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Newsletter November 2011
Headerbild Deutsches Institut fuer Menschenrechte

Inhalt

Institut fordert Zugang zum Recht für ausgebeutete Hausangestellte in Diplomatenhaushalten

Heike Rabe © DIMR/S. Pietschmann

Das Landesarbeitsgericht Berlin hat am 9. November die vom Deutschen Institut für Menschenrechte unterstützte Klage von Dewi Ratnasari (Pseudonym) wegen diplomatischer Immunität abgewiesen. Die indonesische Hausangestellte hatte ihren ehemaligen Arbeitgeber, einen Diplomaten der saudi-arabischen Botschaft, auf Zahlung von rund 70.000 Euro Lohn und Schmerzensgeld verklagt. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtsfrage hat das Gericht jedoch die Revision zum Bundesarbeitsgericht zugelassen. Das Institut bedauert die Klageabweisung und fordert für Betroffene von Menschenhandel und Arbeitsausbeutung in Diplomatenhaushalten die Eröffnung des Rechtswegs in Deutschland.

Pressemitteilung: Menschenrechtsinstitut fordert Zugang zum Recht für ausgebeutete Hausangestellte in Diplomatenhaushalten

Zum Ratifikationsverfahren der Europaratskonvention gegen Menschenhandel

Anlässlich des 5. Europäischen Tags gegen Menschenhandel am 18. Oktober forderte das Institut, das im Bundestag laufende Ratifikationsverfahren der Europaratskonvention gegen Menschenhandel als Chance für einen umfassenden Ansatz zur Stärkung der Entschädigungs- und Lohnansprüche von Betroffenen zu nutzen. Die Konvention ist der erste rechtsverbindliche Vertrag auf europäischer Ebene, der den Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung und zur Arbeitsausbeutung ausdrücklich in einen menschenrechtlichen Kontext stellt und die Mitgliedstaaten zu umfassenden Maßnahmen zur Prävention von Menschenhandel, der Strafverfolgung der Täter und Täterinnen und dem Schutz der Opfer verpflichtet.

Pressemitteilung: Deutsches Institut für Menschenrechte fordert die Stärkung der Rechte der Betroffenen von Menschenhandel auf Entschädigung und Lohn

aktuell 03/2011: Die Ratifikation der Europaratskonvention gegen Menschenhandel

Weitere Informationen zum Projekt "Zwangsarbeit heute"

Menschen mit Behinderungen und ihr Wahlrecht in Deutschland – Interview mit Leander Palleit

Dr. Leander Palleit © DIMR/S. Pietschmann

Das Recht, zu wählen und gewählt zu werden, ist nicht irgendein Recht. In einem demokratischen Gemeinwesen ist das Wahlrecht das politische Grundrecht schlechthin und steht grundsätzlich jeder erwachsenen Staatsbürgerin und jedem erwachsenen Staatsbürger zu. Menschen mit Behinderungen sollen bei Wahlen gleichberechtigt sein: Diese immer noch nicht selbstverständliche Forderung wurde durch die 2006 verabschiedete UN-Behindertenrechtskonvention dauerhaft ins Bewusstsein gerückt. In Bezug auf Deutschland werden aus dieser Perspektive zwei Problemfelder erkennbar: erstens die Gewährleistung einer barrierefreien Ausübung des Wahlrechts und zweitens die gesetzliche Anerkennung des Wahlrechts aller Menschen mit Behinderungen.

Interview mit Leander Palleit, Autor des Policy Papers "Gleiches Wahlrecht für alle? Menschen mit Behinderungen und das Wahlrecht in Deutschland"

Pressemitteilung: Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention fordert Änderung des Bundeswahlgesetzes und des Europawahlgesetzes zugunsten von Menschen mit Behinderungen

Policy Paper "Gleiches Wahlrecht für alle? Menschen mit Behinderungen und das Wahlrecht in Deutschland"

UN-Antifolterkonvention: Fachausschuss diskutierte 5. Staatenbericht Deutschlands

Der 5. Staatenbericht der Bundesrepublik Deutschland zur UN-Antifolterkonvention ist am 4. und 8. November 2011 vom zuständigen Fachausschuss in Genf mit Vertreterinnen und Vertretern der Bundesregierung diskutiert worden. Die Abschließenden Bemerkungen des Ausschusses mit Empfehlungen an Deutschland werden für Ende November erwartet.

5. Staatenbericht der Bundesrepublik Deutschlands zur UN-Antifolterkonvention, Verhandlungsschwerpunkte, Parallelberichte deutscher Nichtregierungsinstitutionen

"Folterverbot bleibt auf der Tagesordnung" – Interview mit Wolfgang Heinz, Deutsches Institut für Menschenrechte (08.11.2011)

Das Deutsche Institut für Menschenrechte hat in der Vergangenheit insbesondere
den absoluten Charakter des Folterverbots verteidigt und sich immer wieder geäußert zu Fragen der Abschiebung und Auslieferung terrorismusverdächtiger Ausländer und Ausländerinnen in Länder, in denen die Anwendung der Folter droht, zur Entsendung von deutschen Regierungsbeamten und -beamtinnen zur Gefangenenbefragung in einem rechtlich unklaren Kontext und/oder Folterkontext sowie zur parlamentarischen Kontrolle der Geheimdienste.

Weitere Informationen zum Thema

Einladung: Ringvorlesung "Gleichberechtigung und Anerkennung von Differenz", 23./30. November und 7. Dezember 2011, Berlin

Die nächsten Themen der Ringvorlesung "Gleichberechtigung und Anerkennung von Differenz", einer Kooperation des European Master in Childhood Studies and Children's Rights (EMCR) mit dem Deutschen Institut für Menschenrechte: Am 23. November spricht Prof. Dr. Manfred Liebel über "Age-Based Discrimination: Ein Thema für jung und alt". Am 30. November referieren Camilla Nygren und Dr. Juliane Kippenberg über "Reflecting Good Practices and Experiences from NGO-Projects about Non-Discrimination" (in englischer Sprache). Am 7. Dezember spricht Dr. Katja Gramelt über "Der Anti-Bias Ansatz: Zur Chancengleichheit in Bildungskontexten und den damit verbundenen Herausforderungen für Pädagoginnen und Pädagogen". Die Vorlesungen finden in der Freien Universität Berlin statt.

Weitere Informationen und Termine zur Ringvorlesung

Einladung: "Human Rights Matter" - Irakische Filme im Rahmen des One World Berlin Filmfestivals, 26. November 2011, Berlin

Szene aus "Life after the Fall"

Das Deutsche Institut für Menschenrechte lädt ein zu fünf irakischen Filmen im Rahmen des One World Berlin Filmfestivals für Menschenrechte und Medien. Die vier Dokumentarfilme "Human Rights Matter" (18:00 Uhr) greifen unterschiedliche Menschenrechtsthemen im Irak auf. Sie sind unter Anleitung des irakischen Filmemachers Kasim Abid entstanden. Das Dokumentarfilmprojekt wurde vom Deutschen Institut für Menschenrechte und dem Goethe-Institut Irak in Kooperation mit dem Independent Film & Television College Baghdad organisiert. Zwei der präsentierten Filme gewannen 2011 auf dem 4. Gulf Film Festival in Dubai Preise. Im Anschluss an die Filme diskutieren Kasim Abid (per Skype) und Bettina Hildebrand vom Deutschen Institut für Menschenrechte mit dem Publikum. Im Dokumentarfilm "Life after the Fall" (19:30 Uhr) zeichnet Kasim Abid ein Panorama des Lebens im Irak nach dem Sturz Saddam Husseins unter US-Besatzung. Der Film wurde mit dem Filmpreis des Bayerischen Rundfunks und der Telepool auf dem DOK.FEST 2008 in München ausgezeichnet.

Weitere Informationen

Programm One World Berlin 2011

Einladung: Lesung und Gespräch mit Christiane Völling, 12. Dezember 2011, Berlin

Christiane Völling © B. Dombrowe

Am 12. Dezember 2011 um 19 Uhr wird Christiane Völling im Deutschen Institut für Menschenrechte aus ihrem Buch "Ich war Mann und Frau: Mein Leben als Intersexuelle" lesen. Christiane Völling wurde in der niederrheinischen Provinz als Mädchen geboren. Erfahren sollte sie das aber erst mit 46 Jahren. Davor führte sie ihr Leben als "Thomas", in der ihr zugewiesenen männlichen Geschlechterrolle. 2008 erregte ihr erfolgreicher Prozess gegen den Arzt, der ihr mit 18 Jahren ohne Wissen und Zustimmung die weiblichen Geschlechtsorgane entfernt hatte, breite Aufmerksamkeit. Ihre Autobiografie offenbart die Diskriminierung und Gewalt, der intersexuelle Menschen oft bereits als Kinder ausgesetzt sind. Sehr deutlich zeigt Völling die menschenrechtlichen Problemlagen auf: Es geht um den Schutz der körperlichen Unversehrtheit, um die freie Persönlichkeitsentfaltung und die Durchsetzung der sexuellen Selbstbestimmungsrechte. Die Veranstaltung wird in Gebärdensprache gedolmetscht.

Weitere Informationen zur Lesung

Rückblick: Fachgespräch zur Stärkung der Menschenrechte Älterer

Dr. Claudia Mahler © DIMR/S. Pietschmann

Am 11. November hat das Deutsche Institut für Menschenrechte gemeinsam mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) ein Fachgespräch zum Thema „Stärkung der Menschenrechte Älterer“ in Berlin durchgeführt. An dem Gespräch nahmen Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden und aus der Wissenschaft teil. Nach den Begrüßungen durch Guido Klumpp (Geschäftsführer der BAGSO), Ursula Lehr (Vorsitzende der BAGSO) und Petra Follmar-Otto (Leiterin der Abteilung Menschenrechtspolitik Inland/Europa am Deutschen Institut für Menschenrechte) gab Claudia Mahler (Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Menschenrechte) einen Überblick über die menschenrechtlichen Entwicklungen und Politiken zu Älteren. Im Anschluss wurden die Möglichkeiten zur Verbesserung des Menschenrechtsschutzes für Ältere und die spezifischen Rechte und Bereiche, die dabei zu bedenken sind, angeregt diskutiert.

Rückblick: Tagung "UN-Behindertenrechtskonvention: Deutschland auf dem Weg zur barrierefreien Gesellschaft?!"

(v. l.:) Elke Bitterhof, Dr. Leander Palleit, Jürgen Dusel, Adrian Maerevoet © DIMR/A. Roux

"Deutschland auf dem Weg zur barrierefreien Gesellschaft!?" war der Titel der Tagung, die am 25. Oktober im Kleist-Haus in Berlin stattfand. Die Veranstaltung widmete sich der Frage, wie Barrieren in Deutschland abgebaut werden können, damit Menschen mit Behinderungen in Zukunft ebenso wie Nichtbehinderte am öffentlichen Leben teilhaben können. Dabei wurde deutlich, dass die Theorie der Praxis weit voraus ist: Seit 2009 fordert die UN-Behindertenrechtskonvention die Barrierefreiheit für alle Menschen. Sie verpflichtet die Staaten, Barrieren systematisch zu erfassen und abzubauen. Dennoch ist es noch lange nicht selbstverständlich, dass Menschen ungeachtet ihrer Beeinträchtigungen gleichberechtigt in Deutschland leben. Rund 150 Personen aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und interessierter Öffentlichkeit nahmen vor Ort teil. Die gesamte Tagung wurde zudem live auf der Website des Instituts übertragen und dort über 600-mal aufgerufen. Zahlreiche Personen beteiligten sich an der Diskussion im Live-Chat. Veranstaltet wurde die Tagung vom Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit (BKB) und der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention. Bei der Ausgestaltung der Tagung wurde verstärkt auf Barrierefreiheit geachtet.

Video-Mitschnitte, Chat-Beiträge, Foto-Galerie, Kurzbericht, Transkription, Tagungsunterlagen, ausführliche Dokumentation, Pressemitteilung

Rückblick: Runder Tisch "Rechtsstaatlichkeit und Justizwesen in Mexiko als Herausforderung in der internationalen Zusammenarbeit"

(v. l.:) Michael Windfuhr, eine Dolmetscherin und Pilar Noriega © DIMR

Im Mittelpunkt des vom Deutschen Institut für Menschenrechte in Kooperation mit Brot für die Welt am 24. Oktober in Berlin veranstalteten Fachgesprächs standen die Menschenrechtssituation in Mexiko und die deutsche Unterstützung bei der Reform der mexikanischen Polizei. In das Thema führten ein: die mexikanische Menschenrechtsaktivistin Pilar Noriega, MdB Jürgen Klimke, Kuratoriumsmitglied des Instituts, der Beauftragte für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe im Auswärtigen Amt, Markus Löning, sowie Christiane Schulze von Brot für die Welt. Die Referentinnen und Referenten sowie die Vertreterinnen und Vertreter aus dem Auswärtigen Amt, dem Bundesinnenministerium und der Zivilgesellschaft waren sich einig über die Reformbedürftigkeit der mexikanischen Polizei, zu deren drängendsten Problemen die weit verbreitete Straflosigkeit gehört. Kontrovers diskutiert wurde, wie eine deutsche Unterstützung des Sicherheitssektors ausgestaltet sein muss, damit die vermittelten Fähigkeiten tatsächlich zu einer Verbesserung der Menschenrechtsbilanz beitragen und nicht missbräuchlich eingesetzt werden. Ein Lösungsvorschlag war, neben der Unterstützung für staatliche Stellen auch die mexikanische Zivilgesellschaft in ihrer "Watchdog"-Funktion zu stärken und dies als Voraussetzung in die bilateral geschlossenen Sicherheitsabkommen aufzunehmen.

Rückblick: Juristisches Fachgespräch: "Ein Streitkräfteeinsatzgesetz für die Bundeswehr? - Pro und Contra"

Prof. Dr. Beate Rudolf © DIMR/S. Pietschmann

Am 24. Oktober führten die Deutsche Gesellschaft für Wehrrecht und Humanitäres Völkerrecht und das Deutsche Institut für Menschenrechte gemeinsam ein Fachgespräch zum Thema "Ein Streitkräfteeinsatzgesetz für die Bundeswehr?" durch. Die Anwesenden diskutierten, ob für Grundrechtseingriffe der Bundeswehr bei Auslandseinsätzen eine gesetzliche Ermächtigung notwendig ist. Prof. Dr. Andreas Zimmermann von der Universität Potsdam sprach sich für ein Einsatzgesetz aus, während Dr. Christoph Gramm vom Bundesministerium der Verteidigung ein neues Gesetz nicht für erforderlich hielt. Dr. Dieter Weingärtner, Bundesministerium der Verteidigung, und Prof. Dr. Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, moderierten. Am Gespräch nahmen Mitarbeitende des Bundesministeriums der Verteidigung, des Bundesministerium des Innern, Menschenrechtsexpertinnen und -experten, Vertreter des Deutschen Bundestages sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler teil.

Thesenpapier Zimmermann (PDF, 88 KB, nicht barrierefrei)

Thesenpapier Gramm (Word, 32 KB, nicht barrierefrei)

Rückblick: Fachtreffen "Regenbogen-Philanthropie 2011"

(v. l.:) Sibongile Ndashe, Gabrielle Le Roux, Karl Schönberg © Ise Bosch

Zusammen mit der gemeinnützigen Dreilinden gGmbH veranstaltete das Institut am 13. September ein Fachtreffen zu Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans* und Inter* (LSBTI) in der Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Die zentrale Frage war, welche Auswirkungen politische Interventionen und Entwicklungszusammenarbeit auf die Rechte von LSBTI haben und wie negative Auswirkungen vermieden und positive gefördert werden können. Vorgestellt und diskutiert wurden auch die Ergebnisse der Studie "Menschenrechte fördern! Deutsche Unterstützung für lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und inter* Menschenrechtsarbeit im Globalen Süden und Osten". Mehr als 40 Teilnehmende aus dem In- und Ausland machten das dritte Fachtreffen zu LSBTI und EZ zum bisher größten zu diesem Thema in Deutschland. Neben staatlichen Akteuren und großen internationalen Nichtregierungsorganisation waren auch zahlreiche Stiftungen und kleinere Organisationen sowie private Beratende in der EZ vertreten.

Zur Tagungsdokumentation mit Audio-Mitschnitten und Präsentationen

Zur Studie "Menschenrechte fördern! Deutsche Unterstützung für lesbische, schwule, bisexuelle, trans* und inter* Menschenrechtsarbeit im Globalen Süden und Osten"

Pressemitteilung: Menschenrechte von Lesben, Schwulen, Bi-, Intersexuellen und Transgender in Entwicklungs- und Transformationsländern systematischer fördern

Anti-Folter-Ausschuss (CPT) des Europarates besuchte die Schweiz

Dr. Wolfgang Heinz © DIMR/S. Pietschmann

Vom  9. bis 20. Oktober 2011 besuchte eine Delegation des Anti-Folter-Ausschusses (CPT) des Europarates die Schweiz. Wolfgang Heinz, deutsches Mitglied im Ausschuss und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Institut für Menschenrechte, nahm an dem Besuch teil. Die Delegation besuchte neben Polizeistationen und Justizvollzugsanstalten auch Einrichtungen der Forensischen Psychiatrie.

"Folterverbot bleibt auf der Tagesordnung" - Interview mit Wolfgang Heinz (08.11.2011)

Verhandlungen bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) über freiwillige Leitlinien

Michael Windfuhr © DIMR/S. Pietschmann

Im Oktober 2011 sollten in Rom bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organization of the United Nations, FAO) nach einem knapp zweijährigen Prozess freiwillige Leitlinien zu guter Regierungsführung bei der Absicherung des Besitzes von Land, Wäldern und Fischerei-Ressourcen verabschiedet werden. Die Verhandlungen konnten allerdings aufgrund des Umfangs des Textes noch nicht abgeschlossen werden. Eine weitere Verhandlungsrunde soll im Januar/Februar 2012 zu einer Verabschiedung des Dokumentes führen, das anschließend im Committee on World Food Security (CFS) angenommen werden soll. Die Leitlinien beschreiben, wie verantwortliche Regierungsführung im Bereich des Zugangs zu Land, Wäldern und Fischerei-Ressourcen organisiert werden soll. Der Text ist menschenrechtsbasiert angelegt, ein Anliegen das von der EU unterstützt wird. Mit den Leitlinien wird auf die derzeitige Welle von Investitionen in Landbesitz reagiert, die in vielen Ländern zu beobachten ist. In diesem Zusammengang kommt es immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen wie beispielsweise Zwangsvertreibungen. Michael Windfuhr, Stellvertretender Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte, nimmt als unabhängiger Berater auf Bitten des Bundeslandwirtschaftsministeriums an den Verhandlungen teil.

Weitere Informationen auf der Homepage der FAO

Maastricht-Prinzipien über Extraterritoriale Staatenpflichten für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte verabschiedet

Vom 26. bis 28 September trafen sich rund 40 Völkerrechtler und Völkerrechtlerinnen an der Universität Maastricht, um die "Maastricht Principles on Extraterritorial State Obligations on Economic, Social and Cultural Rights" zu verabschieden. Zu den Teilnehmenden gehörten neben zahlreichen Völkerrechts-Experten aus aller Welt mehrere Mitglieder des UN-Fachausschusses für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (wsk-Rechte), sowie vier Sonderberichterstatter des UN-Menschenrechtsrates zum Thema. Nationale Menschenrechtsinstitutionen waren durch Duncan Wilson (Schottland) und Michael Windfuhr vom Deutschen Institut für Menschenrechte vertreten. Die Maastricht-Prinzipien beschreiben die Staatenpflichten von Vertragsparteien zum Internationalen Pakt über wsk-Rechte für Effekte ihres Handelns außerhalb der eigenen Grenzen. Dies betrifft sowohl bilaterale Handlungen, wie die Außenwirtschafts- oder Entwicklungspolitik, als auch die Verpflichtungen, die Staaten haben, wenn sie bi- oder multilaterale Verträge aushandeln, in internationalen Organisationen handeln oder Handlungen privater Akteure im Ausland kontrollieren. Die Maastricht-Prinzipien sollen im März 2012 während der Sitzung des UN-Menschenrechtsrates in Genf der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Maastricht Principles on Extraterritorial Obligations of States in the area of Economic, Social and Cultural Rights (PDF, 157 KB, nicht barrierefrei)

Pressemitteilung: Principles on Extra-Territorial Human Rights Obligations Adopted (PDF, 677 KB, nicht barrierefrei)

Neue Publikationen

aktuell 03/2011: Die Ratifikation der Europaratskonvention gegen Menschenhandel

Derzeit wird der Entwurf eines Gesetzes zur Ratifikation der Europaratskonvention gegen Menschenhandel im Bundestag behandelt. Als Menschenrechtsinstrument stellt die Europaratskonvention die Stärkung der Rechte der Betroffenen in den Mittelpunkt. Menschenhandel ist in Deutschland in verschiedenen Wirtschaftszweigen wie zum Beispiel der Gastronomie, der Sexindustrie, der Landwirtschaft, sowie in privaten Haushalten Realität und erfährt zunehmende Aufmerksamkeit. Dennoch konzentrieren sich die staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung von Menschenhandel bislang weitgehend auf die strafrechtliche Verfolgung der Täter und Täterinnen. Das Deutsche Institut für Menschenrechte führt in Kooperation mit der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" das Projekt "Zwangsarbeit heute: Betroffene von Menschenhandel stärken" durch. Der Schwerpunkt des Projekts liegt in der Stärkung der Rechte Betroffener, insbesondere deren Rechte auf Lohn und Entschädigung. Mit dem vorliegenden Papier wird der diesbezügliche Umsetzungsbedarf aus der Europaratskonvention aufgezeigt. Anders als nach Auffassung der Bundesregierung besteht dabei auch Änderungsbedarf im nationalen Recht.

Zu aktuell 03/2011

Stellungnahme der Monitoring-Stelle zum Nationalen Aktionsplan der Bundesregierung anlässlich der Anhörung im Deutschen Bundestag am 17. Oktober 2011

Die Bundesregierung muss sich noch konsequenter als bisher für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention einsetzen und ihren Nationalen Aktionsplan (NAP) diesbezüglich konkretisieren. Dies forderte die Mehrheit der Sachverständigen in der Öffentlichen Anhörung des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales am 17. Oktober 2011. Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle zur UN-Behindertenrechtskonvention/Deutsches Institut für Menschenrechte, gab eine  Stellungnahme zum Nationalen Aktionsplan der
Bundesregierung ab.

Zur Stellungnahme

In der Artikelreihe "Menschenrechte" im Anwaltsblatt des Deutschen Anwaltvereins: Die UN-Behindertenrechtskonvention in der gerichtlichen Praxis

Die UN-Behindertenrechtskonvention beschäftigt seit ihrem Inkrafttreten im März 2009 die deutschen Gerichte. 35 Entscheidungen sind bis Anfang Juni 2011 bekannt geworden, die in unterschiedlicher Weise ausdrücklich auf das menschenrechtliche Übereinkommen Bezug nehmen – im Vergleich mit anderen menschenrechtlichen Übereinkommen auffallend häufig. Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle, untersucht die Rezeption der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen durch deutsche Gerichte.

Zum Artikel

Übersicht aller Publikationen des Instituts:

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Bibliothek

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Die Neuerwerbungen der Bibliothek können im Online-Katalog eingesehen werden. Eine thematische Eingrenzung der neuen Titel anhand der Hauptgruppen der Aufstellungssystematik ist möglich.

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In unserem Pressespiegel finden Sie ausgewählte Berichte über das Deutsche Institut für Menschenrechte sowie Berichte, in denen Instituts-Mitarbeitende zitiert werden.

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Herausgeber:
Deutsches Institut für Menschenrechte, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Zimmerstr. 26/27 10969 Berlin

Website: www.institut-fuer-menschenrechte.de

V. i. S. d. P.:
Bettina Hildebrand, E-Mail: hildebrand@institut-fuer-menschenrechte.de

Redaktion:
Ingrid Scheffer, E-Mail: scheffer@institut-fuer-menschenrechte.de

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Der Newsletter des Deutschen Instituts für Menschenrechte ist urheberrechtlich geschützt. Das Copyright liegt beim Deutschen Institut für Menschenrechte.
Das Deutsche Institut für Menschenrechte übernimmt keine Verantwortung für die Inhalte externer Websites, auf die vom Newsletter oder von der Website des Instituts aus verlinkt wird. Ihre Daten behandeln wir vertraulich. Ihre Angaben werden nicht an Dritte weitergegeben.

ISSN: 1867-4453 

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