Pressemitteilung: Bund, Länder und Kommunen müssen rassistischer Gewalt und Hetze energisch entgegentreten/Zum Tag der Menschenrechte am 10.12.2015

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Ein Mensch mit dunkler Hautfarbe blickt in die Kamera. Es ist nur das halbe Gesicht abgebildet. Über das Bild steht ein Schriftzug mit den Worten "Human Dignity" geschrieben.

© Birgit Betzelt/DIMR

Pressemitteilung: Bund, Länder und Kommunen müssen rassistischer Gewalt und Hetze energisch entgegentreten/Zum Tag der Menschenrechte am 10.12.2015

Berlin - Das Deutsche Institut für Menschenrechte fordert anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte die politisch Verantwortlichen auf allen staatlichen Ebenen dazu auf, den Kampf gegen Rassismus zu intensivieren. Angesichts des Ausmaßes, das rassistische Gewalt und Hetze vor allem gegen Flüchtlinge in den letzten Monaten angenommen hat, erklärt das Institut:

"Der Staat hat den grund- und menschenrechtlichen Auftrag, Rassismus zu bekämpfen. Bund, Länder und Kommunen müssen daher ihre Maßnahmen intensivieren, um der zunehmenden rassistischen Gewalt und Hetze mit aller Deutlichkeit entgegenzutreten. Diese Verpflichtung ergibt sich zum Beispiel aus der Internationalen Konvention gegen rassistische Diskriminierung (ICERD) der Vereinten Nationen, die am 21. Dezember 2015 fünfzig Jahre alt wird.

Insbesondere gegen Flüchtlinge nimmt die Anzahl rassistischer Gewalttaten in Deutschland auf dramatische Weise zu, wobei die Täter immer öfter tödliche Verletzungen in Kauf nehmen. Die Aufklärungsquote von Angriffen gegen Flüchtlingsunterkünfte ist dennoch sehr gering. Auch Politiker, Journalisten sowie ehren- und hauptamtlich Engagierte für Flüchtlinge werden immer häufiger bedroht, diffamiert und angegriffen. Das Attentat auf die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat die fortschreitende Radikalisierung und Gewalt besonders deutlich gemacht.

Umso mehr müssen Politik und Verwaltung daher verstärkt Maßnahmen ergreifen, die die Sicherheit potenziell Betroffener gewährleisten und öffentlich Solidarität demonstrieren. Polizei und Justiz müssen gegenüber rassistischer Gewalt wirksam auf Seiten der Opfer eingreifen und effektiv gegen die Täterinnen und Täter vorgehen.

Noch immer wird das Ausmaß rassistischer Hetze und Gewalt viel zu oft verharmlost. Dabei geht es nicht nur um die Grund- und Menschenrechte von Flüchtlingen und Minderheiten. Es geht um Angriffe auf die demokratische Gesellschaft und die Menschenrechte insgesamt."

Weitere Informationen:
Website ohchr.org (Englisch): 50 Jahre Internationale Konvention gegen rassistische Diskriminierung (ICERD)

Informationen zur Internationalen Konvention gegen rassistische Diskriminierung (ICERD) auf dieser Website

Mediendienst Integration (27.11.2015): Flüchtlingsfeindliche Übergriffe: "Die Hemmschwelle für Gewalt ist deutlich gesunken"

Hendrik Cremer: Umgang der Justiz mit rassistischen Straftaten. Vortrag im Bundeskanzleramt im Rahmen der Veranstaltung "Was hat sich verändert?" anlässlich des Jahrestages der Aufdeckung der NSU-Mordserie 04.11.2015 (PDF, 45 KB, nicht barrierefrei)

Pressekontakt:
Bettina Hildebrand, Pressesprecherin
Telefon: 030 25 93 59 - 14
Mobil: 0160 96 65 00 83
E-Mail: hildebrand(at)institut-fuer-menschenrechte.de