Warum und nach welchen Standards Erhebungen mit Kindern durchführen?

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Warum und nach welchen Standards Erhebungen mit Kindern durchführen?

Ohne Daten lässt sich kein Vorhaben oder Projekt planen, die Umsetzung nicht überwachen und die erzielten Wirkungen nicht belegen. Dafür sind Erhebungen in Form von Analysen, Monitoring und Evaluierungen unerlässlich.

Betreffen diese Erhebungen Kinder direkt oder mittelbar, haben Kinder ein Recht darauf, daran beteiligt zu sein und gehört zu werden (siehe FAQ Warum sollen Kinder beteiligt sein?).

Die UN-Kinderrechtskonvention gibt Standards für die Beteiligung von Kindern an Erhebungen vor. Kinderrechtsbasierte Erhebungen berücksichtigen diese Standards: Sie sind darauf ausgerichtet, Würde, Wohl und Schutz der Kinder im gesamten Prozess der Erhebung zu wahren.

Eine kinderrechtsbasierte Erhebung durchzuführen heißt beispielsweise:

  • Kinder an der Konzeption und Durchführung der Studie zu beteiligen,
  • Diskriminierung zu vermeiden, zum Beispiel bei der Auswahl der Teilnehmenden und der verwendeten Begriffe sowie bei der Teilnahme an sich,
  • jedem Kind eine freie Entscheidung über die Teilnahme an der Erhebung zu ermöglichen,
  • Methoden partizipativ und inklusiv zu gestalten,
  • die Rechte auf Partizipation und Schutz fortlaufend miteinander in Einklang zu bringen, also weder durch die Form der Partizipation den Schutz zu gefährden, noch aufgrund übermäßiger Schutzbestrebungen die Stimmen der Kinder nicht anzuhören,
  • bei Veröffentlichung negative Wirkungen für das Wohl der Beteiligten zu vermeiden.

Kinderrechtsbasierte Erhebungen bieten die Chance, bereits mit der Durchführung von Analysen, Monitoring und Evaluierungen die Rechte der Kinder zu stärken. So können beispielsweise die Meinungen und Erfahrungen von Kindern zum Sachverhalt und zu den Maßnahmen des jeweiligen Vorhabens oder Projekts erhoben werden. Das ist eine Umsetzung des Rechts auf Gehör und erlaubt zudem einen konkreteren Schutz des Kindeswohls, da nicht von vermeintlichen, sondern erfragten Meinungen und Bedürfnissen ausgegangen wird.

Durch kinderrechtsbasierte Erhebungen wird zudem die Qualität der erhobenen Daten erhöht, da auf eine tatsächlich freie Meinungsäußerung geachtet wird und zwar wirklich ohne diskriminierende Unterschiede zu machen. So können die Meinungen der Kinder genauer und umfassender erfasst werden. Damit ist eine Grundlage für die Entwicklung und Steuerung wirksamer Programme gegeben.

Weiterführende Literatur:

Deutsches Institut für Menschenrechte (2014): ABC der Kinderrecht: E wie Erhebungen mit Kindern. Beteiligung von Kindern in der deutschen staatlichen Entwicklungszusammenarbeit – bei Planung, Monitoring und Evaluierung

Anne Graham, Mary Ann Powell et al. (2013): Ethical Research Involving Children (PDF, nicht barrierefrei)

Claire O’Kane (2013): Children's participation in the analysis, planning and design of programmes. A guide for Save the Children staff (PDF, 297 KB, nicht barrierefrei)

Ennew, Judith/Abebe, Tatek et al. (2010): The right to be properly researched. How to do rights-based, scientific research with children: A set of ten manuals for field researchers. Bangkok: Black on White Publications

Lundy, Laura/McEvoy, Lesley (2012): Childhood, the United Nations Convention on the Rights of the Child and research: What constitutes arights-based’ approach? In: Law and Childhood, hg. von Freeman, Oxford: Oxford University Press, S. 75-91

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