Pressemitteilung: Die Lange Nacht des Menschenrechts-Films in Berlin

Servicenavigation

Sie befinden sich hier: Presse > Pressemitteilungen > Pressemitteilungen Archiv >  Pressemitteilung: Die Lange Nacht des Menschenrechts-Films in Berlin

Pressemitteilungen Archiv

Comic-Zeichnung. Links und rechts im Bild stehen zwei Soldaten. In der Mitte sind zwei Gefangene, dahinter stehen verschwommen mehrere Menschen in der selben grauen Kleidung wie die Gefangenen im Vordergrund.

Szene aus "Camp 14 – Total Control Zone" © Deutscher Menschenrechts-Filmpreis

Pressemitteilung: Die Lange Nacht des Menschenrechts-Films in Berlin

Berlin - Am 13. Januar 2015 werden in der Kulturbrauerei sämtliche Gewinnerinnen und Gewinner des Deutschen Menschenrechts-Filmpreises 2014 in Anwesenheit der Filmemacherinnen und Filmemacher vorgestellt.

Sechs Filme in sechs Kategorien wurden am 6. Dezember 2014 in Nürnberg mit dem Deutschen Menschenrechts-Filmpreis 2014 ausgezeichnet. Dabei stand häufig das Thema Flucht im Mittelpunkt.

Damit auch Berlinerinnen, Berliner, Brandenburgerinnen und Brandenburger die Preisträger und unterschiedliche Blickweisen auf Menschenrechte kennenlernen können, veranstalten sieben Institutionen am Dienstag, 13. Januar 2015, um 19:00 Uhr im Cinestar - Kino in der Kulturbrauerei (Schönhauser Allee 36, 10435 Berlin) die Lange Nacht des Menschenrechts-Films. Der Eintritt ist frei.

An dem Abend werden sowohl alle sechs prämierten Filme gezeigt als auch Gespräche mit den Preisträgerinnen und Preisträgern geführt. Moderator ist Kino-Experte Knut Elstermann (RBB, RadioEins).

Eine Jury kürte aus 416 Einreichungen diese sechs Filme, die es nun bei der Langen Nacht des Menschenrechts-Films zu sehen gilt:

  • Kategorie Langfilm: Camp 14 – Total Control Zone, Regie Marc Wiese, 101 Min. (Dokumentarfilm)
  • Kategorie Kurzfilm: Mohammed auf der Flucht, Regie Guido Holz, 24 Min. (Daily-Doku)
  • Kategorie Magazinbeitrag: Yussuf – Die Geschichte einer Flucht, Regie Caroline Walter und Bertram von Boxberg, 8 Min.
  • Kategorie Filmhochschule: Nadeshda, Regie Anna Frances Ewert und Falk Müller/HFF München, 48 Min. (Dokumentarfilm)
  • Kategorie Amateure: Finde den Fehler, Regie Gerhard Prügger, 2 Min. (Promotionfilm)
  • Kategorie Bildung: Bahar im Wunderland, Regie Behrooz Karamizade, 16 Min. (Kurzspielfilm)

Die Lange Nacht des Menschenrechts-Films in Berlin wird veranstaltet von: 1219. Religions- und Kulturdialog e. V., Amnesty International, Bahá'í-Gemeinde, Deutscher Anwaltverein, Deutsches Institut für Menschenrechte, Deutsche UNESCO-Kommission und Deutsches Jugendherbergswerk. Die Lange Nacht des Menschenrechts-Films findet auch in weiteren deutschen Städten statt.

Kontakt Presse:
Nikola Mirza, Jelly Press
Tel.: 030.28 83 39 55
Mobil 0177 330 85 24
E-Mail: info(at)jellypress.de

Marko Junghänel, Deutscher Menschenrechts-Filmpreis
Tel. 0911 43 04-221
E-Mail: junghaenel(at)menschenrechts-filmpreis.de

Inhaltsangaben:

Camp 14 – Total Control Zone/Regie Marc Wiese (Kategorie Langfilm)
Shin Dong-Hyuk wird am 19. November 1983 als Kind zweier Häftlinge in dem nordkoreanischen Umerziehungslager Camp 14 geboren. Vom Tage seiner Geburt an war er ein politischer Gefangener. Seine gesamte Kindheit und Jugend verbringt er in dem Straflager der härtesten Kategorie: Zwangsarbeit seit seinem 6. Lebensjahr, Hunger, Schläge und Folter bestimmen seinen Alltag. Ständig sind die Häftlinge der Willkür der Wärter ausgesetzt und vom Tode bedroht. Shin hat keine Ahnung von der Welt außerhalb der Stacheldrahtzäune. Shin glaubt, dass alle Menschen so leben würden. Erst mit 23 Jahren gelingt ihm durch einen Zufall die Flucht. Eine monatelange Odyssee führt ihn durch Nordkorea nach China und schließlich nach Südkorea. Dort betritt er eine Welt, die ihm völlig unbekannt ist.

Mohammed auf der Flucht/Regie Guido Holz (Kategorie Kurzfilm)
Mohammed ist 13 Jahre alt und mit seiner Familie in die Türkei geflohen. Sie sind vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat Syrien geflüchtet und leben jetzt in einem wilden Flüchtlingscamp an der türkisch-syrischen Grenze. In einem kleinen Zelt aus Plastikplanen. Sie leiden unter der Kälte und fehlenden Medikamenten. Viele Verwandte von Mohammed sind bei der Bombardierung ihres Dorfes umgekommen. Jede Nacht sieht Mohammed in seinen Träumen die schrecklichen Raketenangriffe auf sein Dorf. Damit er die Erlebnisse verarbeiten kann, muss er darüber reden. Einem syrischen Betreuer schildert er die Ereignisse, während er sie gleichzeitig aufmalt. Mohammed will unbedingt wieder in sein Land zurück und dort eine bessere Zukunft aufbauen.

Yussuf – Die Geschichte einer Flucht/Regie Caroline Walter & Bertram von Boxberg (Kategorie Magazinbeitrag)
Aus Somalia musste Yussuf fliehen, weil sein Leben in Gefahr war. Seine Flucht war dramatisch, immer wieder kämpfte er ums Überleben. Endlich angekommen in Italien, stand er ohne jede Unterstützung auf der Straße. Auf der Suche nach Hilfe kam er nach Deutschland, doch hier droht ihm die Abschiebung, zurück nach Italien. Trotz der desolaten Asylpolitik im Nachbarland reagiert die deutsche Politik nicht. Yussuf erzählt von seinem wochenlangen Fußmarsch in den Sudan. Dort bieten Schlepper an, die Flüchtlinge durch die Sahara zu fahren - so wie auf diesen Aufnahmen. Doch plötzlich halten die Schlepper mitten in der Wüste an. Sie fordern mehr Geld für die Weiterfahrt. Wer es nicht hat, wird gezwungen, seine Familie anzurufen, die das Geld auftreiben soll. Tagelang werden die Flüchtlinge festgehalten.

Nadeshda/Regie Anna Frances Ewert & Falk Müller (Kategorie Filmhochschule)
"Nadeshda" bedeutet auf Deutsch "Hoffnung". Es ist auch der Name eines der größten Roma-Ghettos in Bulgarien. Die 12-jährige Tsveti träumt davon, eines Tages die Musikschule außerhalb der Stadt besuchen zu können. Entführungen passieren häufig in der Roma-Gemeinde. Auch die Eltern von Misho und Zorka träumen davon, das Ghetto verlassen zu können. Wir begleiten das junge Paar bei der Wohnungssuche. Ihre Wünsche sind bescheiden: Sie wollen nicht aufgrund ihrer Postleitzahl abgelehnt werden.

Finde den Fehler/Regie Gerhard Prügger (Kategorie Amateure)
Werbespot für Gleichstellung und Gleichbehandlung aufgrund sexueller Orientierung.

Bahar im Wunderland/Regie Behrooz Karamizade (Kategorie Bildung)
Wohin flüchtest du, wenn dein Leben in Gefahr ist und es keinen Ort gibt, an dem du dich verstecken kannst? Das kurdische Mädchen Bahar glaubt, einen Weg gefunden zu haben. "Bahar im Wunderland" ist die Geschichte eines jungen Mädchens, das kein Kind mehr sein darf. Sie ist zusammen mit ihrem Vater auf der Flucht von Syrien nach Deutschland. Um ihre Ängste zu überwinden und sich vor den Gefahren der Flucht zu schützen, glaubt sie, unsichtbar werden zu können, wenn sie ihre Augen schließt.

Ausführliche Informationen zu den Preiträgerinnen und Preisträgern – inklusive einer inhaltlichen Zusammenfassung der Filme, Jurybegründungen und Bildmaterial finden Sie auf der Website des Menschenrechts-Filmpreises.