Warum sollen Kinder beteiligt sein?

Servicenavigation

Sie befinden sich hier: Oft gestellte Fragen >  Warum sollen Kinder beteiligt sein?

Warum sollen Kinder beteiligt sein?

Kinder sind handelnde Subjekte der Gesellschaft. Die Fähigkeit von Kindern, ihre eigene Meinung zu äußern und sich aktiv an der Gestaltung ihrer Lebenswelt zu beteiligen, wird häufig von Erwachsenen unterschätzt. Dabei ist die Beteiligung von Kindern eine Bereicherung:   

  • Die Perspektive von Kindern bringt spezifische Erfahrungen ein und macht Anforderungen – zum Beispiel bei der Stadtplanung – sichtbar, die von Erwachsenen nicht in Erwägung gezogen worden wären.
  • Die Beteiligung von Kindern an der Gestaltung ihrer Lebenswelt fördert ihre Entwicklung zu sozial kompetenten Persönlichkeiten und trägt damit insgesamt zu einem guten Miteinander in der Gesellschaft bei.
  • Mündige Kinder, die ihre Rechte kennen und einfordern, sind weniger dem Risiko ausgesetzt, von Erwachsenen misshandelt und ausgebeutet zu werden.

Die UN-Kinderrechtskonvention (KRK) beinhaltet mehrere Partizipationsrechte von Kindern. Alle Vertragsstaaten der KRK haben sich zur Umsetzung dieser Partizipationsrechte verpflichtet. Zentral formuliert ist das Recht auf Partizipation als Mitspracherecht in Artikel 12 der KRK.

Diese Vorschrift regelt das Recht jedes Kindes, seine oder ihre Meinung frei zu äußern. Darüber hinaus fordert sie die Berücksichtigung der Kindesmeinung; Kinder sollen Einfluss auf ihr persönliches Lebensumfeld nehmen können.

Das Mitspracherecht in Artikel 12 KRK gilt für alle Kinder, es unterliegt jedoch zwei Bedingungen:

  1. Es geht um Angelegenheiten, Maßnahmen und Entscheidungen, die Kinder persönlich oder als Gruppe – zum Beispiel Kinder mit Behinderungen – betreffen. Aber: Neben unmittelbaren Angelegenheiten wie zum Beispiel in den Lebensbereichen Schule oder Familie schließt dies auch Angelegenheiten ein, die Kinder mittelbar betreffen – wie zum Beispiel Stadtplanung. So muss grundsätzlich geprüft werden, ob Kinder betroffen sind.
  2. Das Kind besitzt die Fähigkeit, sich eine eigene Meinung zu bilden. Aber: Die Fähigkeit zur Meinungsbildung muss im konkreten Fall geprüft werden. Es genügt ein einfaches Verständnis des Sachverhalts; das Kind muss nicht alle Details verstehen.

Sind beide Bedingungen erfüllt, dann ist das Kind seinem Alter und seiner Reife entsprechend an Maßnahmen und Entscheidungen zu beteiligen, von denen das Kind betroffen ist.

Als weitere Partizipationsrechte formuliert die KRK zum Beispiel das Recht auf Meinungsfreiheit (Art. 13), das Recht auf Versammlungsfreiheit (Artikel 15) und das Recht auf kindgerechte Information (Art. 17).

Weiterführende Links und Literatur

Kontakt