Partizipation von Kindern

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Partizipation: Ein Kinderrecht

Das Recht auf Partizipation zeigt einen grundlegenden Wandel auf in der Wahrnehmung von Kindern: Kinder sind Rechtssubjekte, sie üben ihre Rechte eigenständig aus. Das in der UN-Kinderrechtskonvention (KRK) in Artikel 12 garantierte Recht auf Mitsprache und Beteiligung bringt ein Verständnis von Kindern als aktive Mitglieder der Gesellschaft zum Ausdruck. Dieses Recht gilt für Kinder jeden Alters.

FAQ: Warum sollen Kinder beteiligt sein?

Partizipation: Ein Kinderrecht und Grundprinzip der UN-Kinderrechtskonvention

In der KRK ist das Recht des Kindes auf Partizipation in zahlreichen Artikeln verankert. Die Kernvorschrift ist Artikel 12. Sie besagt, dass jedes Kind das Recht hat, seine oder ihre Meinung in allen das Kind berührenden Angelegenheiten frei zu äußern. Die Meinung des Kindes muss angemessen und entsprechend des Alters und der Reife des Kindes berücksichtigt werden.

Das Recht des Kindes auf Mitsprache und Beteiligung ist gleichzeitig ein Grundprinzip der UN-Kinderrechtskonvention, das heißt: über die Formulierung eines Rechts hinaus beschreibt es, wie Kinderrechte umgesetzt werden sollen. Deshalb ist dieses Recht bei der Auslegung und Anwendung aller Kinderrechte zu beachten.

Ein Beispiel: Die KRK enthält das Recht des Kindes auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit. Das Recht auf Mitsprache und Beteiligung verlangt, Kinder in Entscheidungen über ihre eigene Gesundheit einzubeziehen und unter anderem  angemessen über  geplante Behandlungen und ihre Folgen aufzuklären.

Partizipation und Entwicklungszusammenarbeit

Kinder und Jugendliche werden oft als Schutzbefohlene erwachsener Erziehungsberechtigter gesehen und geraten so aus dem Blick der Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Eine vermittelte Förderung ihrer Rechte zum Beispiel über Maßnahmen zur Förderung von Familien reicht aber nicht aus. Ebenso wenig sind Kinder und Jugendliche Objekte von Entwicklungsmaßnahmen, sondern haben ein Recht auf Partizipation an ihnen. Für die  EZ bedeutet das,

  • Kinder als eigenständige Zielgruppe anzuerkennen und zu analysieren,
  • ihre Meinung in die Konzeption, Durchführung und Bewertung von Maßnahmen einzubeziehen und
  • Maßnahmen zu entwickeln, die die Partizipation von Kindern stärken – in allen Angelegenheiten, die Kinder betreffen.

Diesen Grundsatz gilt es, in die Programme selbst wie auch in die Beratung einzubringen und voranzutreiben.

Die Mitsprache und Beteiligung von Kindern setzt einige Standards voraus, die in der Allgemeinen Bemerkung Nr. 12 zur KRK dargelegt sind: eine kinderfreundliche Umgebung, kindspezifische Methoden und kindgerechte Informationen sowie Transparenz und respektvolle Behandlung von Kindern gehören dazu.

Die Allgemeine Bemerkung Nr. 12 beschreibt zudem exemplarisch die Umsetzung des Rechts auf Partizipation in verschiedenen Lebensbereichen; darunter Familie, Gesundheitswesen, Bildung, Gewalt- und Notsituationen oder bei der Prävention von Kinderrechtsverletzungen.

Weiterführende Links

Kontakt

Lena Stamm
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Koordination Projekt "Kinderrechte in der Entwicklungspolitik"
Tel.: 030 25 93 59 - 472
E-Mail: stamm(at)institut-fuer-menschenrechte.de