Wissenschaftliche Werkverträge

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Wissenschaftliche Werkverträge

Werkvertrag über die Durchführung von leitfadengestützten Interviews (Menschenrechtsbildung)

Das Deutsche Institut für Menschenrechte e.V. ist die Nationale Menschenrechtsinstitution Deutschlands. Es trägt als unabhängige Einrichtung zur Förderung und zum Schutz der Menschenrechte in und durch Deutschland bei. Zu seinen Aufgaben gehören Politikberatung, Menschenrechtsbildung, Information und Dokumentation, anwendungsorientierte Forschung zu menschenrechtlichen Themen sowie die Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen.

Das Institut beabsichtigt, im Wege des Verhandlungsverfahrens nach UVgO einen
Werkvertrag über die Durchführung von leitfadengestützten Interviews
zu vergeben, der Aufschluss geben soll über die Verankerung der Menschenrechtsbildung in der Ausbildung für den frühkindlichen Bildungsbereich (Erzieher_in, Kindheitspädagog_in).

Ihre Aufgaben:

Durchführung von ca. 50 leitfadengestützten Interviews à ca. 45 Minuten: Inhaltlich geht es um die Frage, inwiefern das Konzept der expliziten Menschenrechtsbildung (MRB) in der Ausbildung zum_zur Erzieher_in bzw. Kindheitspädagog_in Berücksichtigung findet. Das Institut liefert auf Grundlage einer Lehrplananalyse Fragen für den Leitfaden. Diese beinhalten voraussichtlich folgende Themenschwerpunkte:

  • ob und wie Menschenrechte (MR)/MRB in der Praxis explizit behandelt werden (Lernen über MR)
  • inwiefern MR/MRB, ggf. auch im Rahmen von anschlussfähigen Konzepten wie Inklusion und Partizipation für die spätere Praxis vermittelt werden (Lernen über/durch MR)
  • Relevanz und Umsetzung dieser Konzepte in der Berufspraxis (vertiefende Frage an Absolvent_innen, bzw. Lernende ihren nach Praktika)
  • inwiefern in ihrer Erfahrung die Ebene "Lernen durch MR" in der Ausbildung berücksichtigt wurde (Vertiefende Frage an Lehrende/Einrichtungsvertretung)

Das Institut wählt für die vier zu untersuchende Bundesländer (vermutlich Bayern, Brandenburg, NRW, Schleswig-Holstein) jeweils vier Ausbildungsstätten aus, d.h. insgesamt 16 Fachschulen/Fachakademien/Hochschulen. Pro Ausbildungsstätte sind drei Interviews durchzuführen: je eine Fachbereichsleitung/ Person, die zuständig für die Erzieher_innen-Ausbildung an der Fach(hoch)schule ist sowie zwei Lernende im letzten Ausbildungsjahr bzw. Absolvent_innen in den ersten Jahren ihrer Berufstätigkeit.
Alle Interviewpartner_innen werden bei den Fragen auch nach ihren Veränderungsbedarfen bzgl. der Ausbildung befragt. Die Befragung soll mündlich (überwiegend telefonisch) durchgeführt werden, um entsprechende Nachfragen und zusätzliche Erläuterungen zu ermöglichen, da das Thema Menschenrecht(sbildung) von den Interviewpartner_innen zunächst vermutlich als eher abstrakt, komplex und theoretisch wahrgenommen wird. In erster Linie sind die Interviews in Einzelgesprächen durchzuführen, evtl. 1-3 Fokusgruppengesprächen (in der Gesamtzahl von ca. 50 enthalten).
An einigen Interviews, insbesondere bei den Fokusgruppengesprächen, werden Personen aus dem Institut teilnehmen. Von den Interviews sind Mitschnitte in einem gängigen Audioformat (z.B. mp3) anzufertigen, die später transkribiert werden, dementsprechend muss die Audioqualität so sein, dass alle Aussagen gut verständlich sind. Entsprechendes Equipment sowie die Vertrautheit im Umgang damit wird vorausgesetzt, also nicht vom Institut gestellt.
Terminabsprache sowie ggf. die Akquise von Interviewpartner_innen sind ebenfalls Gegenstand des Werkvertrags, nicht aber die Transkription. Reisekosten können auf Grundlage des Bundesreisekostengesetzes abgerechnet werden.

Zeitplan:

  • Mitte bis Ende Januar: Auftragsklärung inklusive Leitfaden, Kontaktdaten der Ausbildungsstätten sowie erste Kontaktaufnahme/ Terminvereinbarungen für die Interviews
  • Anfang Februar bis Mitte März: Durchführung der Interviews.
  • Mitte Februar, Ende Februar und Mitte März sind jeweils mindestens 10  Audiodateien abzuliefern, um Transkription und Auswertung bereits parallel durchzuführen.

Zuschlagskriterien:

35 % Preis, 65 % Qualität des Angebots

Bewertung der Qualität (insgesamt 65 Punkte):

  • Erfahrungen/Referenzen (z.B. Veröffentlichungen, Abschlussarbeiten) in Bezug auf (möglichst leitfadengestützte) Interviews (35 Punkte),
  • Erfahrungen/Kenntnisse in Bezug auf Ausbildung im frühpädagogischen Bereich (15 Punkte),
  • Erfahrungen/Kenntnisse in Bezug auf Menschenrechtsbildung, ggf. anschlussfähiger Konzepte (s.o., 15 Punkte)

Das Werk muss bis zum 26.03.2018 vorgelegt werden, Zwischenergebnisse bereits früher (siehe Zeitplan). Der geschätzte Arbeitsaufwand beträgt insgesamt 15 Tage.
Das Institut strebt gesellschaftliche Vielfalt auch unter seinen Werknehmenden an. Es lädt People of Color/Menschen mit Rassismuserfahrungen, Menschen mit Einwanderungsgeschichte und Menschen mit Behinderungen ausdrücklich dazu ein, ihre Selbstidentifikation in ihr Anschreiben aufzunehmen.

Kontakt

Bitte senden Sie ein Preisangebot (Vergütungsvorstellungen einschließlich der Berechnungsgrundlagen, Gesamtpreis und ggf. MwSt.) in einer PDF-Datei inklusive aller relevanten Bewerbungsunterlagen (kurzes Anschreiben, Lebenslauf ohne Foto, Referenzen oder Arbeitsproben (von Ihnen durchgeführte / veröffentlichte Interviews), sowie weitere Angaben zu den genannten Kriterien, ggf. Zeugniskopien) bis zum 08. Januar 2018 an Kathrin Günnewig per E-Mail unter guennewig@institut-fuer-menschenrechte.de.


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