Handlungskompetenz für Verbände

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Handlungskompetenz für Verbände

Das Projekt "Diskriminierungsschutz: Handlungskompetenz für Verbände"

Von Januar 2009 bis Dezember 2011 führte das Deutsche Institut für Menschenrechte das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderte Projekt "Diskriminierungsschutz: Handlungskompetenz für Verbände" durch. Ziel des Projektes war es, die Durchsetzung und Geltendmachung von Antidiskriminierungsrechten durch Verbände zu stärken und damit insgesamt eine Kultur der Nichtdiskriminierung in Deutschland zu fördern.
Denn obwohl mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) im August 2006 eine gesetzliche Grundlage geschaffen wurde, um den Rechtsschutz für von Diskriminierung betroffene Personen zu verbessern, bestehen nach wie vor erhebliche Defizite bei der Wahrnehmung und Durchsetzung von Antidiskriminierungsrechten. Gerade für Betroffene von Diskriminierung ist es schwierig, ihr Menschenrecht auf Schutz vor Diskriminierung in Anspruch zu nehmen und gerichtliche sowie außergerichtliche Beschwerdemöglichkeiten zu nutzen.
Nur ein effektiver Diskriminierungsschutz stellt aber sicher, dass Menschenrechte keine Privilegien einer bevorzugten Gruppe sind. Ein effektiver Diskriminierungsschutz gewährleistet gleiche Möglichkeiten zur tatsächlichen Ausübung von Menschenrechten und ist damit unabdingbar, um die gesellschaftliche Ausgrenzung marginalisierter Gruppen zu überwinden sowie eine vollständige und wirksame Teilhabe und Inklusion zu verwirklichen. Die Kenntnis der und das Bewusstsein für Antidiskriminierungsrechte sowie deren Durchsetzung stellen dabei Grundvoraussetzungen für einen effektiven Diskriminierungsschutz dar.

Die Rolle von Verbänden bei der Mobilisierung von Antidiskriminierungsrechten

Verbänden kommt bei der Durchsetzung und Geltendmachung von Antidiskriminierungsrechten eine wichtige Rolle zu. Sie können einerseits Betroffene über ihre Rechte informieren, sie beraten und in Gerichtsverfahren unterstützen. Andererseits können Verbände unter bestimmten Umständen selbst klagen und mit strategischen Prozessen und Präzedenzfällen weitreichende Veränderungen erzielen. Unter anderem aufgrund eines fehlenden Bewusstseins und Wissens nutzen allerdings nur wenige Verbände in Deutschland bisher ihre Möglichkeiten, sich in Gerichts- und Beschwerdeverfahren für den Diskriminierungsschutz einzusetzen. Obwohl sich viele Verbände bereits seit langem für die Überwindung von Benachteiligungen bestimmter gesellschaftlicher Gruppen einsetzen und sich seit dem Inkrafttreten des AGG eine Professionalisierung, Bündelung und Spezialisierung der Antidiskriminierungsarbeit beobachten lässt, verfolgen bisher zu wenige der Verbände einen expliziten Antidiskriminierungsansatz. Das Projekt setzte an diesem Punkt an und unterstützte Verbände durch Beratungs-, Informations- und Fortbildungsangebote bei der Stärkung ihrer Handlungskompetenzen in Gerichts- und Beschwerdeverfahren sowie bei der Entwicklung eines Selbstverständnisses als Antidiskriminierungsverband.

Projektdokumentation

Zum Projekt ist eine Dokumentation erschienen, "Verbände aktiv gegen Diskriminierung. Das Projekt Diskriminierungsschutz: Handlungskompetenz für Verbände", in der die Rolle von Verbänden bei der Mobilisierung von Antidiskriminierungsrechten sowie die Maßnahmen und Ergebnisse des Projekts vorgestellt und ausführliche Empfehlungen zur Verwirklichung eines effektiven Diskriminierungsschutzes gegeben werden.

Verbände aktiv gegen Diskriminierung: Das Projekt "Diskriminierungsschutz: Handlungskompetenz für Verbände"

Online-Handbuch "Aktiv gegen Diskriminierung"

Im Projekt wurde ein Online-Handbuch "Aktiv gegen Diskriminierung" entwickelt. Ziel des Handbuchs ist es, die nationalen und internationalen Rechte und Beteiligungsmöglichkeiten für Verbände in Gerichts- und Beschwerdeverfahren zum Diskriminierungsschutz mit konkreten Handlungsanleitungen und praxisorientiertem Wissen vorzustellen sowie eine Einführung in den menschenrechtsbasierten Diskriminierungsschutz zu geben. Zudem präsentiert die Website die zentralen rechtlichen Grundlagen, eine umfangreiche Linksammlung zum Thema sowie einen bereits seit 2011 bestehenden Mitgliederbereich. Dieser umfasst ein Diskussionsforum mit wechselnden Themen und bietet die Möglichkeit, sich mit anderen Mitgliedern über den Diskriminierungsschutz auszutauschen. Verbandsmitglieder können sich gerne für den Mitgliederbereich anmelden.

Website aktiv-gegen-diskriminierung.de

Kontakt

Dr. Nina Althoff
Projektleitung "Anwaltschaft für Menschenrechte und Vielfalt"
Tel.: 030 25 93 59 - 40
E-Mail: althoff(at)institut-fuer-menschenrechte.de