Europa der Menschenrechte

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Europa der Menschenrechte

"Jeder Mensch muss Zugang zu einem Asylverfahren haben" - Institut unterstützt Aufruf: Für ein Europa der Menschenrechte!

(23.10.2015) So viele Menschen wie noch nie seit Ende des Zweiten Weltkriegs sind auf der Flucht und suchen Schutz, auch in Deutschland und Europa. Viele Menschen hierzulande zeigen eine überwältigende Hilfsbereitschaft. Doch Realität ist auch: Fast täglich werden in Deutschland Flüchtlinge oder die, die ihnen beistehen, angegriffen und Unterkünfte angezündet. Während tausende Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Europa im Mittelmeer ertrinken, schotten viele europäische Regierungen ihre Grenzen ab. Und vielen, denen die Einreise gelingt, steht eine monatelange Odyssee in unwürdigen Verhältnissen bevor.

Auch wenn die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung beeindruckend ist – das politische Europa zeigt sich bislang uneinig, hilflos, kleinkrämerisch. In den Diskussionen über die Flüchtlingspolitik sind zunehmend Äußerungen zu hören, die Stigmatisierung, Rassismus und Gewalt fördern.

Keine Frage – die Anzahl der Flüchtlinge stellt unsere Gemeinwesen vor enorme Herausforderungen. Aber wer, wenn nicht eine der friedlichsten und wohlhabendsten Regionen der Welt, könnte diese Aufgabe stemmen? Eine Region, die sich klar zu den Humanität, Solidarität und den Menschenrechten bekennt, die ihre Vielfalt als Stärke begreift.

Darum unterstützt das Deutsche Institut für Menschenrechte gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen, Verbänden, Gewerkschaften, Flüchtlingsinitiativen, Künstlerinnen und Künstlern sowie Einzelpersonen den bundesweiten Aufruf "Für ein Europa der Menschenrechte".

25 Jahre nach der Wiedervereinigung und den Pogromen in Hoyerswerda, Rostock oder Solingen formuliert der Aufruf ein breit verankertes Selbstverständnis: Asyl ist ein Menschenrecht! Solidarität, Mitgefühl und Humanität gehören zu einem offenen, vielfältigen Deutschland und zu Europa!

"Angesichts der anstehenden Aufgaben und der aktuellen politischen Diskussion ist es dringend notwendig, dass sich eine breite Öffentlichkeit zu den Menschenrechten bekennt. Denn diese sind die zentralen und verbindlichen Grundlagen für Deutschland und Europa. An ihnen muss sich deutsche und europäische Politik ausrichten", sagt Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte. "Wer von Asylmissbrauch spricht, missachtet das individuelle Recht auf Asyl. Wesentlicher Bestandteil dieses Rechts ist, dass jeder Mensch Zugang zu einem Asylverfahren hat, in dem unvoreingenommen geprüft wird, ob die Voraussetzungen für Schutz vorliegen. Wer einen Asylantrag stellt, übt dieses Recht aus, er missbraucht es nicht."

Ziel ist des Aufrufs ist es, ein breites Spektrum gesellschaftlicher Kräfte zu vereinen und möglichst viele Menschen in Deutschland zu erreichen und dafür zu gewinnen, den Aufruf zu unterzeichnen und sich zu folgenden Werten zu bekennen:

  • der Wahrung von Menschenrechten
  • Humanität und Solidarität
  • sicheren Zugangswegen und fairen Asylverfahren
  • Schutz vor Hetze und Anschlägen
  • einer offenen, menschlichen und von Vielfalt geprägten Gesellschaft


Mehr zum Aufruf auf der Website "Europa der Menschenrechte"

Weitere Informationen:
Pressemitteilung: Institut zu Transitzonen: Konzentration auf Aufnahme und Integration statt gefährlicher Symbolpolitik (13.10.2015)

Pressemitteilung: Institut begrüßt Merkels Bekräftigung des Asylrechts ohne Obergrenze (08.10.2015)

Pressemitteilung: Keine Trennung von Flüchtlingen nach Religionszugehörigkeit (30.09.2015)

Pressemitteilung: Mehr Beachtung der Kinderrechte von Flüchtlingskindern/Zum Weltkindertag am 20. September (18.09.2015)

Pressemitteilung: Abbau von Bürokratie statt neuer Restriktionen für Flüchtlinge (07.09.2015)

Pressemitteilung: Menschenrechtsinstitut fordert Zugang zum Wohnungsmarkt für Flüchtlinge (07.08.2015)

Pressemitteilung: Institut mahnt zur Sachlichkeit in Asyldebatte (29.07.2015)

Pressemitteilung: Institut gegen spezielle Abschiebezentren für Flüchtlinge aus West-Balkanländern (21.07.2015)

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