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Amicus Curiae

(lateinisch "Freund des Gerichts") Informationen und Stellungnahmen von an einem Gerichtsverfahren Unbeteiligten. Wesentliche fachliche Aspekte und vertiefende Informationen können durch sogenannte Amicus-Curiae-Briefe von unbeteiligten Dritten dem Gericht oder Überwachungsorgan zur Verfügung gestellt werden. Für den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ist diese Möglichkeit in Art. 36 Absatz 2 EMRK ausdrücklich als "Third Party Intervention" (Beteiligung Dritter) anerkannt. Auch einige UN-Fachausschüsse haben die Praxis entwickelt, Informationen und Stellungnahmen von Nichtregierungsorganisationen entgegen zu nehmen oder zu berücksichtigen, auch wenn diese am Verfahren nicht beteiligt sind. Die Ausschüsse ebenso wie Gerichte sind aber nicht verpflichtet, die vorgebrachten Argumente und Berichte zu würdigen und in ihre Entscheidung einzubeziehen. Im deutschen Recht nutzt vor allem das Bundesverfassungsgericht A. C., indem es bestimmte Sachverständige, beispielsweise Datenschutzbeauftragte, Berufsverbände, NGOs oder das Deutsche Institut für Menschenrechte, zu Stellungnahmen auffordert. Andere Gerichte nutzen A. C. bislang noch eher selten.