Training zu Wirtschaft und Menschenrechten mit der kolumbianischen Nationalen Menschenrechtsinstitution

Servicenavigation

Sie befinden sich hier: Themen > Wirtschaft > Veranstaltungen > Veranstaltungsrückblicke 2016 >  Training zu Wirtschaft und Menschenrechten mit der kolumbianischen Nationalen Menschenrechtsinstitution

Training zu Wirtschaft und Menschenrechten mit der kolumbianischen Nationalen Menschenrechtsinstitution

© DIMR

Am 16. Mai 2016 fand in Bogotá, Kolumbien, ein Training zu "Wirtschaft und Menschenrechte" statt. Gastgeber waren zwei Nationale Menschenrechtsinstitutionen, die kolumbianische Defensoría del Pueblo und das Deutsche Institut für Menschenrechte; Kooperationspartner war das Regionale Zentrum für Unternehmen und verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln (Centro Regional de Empresas y Emprendimientos Responsable, CREER).
35 der 36 Regionalbüros der Defensoría sowie 15 Mitarbeitende der Zentrale in Bogotá nahmen teil. Die Regionalbüros der Defensoría arbeiten dezentral. Sie haben daher einen direkten Zugang zur Bevölkerung und ihren Arbeits- und Lebensbedingungen, zum Teil auch zu den vor Ort tätigen Unternehmen. Theoretisch haben sie dadurch eine wichtige Rolle in der Kooperation im Bereich Wirtschaft und Menschenrechte inne. Allerdings ergab das Training, dass 80 Prozent der Regionalbüros bisher selten bis nie Erfahrungen darin gemacht hatten, Unternehmen praktisch bei der Entwicklung von Maßnahmen zur Umsetzung der Sorgfaltspflicht zu unterstützen.

Das Training ist Teil einer Kooperation zwischen den beiden Nationalen Menschenrechtsinstitutionen, die Kooperation soll bestehende Schutzlücken im Menschenrechtsschutzsystem schließen helfen. Diese Schutzlücken entstehen, weil Menschenrechte national verankert sind, während Unternehmen transnational arbeiten.
Die wichtigen Ergebnisse des Trainings wurden in Gruppen erarbeitet – entlang der Themen Prävention, Überwachung, Zugang zu Abhilfe. Die Teilnehmenden betonten, dass die Kooperation zwischen den Regionalbüros, aber auch mit anderen Nationalen Menschenrechtsinstitutionen, unabdingbar für eine Prävention von Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen ist. Wirksames Monitoring der Auswirkungen unternehmerischer Tätigkeit bedarf, so die Mitarbeitenden in den Regionalbüros, auch bei ihnen selbst verbesserte Kapazitäten für die Durchführung von Risikoanalysen. Insgesamt sprachen sich die Teilnehmenden auch für mehr Forschung und Zusammenarbeit unterschiedlicher Institutionen und Disziplinen aus.
Bezüglich des Zugangs zum Recht sahen die Teilnehmenden ihre Rolle im Bereich gerichtlicher Abhilfe darin, auf den Abbau rechtlicher und prozessualer Hürden für von Menschenrechtsverletzungen Betroffene hinzuwirken. Im Bereich außergerichtliche Abhilfe sollten die Regionalbüros Unternehmen dabei unterstützen, gemeinsam mit Betroffenen legitime und zugängliche Beschwerdemechanismen auf Unternehmensebene zu entwickeln.
(D. Utlu, J. Niebank)

Weitere Informationen:
Ermitteln menschenrechtlicher Risiken und Auswirkungen
Zugang zum Recht

Nach oben