Was ist Diskriminierung und was sind ihre sozialen Folgen?

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Was ist Diskriminierung und was sind ihre sozialen Folgen?

Das Gleichheitsgebot und der Schutz vor Diskriminierung sind Strukturprinzipien der Menschenrechte. 

Diskriminierungen finden auf verschiedenen Ebenen statt, direkt und indirekt. Direkte Diskriminierung ist die Folge bestimmter Regelungen oder Maßnahmen, die unmittelbar an ein verbotenes Diskriminierungsmerkmal anknüpfen, zum Beispiel, wenn Frauen vom Wahlrecht ausgeschlossen werden. Auf indirekte Weise können auch scheinbar neutrale Regelungen, Kriterien oder Verfahren faktisch bestimmte Gruppen von Menschen diskriminieren. Dies ist etwa der Fall, wenn Schulunterricht in einer Sprache stattfindet, die sprachliche Minderheiten nicht beherrschen.

Eine besondere Herausforderung stellen solche Diskriminierungen dar, die durch das Zusammenspiel gesellschaftlicher Regeln und/oder institutioneller Verfahren zur Benachteiligung von Bevölkerungsgruppen in zentralen Lebensbereichen führen. Ein solches Zusammenspiel wird als strukturelle oder institutionelle Diskriminierung bezeichnet. Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsteile, wie zum Beispiel indigener Völker, kann die Folge sein. 

Schließlich spricht man von Mehrfachdiskriminierung, wenn sich Diskriminierungen aufgrund mehrerer Merkmale addieren. So werden indigene Frauen oft nicht nur aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit, sondern auch aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert. 

Tipps zum Weiterlesen:

Leseempfehlung

Julia Kercher, Claudia Mahler (2015): Die Nachhaltigkeitsziele oder Sustainable Development Goals – Chance für die Umsetzung von Menschenrechten in und durch Deutschland. Aktuell. Deutsches Institut für Menschenrechte, 4 S.

Kämpf, Andrea (2013): Mehr Menschenrechte durch Rechenschaftslegung. Warum die deutsche Entwicklungszusammenarbeit einen menschenrechtlichen Beschwerdemechanismus braucht. Policy Paper. Deutsches Institut für Menschenrechte, 32 S.

Deutsche Geschellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) (2013): Promising Practices - On a human rights-based approach in German development cooperation. GIZ, 40 S.