Pressemitteilung: Institut fordert Verbesserungen bei der Gesundheitsversorgung und Unterbringung von Flüchtlingen

Servicenavigation

Sie befinden sich hier: Presse > Pressemitteilungen > Pressemitteilungen Archiv >  Pressemitteilung: Institut fordert Verbesserungen bei der Gesundheitsversorgung und Unterbringung von Flüchtlingen

Pressemitteilungen Archiv

Eine Frau sitzt mit dem Rücken zur Kamera in einem Zimmer, in dem ein Stockbett, ein Einzelbett, zwei Stühle und ein Tisch eng zusammen stehen.

Massenunterkünfte und die eingeschränkte Gesundheitsversorgung verletzen massiv die Rechte von Menschen, die in Deutschland Schutz suchen © roggenthin.de

Pressemitteilung: Institut fordert Verbesserungen bei der Gesundheitsversorgung und Unterbringung von Flüchtlingen

Anlässlich des "Flüchtlingsgipfels" der Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Merkel am 11. Dezember fordert das Deutsche Institut für Menschenrechte eine menschenrechtskonforme Ausgestaltung der Gesundheitsversorgung und Unterbringung von Flüchtlingen in Deutschland.

"Überfüllte Massenunterkünfte und die massiv eingeschränkte Gesund-heitsversorgung verletzen grundlegend die Rechte der Menschen, die nach einer Flucht vor Krieg, Terror oder Verfolgung Schutz in Deutschland suchen", kritisiert Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte.

In vielen Teilen Deutschlands sind Flüchtlinge gezwungen, jahrelang in Gemeinschaftsunterkünften zu leben. Damit Deutschland seinen menschenrechtlichen Verpflichtungen bei der Unterbringung gerecht werden kann, müssen dringend rechtliche und faktische Barrieren abgebaut werden, die geflüchteten Menschen den Zugang zum Wohnungsmarkt versperren. "Zudem müssen die Länder endlich verbindliche Mindeststandards für Flüchtlingsunterkünfte schaffen, die menschenrechtskonforme Lebensbedingungen sicherstellen", fordert Beate Rudolf. "Die Einhaltung dieser Standards muss überprüft werden, und Asylsuchende müssen sich beschweren können, wenn ihre Rechte verletzt werden."

Auch die Gesundheitsversorgung von geflüchteten Menschen in Deutschland ist derzeit nicht menschenrechtskonform. "Die auf Schmerzen und akute Erkrankungen begrenzte Versorgung ist noch dazu mit großen bürokratischen Hürden verbunden", so Rudolf. Sinnvoll wäre es, Menschen, die unter das Asylbewerberleistungsgesetz fallen, in die gesetzliche Krankenkasse aufzunehmen, um das derzeitige diskriminierende System bei der Gesundheitsversorgung abzuschaffen. Damit könnten auch administrative Hürden aus dem Weg geräumt werden, die Flüchtlinge momentan daran hindern, bei Bedarf zum Arzt zu gehen, was zu Verschleppung und Verschlechterung von Krankheiten führen kann.

Weitere Informationen:

No matching tab handler could be found for link handler key record:tt_news:1032., Konferenz des Deutschen Instituts für Menschenrechte und der Diakonie Deutschland am 08.12.2014

Hendrik Cremer (2014): Policy Paper 26: Menschenrechtliche Verpflichtungen beider Unterbringung von Flüchtlingen. Empfehlungen an die Länder, Kommunen und den Bund

Pressekontakt: 
Ute Sonnenberg
Deutsches Institut für Menschenrechte, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
Telefon 030 25 93 59 – 453
E-Mail: sonnenberg(at)institut-fuer-menschenrechte.de