Ermitteln menschenrechtlicher Auswirkungen

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Ermitteln menschenrechtlicher Risiken und Auswirkungen

Unternehmerisches Handeln kann weitreichende gesellschaftliche Auswirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette haben. Entweder unmittelbar auf die eigenen Mitarbeitenden oder auf Gemeinden in der Nähe der Produktionsstandorte, beispielsweise durch die Behinderung gewerkschaftlicher Organisation und das Umsiedeln von Personengruppen. Oder indem Unternehmen die Lebensumgebung beeinträchtigen: So schädigt zum Beispiel die Verschmutzung des Bodens und des Wassers mit Quecksilber beim Abbau von Gold die Gesundheit der Anwohnerinnen und Anwohner und wirkt sich damit nachteilig auf ihr Recht auf körperliche und geistige Unversehrtheit aus (Art. 12, UN-Sozialpakt). Mit dem Goldabbau kann dann als indirekte Folgewirkung beispielsweise auch der Zugang von Kindern zu Bildung beschränkt werden, wenn sie aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen lange oder gar nicht mehr am Schulunterricht teilnehmen können und der Staat ihnen keine barrierefreien Schulen zur Verfügung stellt (Art. 13, Sozialpakt).

Die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (PDF, 982 KB, nicht barrierefrei), die im Jahr 2011 vom Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen verabschiedet wurden, verdeutlichen die gesellschaftliche Verantwortung von Wirtschaftsunternehmen. Sie fordern alle Unternehmen - unabhängig von ihrer Größe, ihrem Sektor und ihrer Struktur - dazu auf, die Menschenrechte in allen ihren Aktivitäten zu achten. Zudem illustrieren die Leitprinzipien, wie Unternehmen vorgehen sollten, um den gesellschaftlichen Erwartungen an sie gerecht zu werden.

Menschenrechtliche Risiken der eigenen Unternehmenstätigkeit feststellen

Menschenrechtliche Sorgfalt (human rights due diligence) erfordert von Unternehmen, menschenrechtliche Risiken der eigenen Unternehmenstätigkeit und bereits bestehende nachteilige Auswirkungen festzustellen. Um die Achtung der Menschenrechte fortlaufend zu gewährleisten, sollten Unternehmen versuchen, nachteiligen Auswirkungen vorzubeugen und bereits aufgetretene negative Auswirkungen wiedergutzumachen beziehungsweise den Opfern Abhilfe zu verschaffen. Sie sollten ihren Stakeholdern und der Gesellschaft kontinuierlich über ihre Risiken und Maßnahmen berichten.

Die Achtung der Menschenrechte und grundlegender Freiheiten aller Personen, die potenziell von einer Unternehmensaktivität und deren Auswirkungen betroffen sein könnten, gewinnt in Unternehmen zunehmend an Bedeutung. Das Deutsche Institut für Menschenrechte setzt sich dafür ein, die wachsende Auseinandersetzung mit den Themen "Menschenrechtliche Folgenabschätzung" (Human Rights Impact Assessment) und "Menschenrechtliche Risikoanalyse" (Human Rights Risk Analysis) weiter voranzutreiben.

Zusammen mit dem Deutschen Global Compact Netzwerk und twentyfifty hat das Deutsche Institut für Menschenrechte die Broschüre "Menschenrechtliche Risiken und Auswirkungen ermitteln" veröffentlicht. Die Broschüre stellt in fünf Fallbeispielen verschiedene Formen der Risikoanalyse und Folgenabschätzung aus Unternehmerperspektive vor und gewährt einen Einblick, wie Unternehmen ihre Sorgfaltspflichten umsetzen. Dies diskutierten sie bisher oft nur im geschlossenen Kreis.

Publikation: Menschenrechtliche Risiken und Auswirkungen ermitteln - Perspektiven aus der Unternehmenspraxis

Debatte "Wirtschaft und Menschenrechte: Wie können Unternehmen menschenrechtliche Risiken und Auswirkungen ermitteln? - Antworten aus der Praxis" am 20. Juni 2016 in Berlin

Audiomitschnitte der Debatte "Wirtschaft und Menschenrechte: Wie können Unternehmen menschenrechtliche Risiken und Auswirkungen ermitteln - Antworten aus der Praxis":

 

 

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Kontakt

Deniz Utlu
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Rohstoffsektor, Human Rights Impact Assessments, Wirtschaftspolitik
Tel.: 030 25 93 59 - 469
E-Mail: utlu(at)institut-fuer-menschenrechte.de