"Menschenrechte sind ein Maßstab für das gesellschaftliche Miteinander"

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"Menschenrechte sind ein Maßstab für das gesellschaftliche Miteinander"

Wie kann Bildung zu einer Gesellschaft beitragen, die die Würde und Rechte aller Menschen anerkennt? Wie können Menschenrechte eine Gesprächskultur stärken, die offenen Meinungsaustausch fördert und gleichzeitig vor diskriminierenden Äußerungen schützt? Antworten auf die Fragen gibt das Projekt "Maßstab Menschenrechte", das bundesweit Fortbildungen für Multiplikator_innen in der Bildungsarbeit anbietet. Der erste Workshop findet vom 05. bis 08. März in Berlin statt.

Beatrice Cobbinah und Mareike Niendorf erläutern das Projekt "Maßstab Menschenrechte" im Interview.

Mit Diskriminierung aufgrund von Herkunft oder Fluchterfahrung beschäftigen sich bundesweit zahlreiche Programme und Projekte. Welchen besonderen Ansatz verfolgt das Projekt "Maßstab Menschenrechte"?

Wie schon der Projektname verrät, verknüpft das Projekt die Themenfelder Flucht, Asyl und Rassismus mit den Menschenrechten. Wir bieten Fortbildungen an, die aufzeigen, dass Menschenrechte eine Leitlinie oder eben ein Maßstab für das gesellschaftliche Miteinander sind. Alle Menschen sind Träger_innen von Menschenrechten und können Rechte einfordern und durchsetzen. Bei der Auseinandersetzung mit der Thematik nehmen wir eine intersektionale Perspektive ein, um die Verknüpfung verschiedener Diskriminierungsdimensionen aufzuzeigen.

Etwas über die Entwicklung der Menschrechte zu erfahren und wichtige Abkommen und Verträge zu kennen, ist ein Aspekt von Menschenrechtsbildung. Genauso wichtig wie die Wissensvermittlung ist es, die Lernumgebung an Menschenrechten auszurichten, also beispielsweise diskriminierungssensibel, inklusiv und partizipativ zu gestalten, sowie den Transfer in die pädagogische Praxis der Teilnehmer_innen zu begleiten. So ist es uns ein großes Anliegen, in den Fortbildungen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie das Gelernte im beruflichen Bildungsalltag angewendet werden kann.

Sie werden die Workshops jeweils zusammen mit Selbstorganisationen durchführen. Was sind die Gründe dafür?

Wir möchten im Projekt die Expertise einer nationalen Menschenrechtsinstitution mit der Expertise von Selbstorganisationen aus dem Bereich Flucht, Asyl und Rassismus zusammenbringen. Im Sinne von "nicht über uns ohne uns" ist es ein wichtiges Anliegen des Projekts, nicht über geflüchtete Menschen und ihre Situation in Deutschland zu sprechen, ohne sie aktiv miteinzubeziehen.
Deshalb haben wir in der Workshop-Konzeption mit Vertreter_innen von Selbstorganisationen zusammengearbeitet und gemeinsam mit ihnen über die Inhalte entschieden. Auch die Durchführung der Workshops wird in Kooperation stattfinden.

Die Zielgruppe des Projekts sind Multiplikator_innen in der Bildungsarbeit. Wer gehört hier alles dazu und warum ist es wichtig, gerade diese Berufsgruppe anzusprechen?

Bildung leistet einen Beitrag zu einer Gesellschaft, die die Würde und Rechte aller Menschen anerkennt. Dabei beschränkt sich Bildung nicht auf einen Lebensabschnitt; entsprechend ist die Relevanz von Menschenrechtsbildung altersunabhängig. Aus diesem Grund möchten wir alle Menschen ansprechen, die sich als Multiplikator_innen der Bildungsarbeit verstehen. Da gehören neben der schulischen Bildung die frühkindliche Bildung genauso dazu wie die Hochschulbildung oder non-formale außerschulische Lernangebote.

Das Projekt wird im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Welche Maßnahmen sind vorgesehen, um die Nachhaltigkeit zu sichern?

Zum einen sollen die Fortbildungen bundesweit an unterschiedlichen Orten stattfinden, um die lokale Vernetzung der Teilnehmer_innen zu fördern. Zum anderen führen wir die Workshops mit Bildungseinrichtungen durch, die zum Teil bereits signalisiert haben, die Fortbildungsinhalte auch nach Projektende in der einen oder anderen Form weiter anzubieten. Am Ende des Projekts wird bei einer größeren Abschlussveranstaltung ein kostenloses Handbuch veröffentlicht, das die Erkenntnisse aus den Workshops in gebündelter Form festhalten wird. So können auch Personen, die nicht an den Workshops teilgenommen haben, von den Projektinhalten und -erfahrungen profitieren.

Der erste Workshop findet vom 5. bis 8. März in Berlin statt. Wie erfährt man, wann und wo weitere Fortbildungen geplant sind?

2018 sind insgesamt sechs Workshops geplant. Wo und wann diese stattfinden, erfährt man zu gegebener Zeit hier.

Weitere Informationen:

Menupunkt "Maßstab Menschenrechte"