Veranstaltungsrückblicke 2014

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Veranstaltungsrückblicke 2014

16 Kurzfilme beim 2. Kinderrechte-Filmfestival von Kindern für Kinder

© Michelle Romero Pasternack
Kinderrechte-Filmfestival 2014 © Michelle Romero Pasternack

Kinder haben Rechte! Das weiß doch jedes Kind! Oder etwa nicht?

Am Internationalen Tag der Kinderrechte, 20. November, und am 21. November wurden im Filmtheater am Friedrichshain die diesjährigen Filme des Kinderrechte-Filmfestivals präsentiert. Die 16 Kurzfilme wurden von verschiedenen Berliner Grundschulklassen sowie einer Kindergruppe aus einem Flüchtlingswohnheim während der Projekttage des Kinderrechte-Filmfestivals entwickelt und umgesetzt.
An beiden Festivaltagen nahmen jeweils ca. 300 Personen an den Filmpremieren teil. Im Zuschauerraum des Kinos saßen natürlich hauptsächlich Kinder, aber auch viele andere Interessierte waren zu den Vorführungen gekommen. Das Publikum feierte jeden einzelnen der gezeigten Filme ausgiebig.

An den Festivaltagen wurden nach einer kurzen Begrüßung der Veranstalter zunächst acht Kurzfilme gezeigt. Anschließend wurden zu jedem Film einige der mitwirkenden Kinder zu ihren Werken und den Dreharbeiten befragt. An beiden Festivaltagen wurden außerdem zwei Filme von einer Kinder- und einer Erwachsenenjury ausgezeichnet. Im Anschluss ließen das Publikum und die jungen Filmemacherinnen und Filmemacher den gelungenen Festivaltag bei Keksen und Saft im Foyer ausklingen.

Verschiedene Kinderrechte und Handlungsstrategien

Das Kinderrechte-Filmfestival setzt sich aus zwei Projekttagen zusammen: Am ersten Tag setzen sich die Kinder aktiv und spielerisch mit Kinderrechten auseinander. Anschließend entwickeln sie gemeinsam das Drehbuch für einen Kurzfilm. Am zweiten Projekttag drehen die Kinder ihren eigenen Kurzfilm zum Thema Kinderrechte.

Die so in diesem Jahr entstandenen Kurzfilme greifen eine Reihe kinderrechtlicher Themen auf und beschäftigen sich unter anderem mit dem Recht auf gewaltfreie Erziehung, dem Diskriminierungsverbot und Beteiligungsrechten. Dabei machen die mitwirkenden Kinder ihre Perspektive sichtbar und thematisieren, was ihnen bei Kinderrechten besonders wichtig ist. Neben der Darstellung verschiedener Rechte zeigen viele der Filme auch Handlungsstrategien auf, wie Kinder mit Schwierigkeiten bei der Umsetzung ihrer Rechte oder der Rechte anderer Kinder umgehen können.
Die Präsentation der Kurzfilme fand im Rahmen der Berliner SchulKinoWochen statt. Das Kinderrechte-Filmfestival ist ein Projekt von kijufi – Landesverband Kinder- & Jugendfilm Berlin e.V. Das Deutsche Institut für Menschenrechte unterstützt das Kinderrechte-Filmfestival als Kooperationspartner.  
Weitere Informationen und die Filme finden Sie auf der Website des Kinderrechte-Filmfestivals.

(mn)


Viele interessante Anregungen beim Training of Trainers

Drei Teilnehmerinnen des Trainings stehen im Vordergrund und unterhalten sich gestikulierend. Dahinter stehen zwei Frauen, die ebenfalls miteinander reden.
Teilnehmende des Training of Trainers im regen Austausch © DIMR/N. Löhr

Bildungsmaßnahmen zu Kinder- und Jugendrechten in der Entwicklungszusammenarbeit am 20./21. November 2014

Schwerpunkt des Trainings of Trainers am 20. und 21. November im Deutschen Institut für Menschenrechte war die Anwendung des zum 25-jährigen Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention erschienenen Trainingsleitfadens "Kinder- und Jugendrechte in der Entwicklungszusammenarbeit. Methoden und Anleitungen für die Umsetzung in der Praxis". An der zweitägigen Veranstaltung nahmen 22 international tätige Personen, freiberuflich tätige Gutachterinnen, Gutachter, Beraterinnen und Berater sowie Mitarbeitende der GIZ teil.
 
An den beiden Tagen wechselten sich Vorträge zu Grundlagenwissen Kinder- und Jugendrechte mit praktischen Inhalten wie der Erprobung und Reflexion von Methoden des Leitfadens ab. Wichtig war dabei die Reflexion und Diskussion möglicher Adaptionen der vorgestellten Methoden. Gemeinsam stellten die Anwesenden erste Überlegungen zur Implementierung der Fortbildung in den eigenen Arbeitskontext und in eigene Arbeitsvorhaben an. "Viele Interessante Anregungen" nahm eine Teilnehmerin sowohl aus dem Leitfaden als auch aus der gemeinsamen Erprobung und Diskussion mit. Die Abteilung Menschenrechtsbildung des Instituts gab das Training in Kooperation mit dem Sektorvorhaben Kinder- und Jugendrechte der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Sandra Reitz, Leiterin der Abteilung, und Judith Feige, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung, führten das Training durch.

In Kirgisistan, Guatemala und Burkina Faso erprobt

Die Abteilung Menschenrechtsbildung hatte den Trainingsleitfaden 2013/2014 im Auftrag des GIZ-Sektorvorhabens "Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten" entwickelt. Inhalte des Leitfadens sind neben Grundlagenwissen zur UN-Kinderrechtskonvention insbesondere Methoden, die die Berücksichtigung von Kinder- und Jugendrechten im eigenen Arbeitskontext erleichtern sowie Ansätze zur Erarbeitung konkreter Handlungsmöglichkeiten vor Ort diskutieren. Ziel des Leitfadens ist es, für Menschenrechte, den internationalen Menschenrechtsschutz und speziell für Kinder- und Jugendrechte zu sensibilisieren und zu befähigen, diese in der eigenen Arbeit besser berücksichtigen und anwenden zu können. Dabei sollten die Trainings im Tandem, gemeinsam mit einer nationalen Fachkraft durchgeführt werden. Das Institut hat den Leitfaden in Kirgisistan, Guatemala und Burkina Faso in zweieinhalbtägigen Workshops erprobt. Die Publikation wurde zum 25-jährigen Jubiläum der UN-Kinderrechtskonvention veröffentlicht. Das 110-Seiten-Dokument mit CD-Rom ist über das Sektorvorhaben "Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten" der GIZ in deutscher Sprache zu bestellen. 2015 wird es voraussichtlich in weitere Sprachen übersetzt werden.

Weitere Informationen zum 25-jährigen Jubiläum der Kinderrechtskonvention erhalten Sie im Dossier "25 Jahre UN-Kinderrechtskonvention"
(jf)


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Pädagogische Beziehungen zwischen Anerkennung und Demütigung: eine Frage der Menschen- und Kinderrechte

Teilnehmende der Konferenz sitzen und stehen vor dem Rochow-Museum
Teilnehmende der Konferenz im Rochow-Museum in Reckahn © Hanno Schmitt

Konferenz "Menschen- und Kinderrechte in pädagogischen Beziehungen – Zur institutionellen Verankerung einer Entwicklungs- und Forschungsperspektive" am 31.10. und 01.11.2014 in Reckahn

Das Verhältnis zwischen rechtlichen und zwischenmenschlichen Beziehungen wurde auf der Konferenz "Menschen- und Kinderrechte in pädagogischen Beziehungen – Zur institutionellen Verankerung einer Entwicklungs- und Forschungsperspektive" vom 31.10. bis 01.11.2014 im Rochow-Museum und Akademie für historische und zeitdiagnostische Forschung an der Universität Potsdam diskutiert.

Einige der Teilnehmenden nahmen das Verhältnis der Felder "Recht" und "Beziehungen" als widersprüchlich wahr, etwa wenn es in Beziehungen gerade weniger um juristisch fassbare Strukturen, sondern um zwischenmenschliche Verhältnisse gehen soll. Kinderrechte fordern einen Umgang zwischen Erwachsenen und Kindern, der keine Verletzung der Menschenwürde duldet, darüber herrschte Einigkeit. Rund 50 Personen brachten ihre unterschiedlichen Arbeits- und Forschungsperspektiven ein. Die Arbeit an dem Thema war eine Fortsetzung der bereits 2013 mit 400 Teilnehmenden durchgeführten internationalen Konferenz "Kinderrechte und die Qualität pädagogischer Beziehungen" an der Universität Potsdam. Dieser gingen 2011 die Gründungskonferenz des "Arbeitskreises Menschenrechtsbildung" an der Rochow-Akademie sowie die Planungskonferenz für die große öffentliche Veranstaltung im Jahr 2013 voraus. Veranstaltet wurde die Fachkonferenz 2015 von den zuständigen Arbeitsbereichen der Universitäten Potsdam und Kassel, dem Deutschen Institut für Menschenrechte, dem Deutschen Jugendinstitut (München) sowie der Helga Breuninger Stiftung (Stuttgart).

Beteiligung als Schlüssel

Die Grußworte der Vertreterinnen der veranstaltenden Institutionen führten in das Konferenz-Thema ein, das durch einen einführenden Vortrag von Annedore Prengel, emeritierte Erziehungswissenschaftlerin an der Universität Potsdam und Seniorprofessorin an der Goethe-Universität Frankfurt, zu "Handlungsebenen der Verbesserung pädagogischer Beziehungen im Bildungssystem" aufgefächert wurde. Die Arbeit und Diskussionen während der Konferenz fanden neben den Plenumsgesprächen zu Beginn und am Schluss in Kleingruppen statt, die sich mit folgenden Schwerpunktthemen befassten: Forschung, Forschungsförderung, Bildungspolitik, Recht, Verwaltung, Leitung sowie Beschwerdeverfahren und Partizipation.

Einig waren sich die Teilnehmenden, dass für die Bildungswege von Kindern und Jugendlichen entscheidend ist, ob sie es mit Pädagoginnen und Pädagogen zu tun haben, die sie anerkennen und ermutigen oder die sie demütigen und verletzen. Die Qualität pädagogischer Beziehungen ist sowohl für persönliche Erfahrungen der Kinder und Jugendlichen als auch für die Verwirklichung der Menschen- und Kinderrechte bedeutsam. Gemeinsam wurde diskutiert, wie das Thema in der Forschungs- und Bildungslandschaft noch stärker verankert werden kann. Es ging darum, aufzuzeigen, wie die Auseinandersetzung mit beispielsweise individueller Anerkennung oder psychischer Gewalt thematisiert werden kann, um zu einer Stärkung gelingender pädagogischer Beziehungen in schul- und sonderpädagogischen Arbeitsfeldern beizutragen. Lothar Krappmann, ehemaliges Mitglied des UN-Kinderrechteausschusses, bewertete in seinem Schlusswort die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an allen Angelegenheiten, die sie berühren, als äußerst bedeutend, wie dies auch in der UN-Kinderrechtskonvention von 1989 garantiert wird.

Bilanz und Ausblick: Erarbeitung eines Manifests "Reckahner Reflexionen zu Kinderrechten in pädagogischen Beziehungen"

In allen Gruppen konnten wichtige Diskussionsergebnisse zusammengetragen sowie der gemeinsame Erfahrungsaustauch intensiviert werden. Einstimmig hielten die Anwesenden beispielsweise fest, dass regelmäßige Supervision, Beratung sowie Fortbildung von pädagogischen Fachkräften auf allen institutionellen Ebenen notwendig sei. Teilnehmende schlugen vor, ein Manifest der Kinderrechte in pädagogischen Beziehungen zu erarbeiten.

Vom Institut nahmen Sandra Reitz, Leiterin der Abteilung Menschenrechtsbildung, und Judith Feige teil. Das Institut wird den weiteren Prozess aktiv begleiten und unterstützen. Für Ende Oktober 2015 ist eine weitere Fachkonferenz zu der Thematik "Kinderrechte und pädagogische Beziehungen" geplant.
(JF)


Menschenrechtsbildung und Literatur

In einem Konferenzraum sitzen zahlreiche Teilnehmende des Netzwerktreffens und blicken nach vorne auf eine Powerpointpräsentation.
Menschenrechtsbildung bedarf der konkreten Thematisierung der Rechteperspektive, so die Anwesenden © DIMR/N. Löhr

Netzwerktreffen Menschenrechtsbildung "Inklusive Menschenrechtsbildung praktisch" am 17. November 2014

Am 17. November 2014 lud die Abteilung Menschenrechtsbildung des Deutschen Instituts für Menschenrechte zum Netzwerktreffen ein. An der Veranstaltung nahmen 28 in der Menschenrechtbildung tätige Personen aus dem gesamten Bundesgebiet teil. Schwerpunkt des Treffens war das Thema "Inklusive Menschenrechtsbildung praktisch: Vorstellung und Diskussion von Materialien und Konzepten zur Verbindung von Menschenrechten, Diversity und Inklusion". Damit baute die Veranstaltung bewusst auf dem letzten Netzwerktreffen "Inklusive Menschenrechtsbildung? Zum Verhältnis von Menschenrechten, Diversity und Inklusion" im September 2013 auf, im Fokus standen in diesem Jahr allerdings konkrete Konzepte und Materialien. Nach der Begrüßung durch Sandra Reitz, Leiterin der Abteilung Menschenrechtsbildung, führte Mareike Niendorf, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung, ins Thema ein und gab einen Rückblick auf das Netzwerktreffen 2013.

Materialen und Konzepte für unterschiedliche Zielgruppen

Judith Leiß, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsche Sprache und Literatur II der Universität zu Köln, referierte aus einer wissenschaftlichen Perspektive über das Verhältnis von inklusiver Literaturdidaktik und Menschenrechtsbildung und verdeutlichte hierbei interessante Anknüpfungspunkte zwischen den beiden Ansätzen. So sei fiktionale Literatur ein kreativer Zugang, auch um Utopien wie etwa eine verwirklichte Kultur der Menschenrechte oder eine diskriminierungsfreie Gesellschaft zu veranschaulichen. Die Perspektivübernahme, die in der Literaturdidaktik eine wichtige Rolle spiele, sei ein erster Schritt zur Empathie, die wiederum im Bereich der Bewusstseinsbildung für Menschenrechte wichtig sei.
Nach diesem theoretischen Einstieg stellte Janika Hartwig vom Entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationszentrum e. V. (EPIZ) ein Material vor, das sich insbesondere an Erzieherinnen und Erzieher wendet. Hierfür leitete sie die Übung "Alle mit im Bild?" aus der Materialsammlung "Welt Bilder Bücher. Kinder- und Jugendbücher für ein Globales Lernen (möglichst weit) jenseits von Stereotypen und Ausgrenzung" an. Die Teilnehmenden versuchten dabei in Kleingruppen, möglichst viele Beispiele für Figuren aus Kinderbüchern zu finden, die in Bezug auf Diversitäts-Aspekte in den Büchern benachteiligt oder privilegiert sind.
Stephanie Nordt und Thomas Kugler von der Bildungsinitiative QUEERFORMAT/KomBi präsentierten den Medienkoffer "Familien und vielfältige Lebensweisen", der von der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft herausgegeben wird. Dieser Medienkoffer enthält eine Vielzahl ausgewählter Kinderbücher für die frühkindliche Bildung und richtet sich in erster Linie an Kindertagesstätten.

Judith Feige, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Menschenrechtsbildung, moderierte die anschließende Diskussion, unter besonderer Berücksichtigung der Chancen und Herausforderungen einer inklusiven Menschenrechtsbildung. Diese Möglichkeit zu einem vertiefenden Austausch wurde von den Teilnehmenden engagiert genutzt. Dabei stellten sie fest, dass menschenrechtliche und fachdidaktische Diskurse an getrennten Orten geführt werden. Auch wurde deutlich, dass Menschenrechte häufig nicht explizit benannt, sondern eher implizit mitgedacht werden. Menschenrechtsbildung bedürfe allerdings der konkreten Thematisierung der Rechteperspektive, so die Anwesenden.

Zum Abschluss fasste Sandra Reitz die Vorträge und Diskussionen zusammen: Kinderbücher könnten ein gutes Medium sein, um auch mit jüngeren Kindern über menschenrechtliche Themen zu sprechen. Dies sei wichtig, da Menschenrechtsbildung bisher häufig erst Jugendliche ab 14 Jahren erreiche. Entscheidend seien hierbei geeignetes Material und eine entsprechende Sensibilisierung der pädagogischen Fachkräfte. Des Weiteren seien partizipative Elemente und Mehrperspektivität unverzichtbar für eine inklusive, diversitätssensible Menschenrechtsbildung.

Die Teilnehmenden wünschten sich, dass das Netzwerktreffen häufiger als einmal im Jahr stattfindet, damit aktuelle gesellschaftliche Debatten besser aufgegriffen werden können. Sie lobten die Möglichkeit zum Austausch und zum gemeinsamen Nachdenken und sammelten verschiedene Ideen für zukünftige thematische Schwerpunkte.
(N. Löhr)

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Kinderrechte in Kirgisistan

Vier Teilnehmende des Seminars stehen vor einem Flipchart mit Moderationskarten und blicken in die Kamera.
© GIZ

Follow-Up-Seminar zur Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten in Kirgisistan am 8. und 9. September 2014

In Bischkek, der Hauptstadt Kirgisistans, führte das Deutsche Institut für Menschenrechte in Zusammenarbeit mit dem Sektorvorhaben "Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten" der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) vom 8. bis 9. September 2014 ein Follow-Up-Training zu Kinder- und Jugendrechten durch. Wie schon im Jahr zuvor nahmen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Fachkräfte sowie Vertreterinnen und Vertreter von Institutionen und Organisationen aus dem Jugendsektor in Kirgisistan daran teil, 19 waren es diesmal.

Das anderthalbtägige Training vertiefte die Inhalte zu Kinder- und Jugendrechten aus dem Vorjahr. 2013 hatten sich die Teilnehmenden mit wesentlichem Grundlagenwissen zur UN-Kinderrechtskonvention beschäftigt. Im diesjährigen Seminar erhielten die Teilnehmenden eine Wiederholung zur UN-Kinderrechtskonvention sowie eine Vertiefung zu den Partizipationsrechten von Kindern und Jugendlichen. Sie stellten im vergangenen Jahr erarbeitete Handlungsmöglichkeiten vor und diskutierten diese. Zusätzlich ging es um partizipative Methoden der Kinderrechtsbildung. Das interaktive Training legte großen Wert auf Methodenvielfalt bei der Kinderrechtsbildung.

"Das Training 2013 habe ich als 'Empowerment' erlebt, seitdem habe ich in meiner Arbeit große Fortschritte in der Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten erzielt"

Die Teilnehmenden beschrieben auch in diesem Jahr die Methodenvielfalt der Menschenrechtsbildung als wichtigen Impuls für die eigene zukünftige Arbeit. "Das Training 2013 habe ich als 'Empowerment' erlebt, seitdem habe ich in meiner Arbeit große Fortschritte in der Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten erzielt", berichtete eine Teilnehmerin.

Judith Feige, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Menschenrechtsbildung am Institut, führte das Seminar durch. Partner vor Ort war das GIZ-Vorhaben "Perspektiven für die Jugend".

Das Deutsche Institut für Menschenrechte, Abteilung Menschenrechtsbildung, entwickelt seit 2013 im Auftrag des GIZ-Sektorvorhabens "Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten" einen Trainingsleitfaden "Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten, Methodische Anleitung für Fortbildungen". Das Institut hat den Leitfaden in Kirgisistan, Guatemala und Burkina Faso in zweieinhalbtägigen Workshops erprobt und wird ihn voraussichtlich im November 2014 öffentlich vorstellen. Inhalte des Leitfadens sind neben Grundlagenwissen zur UN-Kinderrechtskonvention insbesondere Methoden, die die Berücksichtigung von Kinder- und Jugendrechten im eigenen Arbeitskontext erleichtern sollen, sowie Ansätze zur Erarbeitung konkreter Handlungsmöglichkeiten vor Ort.

Rückblick: Fortbildung zur Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten in Burkina Faso vom 22. bis 24. Januar 2014

Rückblick: Training zur Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten in Guatemala vom 11.-13. November 2013

Rückblick: Training zur Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten in Kirgisistan vom 2.-6. September 2013

(J. Feige)


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"Eigene Positionen hinterfragen"

Die Teilnehmenden stehen und sitzen im Halbkreis vor einem bunten Bild und blicken in die Kamera.
27 Teilnehmende aus dem gesamten Bundesgebiet und der Schweiz waren dabei © DIMR

Vom 17. bis 21. August 2014 fand in Erkner die 12. Menschenrechtsakademie des Instituts statt

Bereits zum 12. Mal fand in diesem Jahr die Menschenrechtsakademie "Nationaler und Internationaler Menschenrechtsschutz" des Deutschen Instituts für Menschenrechte statt. Im Bildungszentrum Erkner tauschten sich vom 17. bis 21. August Mitarbeitende des Instituts mit 27 Teilnehmenden aus dem gesamten Bundesgebiet und der Schweiz über menschenrechtliche Themen aus. Unter den Teilnehmenden waren sowohl Studierende, als auch (ehrenamtliche) Mitarbeitende diverser zivilgesellschaftlicher Akteure, am Thema Interessierte und menschenrechtlich Engagierte.

Facettenreiches Themenspektrum

In Arbeitsgruppen und im Plenum beleuchteten die Teilnehmenden und Referentinnen und Referenten mit- und untereinander verschiedenste Themen und Aspekte der Arbeit mit Menschenrechten und deren Umsetzung auf internationaler und nationaler Ebene. Die vielfältig aufbereiteten Themenschwerpunkte der Akademie verhalfen den Teilnehmenden zu einem Gesamtverständnis der Menschenrechte und boten ihnen diverse Anknüpfungspunkte für eine tiefer gehende Auseinandersetzung mit Menschenrechten sowie Hinweise für die praktische Arbeit.

Neben der inhaltlichen Einführung in Grundlagen des nationalen und internationalen Menschenrechtsschutzes standen folgende Themen im Mittelpunkt der Akademie: Menschenrechtsbildung; Arbeit mit Staatenberichtverfahren; Menschenrechte und internationale Sicherheitspolitik; Terrorismusbekämpfung und Menschenrechtsschutz; Freiheit, Gleichheit und Schutz vor Diskriminierung; Inklusion, Diversity und Menschenrechte; Zivilgesellschaftliche Menschenrechtsarbeit: NGOs und NHRIs; die UN-Behindertenrechtskonvention; Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte; UN-Menschenrechtsrat und -Sonderberichtserstattung anhand der Beispiele Wasser- und Sanitärversorgung sowie Religions- und Weltanschauungsfreiheit. 

Didaktisch überzeugten die Referentinnen und Referenten durch ihre Methodenvielfalt. Neben einführenden Vorträgen und Präsentationen wurden die Teilnehmenden bei Gruppenarbeiten und in Diskussionen immer wieder dazu angeregt, sich aktiv mit den vermittelten Inhalten auseinanderzusetzen und eigene Standpunkte einzubringen. Durch das Bearbeiten von Fallbeispielen konnte theoretisch Erlerntes unmittelbar umgesetzt und somit konkret anwendbar werden.  

"Must-have" für an Menschenrechten Interessierte

Die Teilnehmenden brachten sich engagiert in den Austausch mit den Referentinnen und Referenten ein und zeigten sich sehr an den vermittelten Inhalten der Akademie interessiert. Aber auch untereinander nutzten sie die Zeit, um angeregt miteinander zu diskutieren und sich zu vernetzen.  
Einer der Teilnehmenden resümierte: "Die Menschenrechtsakademie ist ein 'must have' nicht nur für all diejenigen, die in dem Bereich arbeiten, sondern auch für alle Interessierten, die sich einer aufgeschlossenen und toleranten Gesellschaft verpflichtet fühlen." "Die Akademie hat mir Gelegenheit gegeben, Neues zu lernen und eigene Positionen zu hinterfragen", sagte eine Teilnehmerin.

Geleitet wurde die Menschenrechtsakademie von Mareike Niendorf, Referentin der Abteilung Menschenrechtsbildung. Als Referentinnen und Referenten beteiligt waren neun Mitarbeitende des Instituts und Judy Gummich, freiberufliche Diversity-Trainerin und -Beraterin.

Das Programm als PDF (nicht barrierefrei)

(J. Mitwalli)

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"Die Defizit-orientierte Brille endlich absetzen"

Swantje Köbsell, Claudia Lohrenscheit, Meike Günther und eine weitere Frau sitzen an einem Tisch und unterhalten sich. Auf dem Tisch sind Kaffeetassen, Moderationskarten und ein Schreibblock.
Diskutierten Möglichkeiten einer inhaltlichen Erweiterung des Online-Handbuchs Inklusion: (v. l.) Swantje Köbsell, Claudia Lohrenscheit und Meike Günther © DIMR/I. Scheffer

Diskussionen über Inklusion, Partizipation und Menschenrechtsbildung beim Fachtag "Online-Handbuch Inklusion" am 27. Juni in Berlin

"Inklusion ist ein revolutionärer Ansatz: gegen das Leistungsprinzip – das hat die Gesellschaft noch nicht begriffen!" meinte eine der 20 Teilnehmenden des Fachtags "Online-Handbuch Inklusion". Dabei komme es besonders auf die Definition und Beurteilung von Leistung an, ergänzte eine andere Teilnehmerin - gegenwärtig werde häusliche, ehrenamtliche oder auch gemeinschaftliche Arbeit häufig wenig wertgeschätzt. Zum Fachtag am 27. Juni in Berlin hatte die Abteilung Menschenrechtsbildung des Deutschen Instituts für Menschenrechte eingeladen. Ziel der ganztägigen Veranstaltung war es, zu erfahren, wie sich die Website in der Praxis bewährt hat, welche Bedarfe zum Thema Inklusion die Anwesenden bei ihrer Arbeit erkannt haben und welche Ideen oder Empfehlungen sie für eine inklusive Menschenrechtsbildung mitbringen. Der Fachtag war zugleich Abschlussveranstaltung für das Projekt "Online-Handbuch Inklusion", dessen Förderung im April ausgelaufen ist. Sowohl der Fachtag als auch das Projekt wurden durch die Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft finanziell gefördert.

"Jeder Mensch hat das Recht, von Anfang an dabei zu sein"

Beate Rudolf, die Direktorin des Instituts, eröffnete den Tag, indem sie die Bedeutung der Inklusion darstellte: "Jeder Mensch hat das Recht, von Anfang an dabei zu sein – das gilt für alle Lebensbereiche und für alle Menschenrechte!" Sie unterstrich, dass der Staat für die Inklusion verantwortlich sei, er müsse Inklusion ermöglichen. Nach einem kurzen Rückblick auf die Entstehung der Website "Inklusion als Menschenrecht" schilderten Anne Thiemann, Mathias Hinderer, Eileen Moritz, Judith Feige und Meike Günther ihre praktischen Erfahrungen mit dem Online-Handbuch, moderiert von Sandra Reitz, Leiterin der Abteilung Menschenrechtsbildung am Institut.

Aha-Erlebnisse und Anregungen

Meike Günther, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut und eine der Schöpferinnen des Online-Handbuchs, berichtete, dass sie bei gewöhnlichen Vorträgen zum Thema Inklusion oft Widerstand bei den Zuhörenden gespürt habe, nicht aber bei der Arbeit mit der Website. Eileen Moritz, Bildungsreferentin des Zentrums selbstbestimmt Leben in Gießen e. V., lobte exemplarisch das Rollenspiel "Talkshow". In diesem Rollenspiel diskutieren verschiedene Personen die weitere Schullaufbahn einer sehbehinderten Schülerin. Dabei können Mitspielende mit und ohne Behinderung einen Rollenwechsel vornehmen, Klischees aufdecken und ihre eigenen Positionen reflektieren. Mathias Hinderer, Mitarbeiter im Projekt Inklusiv VERbunden/inklusive menschenrechte, erzählte, es sei ein "Aha-Erlebnis" gewesen, mithilfe des Planspiels "Die Verhandlungen über die Behindertenrechtskonvention bei den Vereinten Nationen" nachzuerleben, wie vielschichtig die Argumente der Befürworterinnen und Befürworter der UN-Behindertenrechtskonvention damals gewesen seien. Die Homogenisierung der Menschen mit Behinderungen werde in diesem Spiel aufgehoben, ergänzte Meike Günther. Judith Feige, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut, berichtete ebenfalls von einem Aha-Erlebnis bei den Teilnehmenden ihrer Seminare: Wenn sie das Übersetzungsspiel "Schwere Sprache – Leichte Sprache" mache, seien die Teilnehmenden jedes Mal erstaunt, wie schwer es ist, etwas wirklich leicht verständlich zu formulieren.

Kritische Anmerkungen und Anregungen zur Weiterentwicklung des Online-Handbuchs wurden ebenfalls gesammelt: Ottmar Miles-Paul (bifos e. V.) merkte an, Bewusstseinsbildung sei aus seiner Sicht nicht genug. Es müssten konkrete Schritte hin zur Inklusion folgen. Dazu könne man die Website zum Beispiel um inspirierende positive Beispiele ergänzen. Mathias Hinderer gab zu bedenken, dass die Website derzeit suggeriere, Inklusion umfasse nur das Thema Behinderung. Eileen Moritz regte an, das Thema Partizipation mit aufzunehmen. Claudia Lohrenscheit, Professorin an der Hochschule Coburg, meinte, dass die Website um brandaktuelle Themen ergänzt werden sollte.

Die fünf sitzen an einem Tisch und unterhalten sich. Auf dem Tisch sind Schreibblöcke, Moderationskarten, Tassen und Gläser.
(v. l.) Judith Feige, Judy Gummich, Janina Mitwalli, Christian Huge und Eileen Moritz © DIMR/I. Scheffer

"Um die Inklusion voranzubringen, ist Menschenrechtsbildung nötig"

In drei Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmenden intensiv darüber, wie das Online-Handbuch inhaltlich erweitert und weiter verbreitet werden könnte, wie die Inklusion in Deutschland vorangebracht werden kann, sowie über den Begriff Partizipation. Die Gesellschaft müsse ihre "Defizit-orientierte" Brille endlich absetzen und Barrieren abbauen, fasste Marianne Hirschberg, Professorin an der Hochschule Bremen, zusammen. Das Leistungsprinzip solle kritisch hinterfragt werden. Partizipation müsse intersektional gedacht und auch politisch definiert werden.
Intersektionale Diskriminierungen, also Situationen, die aus Diskriminierungen wegen verschiedener Merkmale entstehen, diskutierte auch die AG zur inhaltlichen Erweiterung der Website, war sich aber einig, dass umfangreiche Ergänzungen der Website kurzfristig nicht möglich sind. Leichter umsetzbar wäre die Idee, einzelne Artikel der UN-BRK anschaulich darzustellen: in Leichter Sprache, mit Beispielen, verlinkten Videos, weiteren Biografien oder auch Gerichtsurteilen zum Thema.
Um die Inklusion voranzubringen, sei Menschenrechtsbildung nötig, resümierte Anne Thiemann, Trainerin für Menschenrechtsbildung, Diversity und Inklusion bei der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen – BIG e. V., aus ihrer AG. Es sollte mit Bildungspolitikerinnen und –politikern gesprochen werden, um Menschenrechtsbildung in der Aus- und Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften in den Bereichen Lehramt, Soziale Arbeit, Pflege zu verankern.

"Bewusstseinsbildung" lautete das Ziel, mit dem das Projekt "Online-Handbuch Inklusion" 2009 gestartet ist. Dazu trägt es sicherlich bei. Spätere Revolution nicht ausgeschlossen.

Foto-Galerie der Veranstaltung

Website "Inklusion als Menschenrecht"

(I. Scheffer)


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Einblick in die Prozesse: Fortbildung für Mitarbeitende aus Bundestag und Ministerien

Porträt Sandra Reitz
Sandra Reitz, Leiterin der Abteilung Menschenrechtsbildung, moderierte © DIMR/Amélie Losier (Archiv)

Am 26. und 27. Mai nahmen etwa 20 Mitarbeitende aus Bundestag und Bundesministerien an einer Fortbildung des Deutschen Instituts für Menschenrechte teil. Unter dem Titel "Nationaler und internationaler Menschenrechtsschutz" wurde verdeutlicht, wie menschenrechtsrelevante Akteure und Dokumente auf nationaler, europäischer und UN-Ebene ineinandergreifen. So sprach Beate Rudolf, Direktorin des Instituts, über den Menschenrechtsschutz im Europarat und in der Europäischen Union. Wolfgang Heinz, Senior Policy Adviser am Institut, analysierte Stärken und Schwächen verschiedener UN-Gremien wie Menschenrechtsrat und Menschenrechts-Ausschuss. Des Weiteren diskutierten die Anwesenden einige thematische Schwerpunkte des Instituts: Eric Töpfer referierte über das  Recht auf Privatsphäre im Zusammenhang mit nachrichtendienstlicher Massenüberwachung, Christopher Schuller und Deniz Utlu über die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, und Leander Palleit über die UN-Behindertenrechtskonvention und wie überwacht wird, ob sie umgesetzt wird. Sandra Reitz, Leiterin der Abteilung Menschenrechtsbildung, moderierte.

Anwesend waren Mitarbeitende aus allen im Bundestag vertretenen Fraktionen sowie Mitarbeitende aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Die Teilnehmenden diskutierten sehr angeregt und wünschten sich eine Fortsetzung im nächsten Jahr. Eine Teilnehmerin resümierte: "Ich habe einen inneren Einblick in die Prozesse bekommen. Es war zudem ein Update, was aktuelle Themen sind, zum Beispiel hinsichtlich der UN-BRK. Ich war jetzt schon zum zweiten Mal hier - die Themen sind nie erschöpft."
(sr)

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Fachgespräch "Verschiedene Perspektiven auf Inklusion im Bildungsbereich am Beispiel des Index für Inklusion" am 25. April 2014

Judy Gummich steht neben einem beschriebenen Flipchart und spricht gestikulierend.
Einführende Worte von Judy Gummich, Organisatorin des Fachgesprächs © DIMR/F. Liepe

Am 25. April 2014 fand im Deutschen Institut für Menschenrechte das Fachgespräch "Verschiedene Perspektiven auf Inklusion im Bildungsbereich am Beispiel des Index für Inklusion" statt. Etwa 30 Teilnehmende aus verschiedenen Praxisfeldern, Bildungskontexten und der Wissenschaft diskutierten die Zusammenhänge von Inklusion, Menschenrechten und Bildung aus ihren unterschiedlichen Perspektiven. Eingeladen hatten die Abteilung Menschenrechtsbildung am Institut und die Steuergruppe für die Weiterentwicklung des "Index für Inklusion in der Bildung".

Schwerpunkt und Ziel der Veranstaltung war es, durch diesen Austausch unterschiedlicher Perspektiven Dialoge anzuregen, den inhaltlichen Zusammenhang zwischen Inklusion und Menschenrechten aus vielfältiger Sicht zu beleuchten, die gesamte Komplexität von Inklusion als Grundlage des Index in den Fokus zu rücken, seine Erweiterung um die Menschenrechtsperspektive zu stärken und so den im Entstehen befindlichen "Index für Inklusion in der Bildung" zu bereichern.

Überarbeitung des bestehenden "Index für Inklusion"

Jeweils ca. 5-7 Teilnehmende haben sich in Kleingruppen um je eine Tischgruppe versammelt und unterhalten sich. Auf den Tischen sind Gläser, Namenskärtchen, Schreibblöcke und Unterlagen.
(v. l.:) Judith Feige, Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Menschenrechtsbildung, Jo Jerg, Beate Rudolf, Direktorin des Instituts, und Andreas Hinz, Ko-Leiter des Projektes "Index für Inklusion in der Bildung", tauschten sich mit anderen Teilnehmenden über die Bedeutung von Inklusion aus © DIMR/F. Liepe

Die deutsche Erstauflage des "Index für Inklusion" für Schulen wurde 2003 von Ines Boban und Andreas Hinz, Martin-Luther-Universität Halle, aus dem Englischen für den deutschsprachigen Raum übertragen. Er beinhaltet eine Sammlung von Materialien, Aussagen und Fragen zur Reflexion und Planung von Schritten, um eine Schule möglichst inklusiv zu gestalten. Ihn gilt es nun zu aktualisieren und mit den Anregungen des englischen "Index for Inclusion" von 2011 sowie den Erfahrungen mit den drei deutschsprachigen Versionen des Index für Schulen, Kindertageseinrichtungen und Kommunen für Bildungseinrichtungen insgesamt anwendbar zu machen.

Inklusion ohne Menschenrechte nicht denkbar

Nach Begrüßungen durch Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, Ines Boban, Ko-Leiterin des Entwicklungsprojektes "Index für Inklusion in der Bildung", und Sandra Reitz, Leiterin der Abteilung Menschenrechtsbildung im Institut, führte Judy Gummich, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Organisatorin des Fachgesprächs, in den inhaltlichen Ablauf ein. Andreas Hinz, ebenfalls Ko-Leiter des Projektes, stellte den aktuellen Stand der Arbeit am neuen "Index für Inklusion in der Bildung" vor. Anschließend wurde die Bedeutung der menschenrechtlichen Perspektive und der Menschenrechtsbildung für Inklusion erläutert. In Dialogtisch-Runden tauschten sich die Teilnehmenden über die Bedeutung von Inklusion aus ihrer jeweiligen fachlichen Perspektive aus. Empowerment, Flucht, Asyl, Diaspora, Menschenrechtsbildung, Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung sowie Sexuelle Identität waren nur einige der vielfältigen Perspektiven auf Inklusion, die die aus unterschiedlichen Bildungskontexten kommenden Expertinnen und Experten mit einem bemerkenswerten Konsens aufzeigten.

Vielfältige Perspektiven auf den Index für Inklusion

Teilnehmende der Fachtagung unterhalten sich sitzend in Kleingruppen.
© DIMR/F. Liepe

In einer weiteren Dialogtisch-Runde beschäftigten sich die Arbeitsgruppen intensiv mit den Perspektiven auf den Index für Inklusion. Sie sammelten, präsentierten und diskutierten viele mögliche Fragen, die in den zukünftigen Index aufgenommen werden können und die den Entstehungsprozess weiterhin begleiten können.

Bei einem Brainstorming, wie der menschenrechtsbasierte Ansatz in Inklusionsprozessen gestärkt werden kann, zeigte sich, wie wichtig es den Anwesenden ist, dass sich die menschenrechtliche Perspektive sowohl im Diskurs um Inklusion insgesamt - über den Aspekt von Beeinträchtigung hinaus -, als auch im neuen Index wiederfindet.

Zum Abschluss des Fachgesprächs fasste Sandra Reitz die entstandenen Ideen, Fragen und Perspektiven zusammen. Von großer Bedeutung war es für alle Teilnehmenden, die Neuauflage des Index in einer zugänglichen Sprache nutzen zu können: "Was mich anspricht – darüber spreche ich" so eine Teilnehmerin.

Ines Boban betonte abschließend die Wichtigkeit der vielfältigen Perspektiven der Teilnehmenden für den Index für Inklusion und den Inklusionsdiskurs insgesamt und gab einen Ausblick auf den weiteren zeitlichen Prozess für die Entwicklung des "Index für Inklusion in der Bildung". Seine Veröffentlichung ist für das Frühjahr 2015 geplant. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass es wichtig ist, diesen bisher seltenen und überaus anregenden interdisziplinären Dialog weiterzuführen.
(F. Liepe)

"Index für Inklusion" auf der Website Inklusionspädagogik


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Fortbildung zur Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten in Burkina Faso vom 22. bis 24. Januar 2014

Die Teilnehmenden stehen vor einem Gebäude und blicken in die Kamera. Sechs Personen halten Schilder hoch, das Geschriebene ist nicht zu erkennen.
Judith Feige (1. v. li.) mit den Teilnehmenden des Trainings in Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos © GIZ

Vom 22. bis 24. Januar 2014 führte das Deutsche Institut für Menschenrechte in Zusammenarbeit mit dem Sektorvorhaben "Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit" der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ein Training in Burkina Faso (Westafrika) durch. An der Fortbildung nahmen Kooperationspartner des GIZ-Projekts "Stärkung von Menschenrechten und sexueller Gesundheit" (PROSAD) aus verschiedenen Ministerien und staatlichen Diensten sowie Organisationen der Zivilgesellschaft Burkina Fasos teil.

Die Teilnehmenden legten den Schwerpunkt auf die Schutzrechte von Kindern und Jugendlichen

Während der 3-tägigen Fortbildung, an der 35 Personen teilnahmen, erprobten die Referentinnen und der Referent ein neues Trainingskonzept zu Kinder- und Jugendrechten. Wie in früheren Trainings in Kirgisistan und Guatemala erarbeiteten die Teilnehmenden, wie die Kinderrechte in ihren jeweiligen Arbeitskontexten und unter den länderspezifischen Bedingungen stärkere Beachtung finden können. Sie berücksichtigten dabei die drei Rechtsgruppen der UN-Kinderrechtskonvention: Schutz-, Beteiligungs- sowie Entwicklungs- und Förderrechte. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Burkina Faso legten dabei einen Schwerpunkt auf die Schutzrechte von Kindern und Jugendlichen.

Methodenvielfalt des Trainings ermöglichte fruchtbaren Austausch

Das Training in Burkina Faso war das vorerst letzte Training in Vorbereitung eines Trainingsleitfadens zur Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Der Leitfaden mit Informationen und Anwendungshinweisen wird voraussichtlich im September 2014 erscheinen.

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden zu den ausgewählten Inhalten und Methoden des Trainings gaben wichtige Anhaltspunkte für die Fertigstellung des Trainingsleitfadens. Wie in den vorangegangenen Trainings in Kirgisistan und Guatemala begrüßten die Teilnehmenden die Möglichkeiten zur Vernetzung und zum interdisziplinären Dialog in der Gruppe. Einige der Teilnehmenden aus Burkina Faso möchten sich zukünftig mehr mit Materialien der Bewusstseinsbildung zu Kinder- und Jugendrechten beschäftigen, diese in kindgerechter Sprache aufarbeiten und in verschiedene nationale Sprachen übersetzen lassen. Vor allem der Dialog und Bewusstseinsschaffung zu Kinder- und Jugendrechten mit allen Generationen wurde als wichtiges Ziel zukünftiger Projekte erkannt.

Judith Feige, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Menschenrechtsbildung am Institut, führte das Training gemeinsam mit Dr. Boris Scharlowski, Fachplaner für Jugend in der GIZ, durch. Unterstützt wurde das Training durch die lokale Expertin Congo Zakari.

Kinderrechte als Querschnittsthema in der Entwicklungszusammenarbeit verankern

Das Sektorvorhaben "Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten" der GIZ arbeitet seit 2008 im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Ziel des Vorhabens ist, das Ministerium und die staatlichen Durchführungsorganisationen dabei zu unterstützen, entwicklungspolitisches Handeln systematischer an kinder- und menschenrechtlichen Standards und Prinzipien auszurichten. Das Fortbildungsangebot für nationale und internationale Fachkräfte zielt darauf ab, Kinder- und Jugendrechte als Querschnittsthema in der Entwicklungszusammenarbeit besser zu verankern. Das Deutsche Institut für Menschenrechte unterstützt das Sektorvorhaben in der Erarbeitung des Trainingskonzeptes im Rahmen der Menschenrechtsbildung.
(J. Feige)

Rückblick: Training zur Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten in Guatemala vom 11.-13. November 2013

Rückblick: Training zur Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten in Kirgisistan vom 2.-6. September 2013


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