Int. Dekade für Menschen Afrikanischer Abstammung

Servicenavigation

Sie befinden sich hier: Themen > Schutz vor Rassismus >  Int. Dekade für Menschen Afrikanischer Abstammung

Internationale Dekade für Menschen Afrikanischer Abstammung (2015-2024)

Die Internationale Dekade für Menschen Afrikanischer Abstammung wurde am 23. Dezember 2013 mit der Resolution 68/237 (PDF, 38 KB, nicht barrierefrei) der UN-Generalversammlung beschlossen. Sie steht unter dem Motto "Menschen Afrikanischer Abstammung: Anerkennung, Gerechtigkeit und Entwicklung". Die Staatengemeinschaft hat sich dazu verpflichtet, bis 2024 die Anerkennung, Rechte und Entwicklung von Menschen Afrikanischer Abstammung zu fördern und rassistische Diskriminierung und Rassismus zu bekämpfen.

Eröffnung der Dekade in Deutschland (7. Juni 2016)

Die Dekade wurde am 7. Juni 2016 im Beisein von Mactar Ndoye, Vertreter des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, mit der Fachveranstaltung "Menschenrechte in der Praxis: Erfahrungen von Menschen Afrikanischer Abstammung in Deutschland" in Berlin eröffnet.

Menschen Afrikanischer Abstammung gehören seit Jahrhunderten zu Deutschland. Dennoch sind sie zahlreichen Diskriminierungen ausgesetzt. Umso wichtiger ist es, dass ihre Perspektive und ihre Erfahrungen Beachtung finden. Im Aktionsprogramm für die Dekade, Resolution 69/16 der UN-Generalversammlung vom 1. Dezember 2014 (PDF, 75 KB, nicht barrierefrei), sind konkrete Handlungsfelder und Maßnahmen beschrieben, die von Staaten ergriffen werden müssen, um Rassismus und rassistischer Diskriminierung entgegenzutreten.

Außerdem sind die Staaten aufgefordert, auch selbst rassistische Diskriminierungen zu unterlassen, wozu etwa die in Deutschland weit verbreitete polizeiliche Praxis des "Racial Profiling" gehört. Hendrik Cremer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Instituts für Menschenrechte, hat in seinem Vortrag "Das Verbot der rassistischen Diskriminierung nach Art. 3 Abs. 3 GG und die Methode des 'Racial Profiling'" (PDF, 247 KB, nicht barrierefrei) bei der Eröffnung der Dekade deutlich gemacht, dass die Praxis des "Racial Profiling" in Deutschland abgeschafft werden muss.

UN-Arbeitsgruppe zur Situation von Menschen Afrikanischer Abstammung zu Besuch in Deutschland (20.-27. Februar 2017)

Vom 20. bis 27. Februar 2017 besuchte die UN-Arbeitsgruppe von Expert_innen für Menschen Afrikanischer Abstammung (United Nations Working Group of Experts on People of African Descent) Deutschland. Die Arbeitsgruppe war auch zu einem Gespräch im Institut, wobei es unter anderem um die Bedeutung des Themas Rassismus in der Menschenrechtsbildung – im Bereich Schule und im Bereich Justiz – ging, sowie um die polizeiliche Praxis des "Racial Profiling".

Die UN-Arbeitsgruppe hat der Öffentlichkeit zum Abschluss ihres Besuchs am 27. Februar erste Ergebnisse (PDF, 64 KB, nicht barrierefrei) vorgestellt. Die UN-Arbeitsgruppe geht auf die Weltkonferenz gegen Rassismus und rassistische Diskriminierung in Durban 2001 zurück. Die Konferenzstaaten, darunter auch Deutschland, hatten zum Abschluss der Konferenz eine Erklärung und ein Aktionsprogramm verabschiedet, das auch die Einsetzung der Arbeitsgruppe vorsah. Die Arbeitsgruppe ist ein Sondermechanismus des UN-Menschenrechtsrates. Sie hat das Mandat, die Situation von Menschen Afrikanischer Abstammung in der afrikanischen Diaspora zu untersuchen. Sie soll insbesondere Empfehlungen aussprechen, damit die rassistische Diskriminierung von Menschen Afrikanischer Abstammung überwunden wird. Hierzu hat sie auch das Mandat, Länder zu besuchen. Deutschland besuchte die Arbeitsgruppe 2017 zum ersten Mal.

Das Institut hat den Bundesländern anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels am 25. März 2017 und unter Bezugnahme auf die Ergebnisse der UN-Arbeitsgruppe in einer Pressemitteilung empfohlen, das Thema Rassismus in die Bildungspläne aufzunehmen.

Den endgültigen Bericht über ihren Besuch in Deutschland hat die UN-Arbeitsgruppe am 26. September 2017 im UN-Menschenrechtsrat vorgestellt. Das Institut hat in der Sitzung (Video) ebenfalls eine Stellungnahme (PDF, 34 KB, nicht barrierefrei) abgegeben und darin die Empfehlungen der Arbeitsgruppe an Deutschland hervorgehoben, Maßnahmen zu ergreifen, um diskriminierende Praktiken, insbesondere des Racial Profiling, effektiv entgegenzutreten.

Weitere Informationen zur UN-Arbeitsgruppe:

Website der UN-Arbeitsgruppe
World Conference against Racism, Racial Discrimination, Xenophobia and Related Intolerance


Regionale Konferenz der Dekade für Menschen Afrikanischer Abstammung für Europa, Nord-Amerika und Zentralasien (24.-25. November 2017)

Vom 24. bis 25. November 2017 hat eine regionale Konferenz der Dekade für Menschen Afrikanischer Abstammung für Europa, Nord-Amerika und Zentralasien bei den UN in Genf stattgefunden. Im Abschlussdokument (PDF, 277 KB, nicht barrierefrei) haben die Mitgliedstaaten eine Reihe von Maßnahmen hervorgehoben, um Diskriminierung wirksam entgegenzutreten. Dazu gehören unter anderem effektive Maßnahmen zur Abschaffung jeglicher Praxis von Racial Profiling. An der Konferenz hat auch eine Delegation deutscher Selbstorganisationen teilgenommen, die eine gemeinsame Erklärung (PDF, 135 KB, nicht barrierefrei) erstellt haben.

Weitere Informationen zur Internationalen Dekade für Menschen Afrikanischer Abstammung:

Website "Dekade für Menschen Afrikanischer Abstammung"