Leitbild

Servicenavigation

Sie befinden sich hier: Über uns >  Leitbild

Das Leitbild des Instituts

Zielsetzung des Instituts

Das Deutsche Institut für Menschenrechte ist als unabhängige nationale Menschenrechtsinstitution eine Einrichtung der Zivilgesellschaft. Es wurde als Ergebnis eines mehrjährigen gesellschaftlichen Diskussionsprozesses, der in einen einstimmigen Beschluss des Deutschen Bundestages vom 7. Dezember 2000 (Plenarprotokoll Deutscher Bundestag 7. Dezember 2000: Stenographischer Bericht 140. Sitzung (PDF, 205 KB, nicht barrierefrei)) zur Schaffung eines Deutschen Instituts für Menschenrechte mündete, am 8. März 2001 als unabhängiger Verein gegründet.
Das Institut basiert auf den "Pariser Prinzipien" für nationale Menschenrechtsinstitutionen, die die Vereinten Nationen im Jahre 1993 angenommen haben. Die Zielsetzung des Instituts besteht in der Förderung und im Schutz der Menschenrechte durch Information und Dokumentation, Beratung von Politik und Gesellschaft, anwendungsbezogene Forschung, Menschenrechtsbildung, Dialog und Zusammenarbeit im nationalen und internationalen Rahmen.

Unser Verständnis der Menschenrechte

Die Menschenrechte haben ihren Grund in der Würde des Menschen, die nicht das Ergebnis von Leistung oder Vereinbarung ist, sondern unbedingte Achtung verlangt und deshalb jedem Menschen gleichermaßen zukommt - unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, politischer oder sonstiger Überzeugung, ethnischer oder sozialer Herkunft, Staatsangehörigkeit, genetischen Merkmalen, Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, Vermögen, Geburt, Behinderung, sexueller Identität, Alter usw. In den Menschenrechten findet die Würde des Menschen politisch-rechtliche Anerkennung und Schutz. Da alle Menschen in ihrer Würde gleich zu achten sind, haben die Menschenrechte universelle Geltung - quer zu den Differenzen der Regionen, Kulturen, Religionen oder Weltanschauungen. Menschenrechte entwickeln sich als ein Prozess in Antwort auf Unrechtserfahrungen.

Bürgerliche und politische sowie wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte bilden einen unteilbaren Zusammenhang. Sie sind nicht nur Ziel, sondern auch Strukturprinzipien der Entwicklung menschenwürdiger und freiheitlicher Lebensverhältnisse weltweit. Rechtliche Verbindlichkeit erhalten Menschenrechte in nationalen Verfassungen und internationalen Konventionen. Für die Arbeit des Deutschen Instituts für Menschenrechte sind vor allem die Menschenrechtskonventionen der Vereinten Nationen und das europäische Menschenrechtsschutzsystem sowie die grundrechtlichen Verbürgungen des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland relevant.

Unsere Aufgaben

Das Institut leistet Beiträge zur Förderung und zum Schutz der Menschenrechte in Gestalt von Studien und Dokumentationen, wissenschaftlichen Forschungsprojekten, dem Aufbau einer Fachbibliothek, öffentlichen Seminaren, Bildungsprogrammen, Fachgesprächen und Angeboten der Politikberatung, die menschenrechtliche Fragen der inneren wie der äußeren Politik betreffen. Es trägt in menschenrechtlich relevanten Themenfeldern zum öffentlichen Meinungsbildungsprozess bei. Außerdem versteht sich das Institut als Forum für den Austausch zwischen staatlichen Institutionen und nichtstaatlichen Organisationen im In- und Ausland. Es pflegt Kontakte zu anderen nationalen Menschenrechtsinstituten im europäischen und im internationalen Raum. Darüber hinaus engagiert sich das Institut als nationale Koordinierungsstelle in der Menschenrechtsbildung. Ziel der Bildungsarbeit ist nicht nur die Verbreitung menschenrechtlicher Kenntnisse und Informationen, sondern auch die Sensibilisierung und Befähigung zum praktischen Engagement und damit zur Prävention von Menschenrechtsverletzungen.

Die Zielgruppen der Institutsarbeit

Menschenrechte gehen alle an. Sie können nur dann dauerhaft wirksam werden, wenn sie breite Unterstützung in der Bevölkerung erfahren. Von daher wendet sich das Deutsche Institut für Menschenrechte in seiner Arbeit an die Öffentlichkeit. Insbesondere zielt die Institutsarbeit auf Personen und Organisationen, die in Staat, Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und nichtstaatlichen Organisationen mit Menschenrechten zu tun haben. Die Projekte zur Menschenrechtsbildung richten sich primär an Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die dazu beitragen, dass Menschen in die Lage versetzt werden, ihre Rechte selbst wahrnehmen.

Anerkennung der gesellschaftlichen Vielfalt

Menschenrechte stiften einen normativen Grundkonsens, der die Vielfalt der religiösen beziehungsweise weltanschaulichen Überzeugungen, der kulturellen Prägungen und der politischen Orientierungen in der Gesellschaft integrieren kann. Das Deutsche Institut für Menschenrechte weiß sich dieser Vielfalt verpflichtet. Ein Institut, das sich die Förderung und den Schutz der Menschenrechte zum Ziel setzt, muss sich auch in seiner internen Struktur sowie in seinen Projekten und Produkten an der konsequenten Beachtung menschenrechtlicher Prinzipien messen lassen. Ein wichtiger Indikator dafür ist die Umsetzung des Diskriminierungsverbots, insbesondere die Durchsetzung von Geschlechtergerechtigkeit.

Andenken an die Opfer der deutschen Diktaturen

Die Geschichte der Menschenrechte ist unauflöslich verwoben mit Erfahrungen schwerwiegenden Unrechts und dem Kampf der Menschen gegen solches Unrecht. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948 spricht in ihrer Präambel von "Akten der Barbarei..., die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen" und verweist damit vor allem auf die Verbrechen des Nationalsozialismus. Das Deutsche Institut für Menschenrechte sieht in der Auseinandersetzung mit Unrechtsregimen der Vergangenheit eine wichtige Quelle heutiger Menschenrechtsarbeit und weiß sich in diesem Sinne verbunden mit Organisationen, die das Andenken an die Opfer des NS-Terror-Regimes, aber auch an die Opfer der SED-Diktatur öffentlich pflegen.

Beschlossen vom Kuratorium am 16. Juni 2004

Nach oben