Informationen zum Recherche-Stipendium 2010

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Informationen zum Recherche-Stipendium 2010

"Ich bin nicht behindert, ich werde behindert" - Menschen – Recht – Behinderung: Die neue UN-Behindertenrechtskonvention

Das Deutsche Institut für Menschenrechte schreibt zum Januar 2010 das Recherche-Stipendium "Menschen – Recht – Behinderung: Die neue UN-Behindertenrechtskonvention" aus. Das Institut will mit der Vergabe des Stipendiums Journalistinnen und Journalisten anregen, das Thema Behinderung aus menschenrechtlicher Perspektive zu bearbeiten.

Das Thema
Die Recherche und exemplarische Fragestellungen
Das Recherche-Stipendium
Voraussetzungen
Bewerbung
Zeitablauf
Die Jury
Informationen über das Deutsche Institut für Menschenrechte
Informationen über die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention
Ausgewählte Links und Publikationen zum Thema "Menschen – Recht – Behinderung: Die neue UN-Behindertenrechtskonvention" 

Das Thema

Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) – seit dem 26. März 2009 für Deutschland verbindlich - zieht einen enormen politischen Handlungs- und gesellschaftlichen Veränderungsbedarf in Deutschland nach sich. Bereits jetzt wird intensiv über die Lebensbereiche von Menschen mit Behinderungen wie Bildung, Arbeit, Gesundheit und Wohnen in Politik und Gesellschaft diskutiert.

Die Konvention steht generell für eine Neufassung und die veränderte Wahrnehmung des Begriffs von Behinderung: "Menschen sind nicht behindert, sie werden behindert." Sie stärkt die Rechte beispielsweise von blinden und gehörlosen Menschen, Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen und psychischen Störungen sowie von körperbehinderten und mehrfachbehinderten Menschen.
Die Konvention greift Querschnittsthemen wie assistierte Selbstbestimmung, Barrierefreiheit, soziale Inklusion und Wertschätzung von Behinderung auf. Sie versteht behinderte Menschen als Rechtssubjekte. Die bisherige Behindertenpolitik, die vornehmlich auf Fürsorge ausgelegt war, wird durch den rechtsgestützten Ansatz ersetzt. Das medizinische Verständnis von Behinderung hat die behinderten Menschen immer zum Objekt gemacht. Die Konvention bekräftigt nun, dass sie in allen Situationen als Subjekte selbstbestimmter Lebensführung zu verstehen sind.

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Die Recherche

Die journalistische Recherche kann politische, rechtliche, wirtschaftliche und sozialkulturelle Aspekte hinsichtlich der Rechte von Menschen mit Behinderungen in Deutschland aufgreifen. Wünschenswert sind Themenstellungen, die im Zusammenhang mit der UN-Behindertenrechtskonvention stehen.

Exemplarische Fragestellungen:
Wie sehen sich Menschen mit Behinderung selbst? Wie hat sich das Selbstverständnis dieser Menschen verändert? Hat es sich überhaupt verändert? Wie werden Menschen mit Behinderungen innerhalb der Gesellschaft heute wahrgenommen? Welche Hoffnungen verbinden Menschen mit Behinderungen mit der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK)?

Welche Schritte müssen Bund und Länder hin zu einer "inklusiven" Gesellschaft gehen? Welche Rolle spielen für die Umsetzung der Konvention nichtstaatliche Akteure wie etwa Arbeitgeberverbände und Träger von Behinderteneinrichtungen? Welche Akteure stellen sich gegen die Umsetzung der UN-BRK in Deutschland – aus welchen Gründen? Was kann die deutsche Politik von anderen Ländern Europas lernen?

Was bedeutet es, "angemessene Vorkehrungen" im Einzelfall zu treffen, damit beispielsweise ein behindertes Kind in der Regelschule unterrichtet werden kann? Wie sieht die Situation für Menschen mit Behinderungen in den Bereichen Arbeit, Bildung und Gesundheit aus? Welche Zugangsvoraussetzungen gibt es, wo müssen sie verbessert werden? Verhindern "leere Kassen" die Verbesserung der Lebensumstände von Menschen mit Behinderungen? Bedeutet mehr Geld im System auch mehr Partizipation?

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Das Recherche-Stipendium

Das Recherche-Stipendium des Deutschen Instituts für Menschenrechte soll Journalistinnen und Journalisten eine unabhängige Recherche ohne Akquise- und Gelddruck zu menschenrechtsrelevanten Aspekten von Menschen mit Behinderungen ermöglichen.

In den Sparten Hörfunk, Print und Online werden Stipendien in Höhe von 1.500 Euro zur Realisierung eines überzeugenden Konzeptes vergeben.

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Voraussetzungen

Um die Stipendien können sich Journalistinnen und Journalisten aus den Bereichen Print, Online und Hörfunk bewerben, die zum Thema "Menschen – Recht –Behinderung: Die neue UN-Behindertenrechtskonvention" recherchieren und arbeiten wollen. Angesprochen sind Journalistinnen und Journalisten, die in Deutschland leben und publizieren. Bewerben können sich nur natürliche Personen (keine Firmen, Redaktionen, Medien usw.).

Die Teilnahme an einem Kurz-Seminar zum Thema des Recherchestipendiums in Berlin ist erwünscht. Terminvorschlag: Donnerstag, 3. Juni oder Freitag, 4. Juni 2010.

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Bewerbung

Zum Online-Bewerbungsformular

Wichtig: Zusätzlich zur Online-Bewerbung benötigen wir von Ihnen per Post:

  • ein kurzes Anschreiben, in dem Sie Ihr Interesse am Thema begründen
  • einen aussagekräftigen tabellarischen Lebenslauf
  • ein am Thema orientiertes Recherche-Konzept (maximal zwei DIN-A4-Seiten)
  • zwei veröffentlichte Beiträge aus den letzten beiden Jahren sowie eine Liste Ihrer Veröffentlichungen der letzten zwei Jahre (2008/2009)
  • die Interessensbekundung eines Mediums an der Veröffentlichung des Artikels/Beitrags. 

Bewerbungsschluss für das Recherche-Stipendium ist Montag, der 12. April 2010. Ausschlaggebend für die fristgerechte Zusendung Ihrer Unterlagen ist das Datum des Poststempels.

Ihre vollständigen Unterlagen senden Sie bitte per Post an:

Ulla Niehaus
Deutsches Institut für Menschenrechte
Recherchestipendium
Zimmerstr. 26/27
10969 Berlin  

Bitte senden Sie, wenn möglich, Anschreiben, Lebenslauf, Recherche-Konzept und Arbeitsproben auch per E-Mail an:
niehaus(at)institut-fuer-menschenrechte.de

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Zeitablauf

Bewerbungsfrist: 12. April 2010. Als fristgerechte Zusendung gilt das Datum des Poststempels.

Kurz-Seminar (max. 3 Stunden) zum Thema des Recherche-Stipendiums in Berlin: Donnerstag, 3. Juni oder alternativ Freitag, 4. Juni 2010.

Die Recherche sollte spätestens am 1. Oktober 2010 begonnen werden.

Frist für fertige Beiträge: 31. Dezember 2010.

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Die Jury

Eine Jury mit fünf Jurorinnen und Juroren aus den Bereichen Print, Online, Hörfunk sowie einer Person aus dem Deutschen Institut für Menschenrechte bewertet die eingereichten Konzepte. Der Jury gehören an:

  • Sigrid Arnade, Journalismus ohne Barrieren – Medienbüro und Geschäftsführerin Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben, ISL e. V., Berlin
  • Meike Dinklage, Leitung Ressort Zeitgeschehen Brigitte, Hamburg
  • Yassin Musharbash, Redakteur Spiegel Online, Berlin
  • Gerhard Schröder, Korrespondent Deutschlandradio Hauptstadtstudio, Berlin
  • Tanjev Schultz, Redakteur Süddeutsche Zeitung, München
  • Andreas Zumach, UNO-Berichterstatter der taz mit Sitz in Genf, Mitglied im Kuratorium des Deutschen Instituts für Menschenrechte.

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Informationen über das Deutsche Institut für Menschenrechte

Das Deutsche Institut für Menschenrechte informiert über die Lage der Menschenrechte im In- und Ausland und trägt zur Prävention von Menschenrechtsverletzungen sowie zur Förderung und zum Schutz der Menschenrechte bei. Seine Aufgaben umfassen Information und Dokumentation, anwendungsorientierte Forschung, Politikberatung und Menschenrechtsbildung im Inland. Das Institut wurde auf einstimmigen Beschluss des Deutschen Bundestags im März 2001 gegründet. Es ist politisch unabhängig und arbeitet auf der Grundlage der "Pariser Prinzipien" der Vereinten Nationen zu Nationalen Menschenrechtsinstitutionen zur Förderung und zum Schutz der Menschenrechte von 1993.

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Informationen über die Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention

Die UN-Behindertenrechtskonvention ist seit März 2009 für Deutschland verbindlich. Infolgedessen soll der Staat die Konvention einhalten und aktiv umsetzen. Es geht darum, die Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen in Deutschland voll zu verwirklichen.

Das Deutsche Institut für Menschenrechte wurde 2009 mit der Begleitung der Umsetzung beauftragt. Die unabhängige Stelle dafür heißt "Monitoring-Stelle". Darüber hinaus soll die Stelle die in der Konvention verankerten Rechte fördern und schützen.

Die Aufgaben der  Monitoring-Stelle sind unter anderem:

  • Politikberatung
  • Anwendungsorientierte Forschung
  • Durchführung von Veranstaltungen
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Bereitstellung von Informationen (Bibliothek).

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Ausgewählte Links und Publikationen zum Thema "Menschen – Recht – Behinderung: Die neue UN-Behindertenrechtskonvention"

Monitoring-Stelle des Deutschen Instituts für Menschenrechte
Website United Nations enable
Website OHCHR Disability
Website des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen
Website BMAS - Teilhabe behinderter Menschen
Website Deutscher Behindertenrat
Website des Instituts Mensch, Ethik und Wissenschaft (IMEW)
Website European Commission People with disabilities
Website NETZWERK ARTIKEL 3
Informationen zur UN-Behindertenrechtskonvention
Empfehlungen der Monitoring-Stelle an die Bundesregierung und an das Parlament


Publikationen des Deutschen Instituts für Menschenrechte zum Herunterladen:

Heiner Bielefeldt (2009): "Zum Innovationspotenzial der UN-Behindertenrechtskonvention" (Essay)
Dieser Essay ist anlässlich der Verabschiedung der Behindertenrechtskonvention veröffentlicht worden. Er erläutert, dass die Konvention einen bedeutenden Paradigmenwechsel in der Einstellung zu Menschen mit Behinderung darstellt. Er erklärt die Bedeutung des Abkommens und würdigt dessen Potenzial.

Zum Innovationspotenzial der UN-Behindertenrechtskonvention (PDF, 125 KB, nicht barrierefrei)

Valentin Aichele (2008): "Die UN-Behindertenrechtskonvention und ihr Fakultativprotokoll. Ein Beitrag zur Ratifikationsdebatte" (Policy Paper)
Das Policy Paper versteht sich als Beitrag zur laufenden Debatte über die Ratifikation der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland. Es enthält eine Zusammenfassung der Konvention und ihr Fakultativprotokoll. Darüber hinaus erörtert es, welche Konsequenzen sich aus der Ratifikation ergeben, greift bisher ungeklärte Fragen auf und spricht Empfehlungen aus.

Die UN-Behindertenrechtskonvention und ihr Fakultativprotokoll. Ein Beitrag zur Ratifikationsdebatte (PDF, 143 KB, nicht barrierefrei)


Vortrag von Dr. Valentin Aichele, "Das Innovationspotential der UN-Behindertenrechtskonvention" (PDF, 200 KB, nicht barrierefrei)

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Medienpartner

 

 

Ausschreibung Recherche-Stipendium

Ausschreibung Recherche-Stipendium (PDF, 30 KB, nicht barrierefrei)