Sexuelle Selbstbestimmung

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Sexuelle Selbstbestimmung

Bekämpfung von Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität – Möglichkeiten für die Entwicklungszusammenarbeit 

Menschenrechte gelten für alle Personen - nicht nur ungeachtet ihrer Herkunft, Religion oder ethnischen Zugehörigkeit, sondern auch ungeachtet ihrer Geschlechtsidentität und sexuellen Orientierung. Menschen, die offen oder versteckt eine sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität leben, die nicht den Mehrheitsnormen entspricht, werden oft mit dem Kürzel LSBTI benannt, hinter dem die Kategorien Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle stehen. Eine andere Bezeichnung ist "sexuelle Minderheiten".

LSBTI werden in vielen Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit gesellschaftlich ausgegrenzt oder staatlich verfolgt. In einigen dieser Staaten kann für "homosexuelle Handlungen" sogar die Todesstrafe verhängt werden. Ein Bericht des Menschenrechtshochkommissariates der Vereinten Nationen vom Dezember 2011 fasst die Menschenrechtsverletzungen weltweit aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität zusammen.

Der staatlichen wie auch der nicht-staatlichen Entwicklungszusammenarbeit fällt es vor diesem Hintergrund oft schwer, Organisationen sexueller Minderheiten zu unterstützen und gesellschaftlichen, rechtlichen und politischen Wandel zu fördern.

Studie "Menschenrechte stärken! Deutsche Förderung von LSBTI-Menschenrechtsarbeit im Globalen Süden und Osten" (Regenbogen-Philantropie 3) (2014)

Forschungsprojekt "Wie kann Entwicklungspolitik und -zusammenarbeit zivilgesellschaftliche Organisationen, die zu sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität arbeiten, dabei unterstützen, gesellschaftlich verankerte Diskriminierung zu bekämpfen?" (2011-2014)

Praktische Hinweise zur Umsetzung von Menschenrechten in Bezug auf sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität in der Entwicklungszusammenarbeit

Zivilgesellschaftlicher Beitrag zur Förderung der Menschenrechte in Bezug auf sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität durch die Außen- und Entwicklungspolitik

Afrikanische Menschenrechts-Verteidigerinnen und -Verteidiger zu Gast im Institut

Fachtreffen zu LSBTI und Entwicklungszusammenarbeit am 13.09.2011

Studie "Menschenrechte fördern! Deutsche Unterstützung für lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und inter* Menschenrechtsarbeit im Globalen Süden und Osten"(Regenbogen-Philanthropie 2) (2011)


Studie "Menschenrechte stärken! Deutsche Förderung von LSBTI-Menschenrechtsarbeit im Globalen Süden und Osten" (Regenbogen-Philanthropie 3) (2014)

Zusammen mit der gemeinnützigen Gesellschaft Dreilinden hat das Institut am 28.11.2014 eine Studie veröffentlicht, in der zum dritten Mal das deutsche Geberverhalten zur Förderung von LSBTI-Menschenrechtsprojekten im Globalen Süden und Osten erfasst wird. Die Studie untersucht, in welchem finanziellen Umfang und mit welcher Zielsetzung deutsche staatliche und nicht-staatliche Organisationen und Institutionen die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter* im Jahr 2013 weltweit gefördert haben.

Zur Pressemitteilung

Zur Studie (PDF, 2MB, barrierefrei)

Zur Webseite von Dreilinden gGmbH

Zur Vorgängerstudie aus dem Jahr 2011 mit Zahlen von 2010


Forschungsprojekt "Wie kann Entwicklungspolitik und -zusammenarbeit zivilgesellschaftliche Organisationen, die zu sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität arbeiten, dabei unterstützen, gesellschaftlich verankerte Diskriminierung zu bekämpfen?" (2011-2015)

In einem auf mehrere Jahre angelegten Projekt wollte das Deutsche Institut für Menschenrechte erforschen, wie Entwicklungszusammenarbeit gesellschaftlich stigmatisierte Gruppen unterstützen kann. Wie gestalten LSBTI-Gruppen im Globalen Süden und Osten ihre Strategien, um gesellschaftlich verankerte Diskriminierung zu bekämpfen? Wie verknüpfen sie ihre Bemühungen mit dem internationalen Menschenrechtsdiskurs? Und wie können international Geber und Förderer sie dabei unterstützen, ohne sie gleichzeitig dem Vorwurf des "westlichen Werteimperialismus" auszusetzen? 

Die nun vorliegende Studie erklärt, warum Entwicklungszusammenarbeit LSBTI fördern sollte. Sie schildert, wie LSBTI-Aktivist_innen im Globalen Süden arbeiten, auf welche Herausforderungen sie stoßen und welche Erfahrungen sie beim Umgang mit Entwicklungszusammenarbeitsinstitutionen gemacht haben. Daneben umreißt die menschenrechtlichen Verpflichtungen Deutschlands und seiner Partnerländer und untersucht, welchen Beitrag menschenrechtliche Instrumente wie nationale Menschenrechtsinstitutionen und der Universal Periodic Review leisten können.

Andrea Kämpf (2015): Just head-banging won’t work”. How state donors can further human rights of LGBTI in development cooperation and what LGBTI think about it. (1MB, pdf)

Das Projekt wurde von der gemeinnützigen Dreilinden gGmbH gefördert.

Englische Beschreibung des Forschungsprojektes (PDF, 47 KB, nicht barrierefrei)

Interview vom 18.Juli 2013 "LSBTI sind willkürlichen Übergriffen ausgeliefert"


Praktische Hinweise zur Umsetzung von Menschenrechten in Bezug auf sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität  in der Entwicklungszusammenarbeit

In Kooperation mit dem Sektorprogramm Menschenrechte der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat das Institut ein „E-Info-Tool“ zu Menschenrechten in Bezug auf sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität in der Entwicklungszusammenarbeit konzipiert und erstellt.

Das englischsprachige Tool "Sexual orientation and gender identity as human rights issues in development cooperation" gibt einen Überblick über die relevanten menschenrechtlichen Verpflichtungen, beleuchtet schlaglichtartig die Situation von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter* (LSBTI) weltweit und stellt Beispiele vor, wie deutsche Entwicklungszusammenarbeit bisher die Menschenrechte von LSBTI fördert.  Es will Fachkräfte der Entwicklungszusammenarbeit motivieren, sich noch stärker als bisher für die Förderung der Menschenrechte in Bezug auf sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität einzusetzen.

Das Tool erscheint im Rahmen der Serie "E-Info-Tools". Diese Serie gibt das Deutsche Institut für Menschenrechte zusammen mit der GIZ heraus.

Ein Beispiel für eine Förderung von LSBTI durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ist die Arbeit im Gesundheitssektor in Kenia. Dokumentiert ist das deutsch-kenianische Gesundheitsprogramm in: Promising Practice: Health - Ensuring inclusion and access to quality health care in Kenya.


Zivilgesellschaftlicher Beitrag zur Förderung der Menschenrechte in Bezug auf sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität durch die Außen- und Entwicklungspolitik

Das Institut organisierte zusammen mit der Hirschfeld-Eddy-Stiftung am 26. April 2013 eine Kick-off-Veranstaltung. Ziel der Veranstaltung war die Erweiterung des zivilgesellschaftlichen Bündnisses "Yogyakarta-Allianz", welches sich kontinuierlich und anlassbezogen zu Fragen der Einbeziehung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intermenschen (LSBTI) in die deutsche Entwicklungs- und Außenpolitik äußern will.

Zur Dokumentation der Veranstaltung


Afrikanische Menschenrechts-Verteidigerinnen und -Verteidiger zu Gast im Institut

Am 21. November 2012 waren 14 Menschenrechtsverteidigerinnen und –verteidiger sowie Repräsentantinnen und Repräsentanten von Glaubensgemeinschaften, die sich für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter* (LSBTI) einsetzen, aus Afrika und dem Libanon zu Gast im Deutschen Institut für Menschenrechte.

Zur Dokumentation der Veranstaltung


Fachtreffen zu LSBTI und Entwicklungszusammenarbeit am 13.09.2011

Zusammen mit der gemeinnützigen Dreilinden gGmbH veranstaltete das Institut am 13.09.2011 ein Fachtreffen zu Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter* in der Entwicklungszusammenarbeit. Dieses Jahr fragten wir danach, welche Auswirkungen politische Interventionen und Entwicklungszusammenarbeit auf die Rechte von LSBTI haben und wie negative Auswirkungen vermieden und positive gefördert werden können. Vorgestellt und diskutiert wurden auch die Ergebnisse der Studie "Menschenrechte fördern! Deutsche Unterstützung für lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und inter* Menschenrechtsarbeit im Globalen Süden und Osten", die am 31. August 2011 in Berlin der Presse präsentiert wurde.

Zur Dokumentation des Fachtreffens


Studie "Menschenrechte fördern! Deutsche Unterstützung für lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und inter* Menschenrechtsarbeit im Globalen Süden und Osten"(Regenbogen-Philanthropie 2) (2011)

Zusammen mit der gemeinnützigen Gesellschaft Dreilinden hat das Institut am 31.08.2011 eine Studie veröffentlicht, in der zum zweiten Mal das deutsche Geberverhalten zur Förderung von LSBTI-Menschenrechtsprojekten im Globalen Süden und Osten erfasst wird. Die Studie untersucht, in welchem finanziellen Umfang und mit welcher Zielsetzung deutsche staatliche und nicht-staatliche Organisationen und Institutionen die Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter* im Jahr 2010 weltweit gefördert haben. Darüber hinaus gibt sie einen Überblick über die Situation von LSBTI weltweit und die Anwendbarkeit der Menschenrechte auf Fragen der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität (SOGI). Die Studie stellt außerdem weitere Anforderungen an Förderer in der EZ, um die Menschenrechte von LSBTI stärker zu berücksichtigen. Indem sie nicht nur die Inhalte politischer Absichtserklärungen analysiert, sondern auch, inwieweit diese tatsächlich mit Finanzmitteln hinterlegt werden, ist sie außerdem ein wegweisendes Beispiel dafür, wie Zivilgesellschaft staatliche Entwicklungszusammenarbeit überwachen kann.

Studie "Menschenrechte fördern! Deutsche Unterstützung für lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und inter* Menschenrechtsarbeit im Globalen Süden und Osten"

"Ein Gradmesser für den Menschenrechtsschutz" - Interview mit Andrea Kämpf anlässlich der Veröffentlichung der Studie

Die Menschenrechtssituation von Menschen, deren sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität nicht den Mehrheitsnormen entspricht, ist in vielen Teilen der Welt schwierig. Wie können ihre Rechte mit deutscher Unterstützung nachhaltig gestärkt werden? Anlässlich der Veröffentlichung der Studie "Menschenrechte fördern! Deutsche Unterstützung für lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und inter* Menschenrechtsarbeit im Globalen Süden und Osten" sprachen wir darüber mit Andrea Kämpf, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Menschenrechte. (01.09.2011)

Zum Interview

Pressemitteilung: Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bi-, Intersexuellen und Transgender in Entwicklungs- und Transformationsländern systematischer fördern (31.08.2011)

Die Vorgängerstudie aus dem Jahr 2009:
"Regenbogen-Philanthropie!" Bericht vom 21. Juni 2009 (PDF, 5 MB, nicht barrierefrei)

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