Religionsfreiheit

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Religionsfreiheit

Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit sind klar im internationalen Recht verankert. Menschen haben das Recht, eine Religion oder Weltanschauung zu haben, sie zu wechseln oder keiner Religion anzugehören. Sie haben auch das Recht, allein oder in Gemeinschaft nach diesen Überzeugungen zu leben. Debatten innerhalb der Vereinten Nationen führten in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts dazu, Religions- und Weltanschauungsfreiheit weit auszulegen. Erst dieses weite Verständnis öffnet den Raum für die Vielfalt menschlichen Daseins. Dieses kann nicht auf einige wenige Religionen festgeschrieben werden.

Die Religions- und Weltanschauungsfreiheit hat zudem viele Berührungspunkte mit anderen Menschenrechten. Dazu gehören die Meinungsfreiheit, Frauenrechte, die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Nicht-Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung oder Geschlechtsidentität. Die Religions- und Weltanschauungsfreiheit führt an diesen Berührungspunkten häufig zu Kontroversen. Die Perspektive der Menschenrechte einzunehmen hilft dabei, die Vielschichtigkeit der damit einhergehenden Fragen besser zu verstehen und klarer begründete Entscheidungen zu treffen. Das gilt beispielsweise für die Vollverschleierung oder den schmalen Grat zwischen Meinungsfreiheit und kollektiven Formen religiösen Hasses.

Die Religions- und Weltanschauungsfreiheit nimmt schließlich eine wichtige Rolle in der Gesellschaft ein, in der immer mehr Menschen mit verschiedenen religiösen und weltanschaulichen Ansichten und Überzeugungen zusammenleben. Diese Entwicklung – teilweise bedingt durch globale Migrationsprozesse - ist auch ein Grund für die wachsende politische Aufmerksamkeit für dieses Menschenrecht.

Lesetipps:
Heiner Bielefeldt (2012): Streit um die Religionsfreiheit. Aktuelle Facetten der internationalen Debatte (PDF, nicht barrierefrei)

Deutsches Institut für Menschenrechte (2014): Umgang mit kollektiven Erscheinungsformen religiösen Hasses – Zusammenfassende Information anlässlich des Berichts des Sonderberichterstatters der Vereinten Nationen über Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Heiner Bielefeldt