Pressemitteilung: Menschenrechte älterer Flüchtlinge achten! / Internationaler Tag der älteren Menschen am 1. Oktober

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Porträt einer alten Dame. Über dem Porträt steht geschrieben: Recht auf Gesundheit

© DIMR

Pressemitteilung: Menschenrechte älterer Flüchtlinge achten! / Internationaler Tag der älteren Menschen am 1. Oktober

Berlin – Anlässlich des Internationalen Tages der älteren Menschen am 1. Oktober erneuert das Deutsche Institut für Menschenrechte seine Forderung nach Verbesserung des Schutzes der Menschenrechte Älterer und macht auf die "unsichtbare" Gruppe der älteren Flüchtlinge aufmerksam.

"Ältere Menschen sind im Krieg oder durch Naturkatastrophen besonders gefährdet. Da der Anteil älterer Menschen weltweit wächst, muss auch davon ausgegangen werden, dass der Anteil älterer Menschen auf der Flucht zunimmt. Oft bleiben sie ohne Schutz in der Heimat zurück. Wenn sie fliehen, haben ältere Menschen große Barrieren zu überwinden und werden häufig zurückgelassen. Die internationale Hilfe sollte daher ältere Flüchtlinge besonders in den Blick nehmen.

Ältere Flüchtlinge, die Zielländer wie Deutschland erreichen, sollten zudem dabei unterstützt werden, ihre Rechte in Deutschland wahrzunehmen. Die Registrierungsstellen müssen für ältere Flüchtlinge mit körperlichen Einschränkungen erreichbar sein. Langes Anstehen etwa führt zu einer Verschlechterung ihres Zustandes und oft dazu, dass sie abgedrängt werden. Es muss sichergestellt werden, dass sie altersangemessen mit Nahrung und Getränken sowie medizinisch und psychologisch versorgt werden.

Die im Asylpaket vorgesehene Umstellung der Leistungen auf Sachmittel ist ein Rückschritt, da eine Versorgung entsprechend den individuellen Bedürfnissen älterer Flüchtlinge so nicht gewährleistet werden kann. Flüchtlingsunterkünfte müssen barrierefrei angelegt sein, um älteren Flüchtlingen Bewegungsfreiheit und Autonomie zu gewährleisten. Ebenso muss für ältere Flüchtlinge ausreichend Schutz vor Gewalt und Ausbeutung bestehen. Die medizinische Versorgung von älteren Flüchtlingen muss auf chronische Krankheiten und Pflegebedarfe ausgeweitet werden. Hierauf stellt das Asylbewerberleistungsgesetz nicht ab.

Ältere Flüchtlinge verstärkt in den Blick zu nehmen heißt auch, ihre Potenziale für die Gesellschaft zu erkennen und zu nutzen. Ältere Flüchtlinge können einen besonderen Beitrag zur Integration leisten; insbesondere können sie mit ihrer Erfahrung jenseits des Arbeitsmarktes zur Unterstützung der Familie und der Gemeinschaftsstrukturen beitragen.
Das Institut empfiehlt der Bundesregierung, die humanitäre Hilfe im Ausland auch auf ältere Flüchtlinge auszurichten. Zudem empfiehlt das Institut der Bundesregierung, die Gruppe der Älteren bei der Flüchtlingsversorgung verstärkt in den Fokus zu nehmen und ihre Menschenrechte aus dem UN-Zivilpakt und dem UN-Sozialpakt zu gewährleisten. Die verletzliche Gruppe der älteren Flüchtlinge muss sichtbar werden."

Pressekontakt:
Bettina Hildebrand, Pressesprecherin
Telefon +49 30  25 93 59 14 * 0160 96 65 00 83
E-Mail: hildebrand(at)institut-fuer-menschenrechte.de