von Diskriminierung betroffen

Die Umfrage zeigte auch, dass Transgender-Personen am stärksten von Diskriminierung betroffen sind, insbesondere am Arbeitsplatz und bei der medizinischen Versorgung. Knapp ein Drittel gab an, im Jahr vor der Umfrage mehr als drei Mal Opfer von Gewalt oder Gewaltandrohung geworden zu sein.

Fälle von Diskriminierung und Hassverbrechen werden der Umfrage zufolge nur selten gemeldet, obwohl 56 Prozent aller Befragten wissen, dass Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität gesetzlich verboten ist. Die Hälfte der Personen, die Opfer von Gewalt oder Bedrohung geworden waren, hatte den Eindruck, von der Polizei keine Hilfe erwarten zu können.

Nach Angaben der FRA handelt es sich um die größte jemals durchgeführte Umfrage zum Thema Hassverbrechen und Diskriminierung gegenüber LGBT-Personen. An der Online-Befragung nahmen mehr als 93.000 LGBT ab 18 Jahren aus der gesamten EU und Kroatien teil. Die Ergebnisse sollen einen Beitrag leisten zu Debatten über Gesetzgebung und Richtlinien zur Verbesserung der Situation von LGBT in der EU. (is)

EU-weite LGBT-Umfrage der FRA - kurze Übersicht über einige der Umfrageergebnisse (PDF, 365 KB, nicht barrierefrei)

EU LGBT survey: European Union lesbian, gay, bisexual and transgender survey Results at a glance (PDF, 1,2 MB, nicht barrierefrei, Englisch)

Pressemitteilung der FRA vom 17. Mai 2013 (PDF, 253 KB, nicht barrierefrei)

Arbeit des Instituts zum Thema Sexuelle Selbstbestimmung