Veranstaltungsrückblicke 2013

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Internationale Konferenz zu Menschenrechtsbildung in Dublin vom 3. bis 5. Dezember 2013

(v. l.:) Ana Elzy Ofreneo, Siobhán Mullally, Sandra Reitz, Fidelma Joyce und Elena Ippoliti auf dem Panel zu "Training Policies" © IHRC

Vom 3. bis 5. Dezember 2013 fand in Dublin die Konferenz "Human Rights Education and Training for the Civil and Public Service" statt. Veranstaltetet wurde die Konferenz von der Irischen Nationalen Menschenrechtsinstitution (Irish Human Rights Commission), dem Büro des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, dem Deutschen Institut für Menschenrechte, dem Dänischen Institut für Menschenrechte, der Europäischen Grundrechte-Agentur (FRA), dem Europarat, der OSZE, UNESCO und OAS.

Angelehnt an das UN-Weltprogramm zu Menschenrechtsbildung, in welchem zurzeit Menschenrechtsbildung für staatliche Pflichtenträger im Fokus steht, tauschten sich die ca. 90 Teilnehmenden aus über 30 verschiedenen Ländern über Bildungskonzepte, -prozesse und Evaluationsinstrumente aus. Neben Präsentationen und Diskussionen im Plenum gab es fünf Arbeitsgruppen, die sich speziellen Zielgruppen widmeten: Mitarbeitenden in der Strafverfolgung, in Ministerien, im Bildungswesen, im Gesundheitswesen und in Kommunen. Vom Institut nahmen Judith Feige, Meike Günther und Sandra Reitz teil.
(sr)

Zur Konferenz-Website (Englisch)


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Kinderrechte-Filmfestival: Klappe auf für die Rechte der Kinder!

Die Klasse 5A des Grünen Campus Malchow erhält den Hauptpreis in Form einer riesigen Kinokarte © Sabine Genz

Kinder haben Rechte! Das weiß doch jedes Kind! Oder etwa nicht?

Im Rahmen des Kinderrechte-Filmfestivals hatten im Oktober und November 2013 acht Berliner Grundschulklassen kreative und spannende Kurzfilme zu ihren Rechten gedreht. In zweitägigen Projektschultagen lernten die Schülerinnen und Schüler am ersten Tag die Rechte der Kinder kennen, setzten sich spielerisch mit eigenen Fähigkeiten und Bedürfnissen auseinander und fanden heraus, was jeden Menschen einmalig macht. Am zweiten Tag drehten sie ihren Kurzfilm zum Thema Kinderrechte. Dabei wurden sie unterstützt von Filmcoaches des Landesverband Kinder- und Jugendfilm Berlin e. V. und Jugendlichen des KidsCourage e. V.

Am 20. November, dem Internationalen Tag der Kinderrechte, liefen die Kurzfilme beim 1. Kinderrechte-Filmfestival im Kino Arsenal im Filmhaus am Potsdamer Platz. Dies geschah innerhalb der Menschenrechtsfilmreihe der SchulKinoWochen, die vom Deutschen Institut für Menschenrechte, VISION KINO, dem JugendKulturService und dem ONE WORLD Filmfestival Berlin veranstaltet wird.

Über 230 Zuschauerinnen und Zuschauer – primär natürlich Kinder – drängelten sich aufgeregt im Foyer des Kinos und stürmten den Kinosaal, als dieser seine Türen öffnete. Nach Begrüßungsworten von Dr. Sandra Reitz (Deutsches Institut für Menschenrechte) und Jan Rooschüz (kijufi – Landesverband Kinder- und Jugendfilm Berlin e. V.) ging es los mit dem Screening und das ungeduldige Publikum feierte frenetisch jeden der gezeigten Filme.

Anschließend wurden die jungen Filmemacherinnen und Filmemacher von Moderatorin Hjördis Hornung zu ihren Werken und den Dreharbeiten befragt, bis schließlich die Jury, bestehend aus der Kinderrechtspädagogin und Filmemacherin Gerburg Fuchs sowie Erika und Ulrich Gregor, Mitbegründende der Freunde der Deutschen Kinemathek und des Arsenal Kinos, den Gewinnerfilm kürte. Die Klasse 5A des Grünen Campus Malchow gewann mit ihrem Film „Der geheime Brief“ den Hauptpreis, symbolisch mit einer riesigen Kino-Eintrittskarte überreicht. Im Anschluss wurde die gelungene Premiere bei Saft und Keksen gefeiert. Das Kinderrechte-Filmfestival ist ein Projekt von kijufi – Landesverband Kinder- & Jugendfilm Berlin e. V.
(J. Rooschütz, S. Reitz)

Auf den Seiten des Kinderrechte-Filmfestival finden Sie sämtliche Kurzfilme

Website der Schulkinowochen


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Fortbildung zur Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten in Guatemala vom 11. bis 13. November 2013

Sandra Reitz und Lena Stamm mit den Teilnehmenden des Trainings in Guatemala City © GIZ/Claudio Vasquez Bianchi

Vom 11. bis 13. November 2013 führte das Deutsche Institut für Menschenrechte in Zusammenarbeit mit dem Sektorvorhaben "Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten" der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ein Training zu Kinder- und Jugendrechten in Guatemala durch. Teilnehmende waren Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Fachkräfte und Vertreterinnen und Vertreter von Institutionen und Organisationen aus dem Bildungssektor Guatemalas. Partner vor Ort war das GIZ Vorhaben „PACE“ (Programa de Apoyo a la Calidad Educativa – Unterstützungsprogramm für Bildungsqualität). Vom Institut wirkten Sandra Reitz, Leiterin der Abteilung Menschenrechtsbildung, und Lena Stamm, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt "Kinderrechte in der Entwicklungspolitik", als Trainerinnen mit. Während des 3-tägigen Trainings, an dem 19 Personen teilnahmen, erprobten die Referentinnen des Instituts und der GIZ ein Trainingskonzept zu Kinder- und Jugendrechten. Im Laufe des Trainings arbeiteten die Teilnehmenden konkrete Möglichkeiten zur stärkeren Beachtung der Kinderrechte in ihren jeweiligen Arbeitskontexten heraus.

Rechte indigener Kinder, Kinderarbeit, Recht auf Bildung

Die Rechte von indigenen Kindern, Kinderarbeit, das Recht auf Bildung und die Schwierigkeit, bestehende Gesetze in der Praxis auch umzusetzen waren Themen, die die Teilnehmenden während des Trainings diskutierten. Das Feedback der Teilnehmenden gab wichtige Impulse für die Weiterführung der Pilotphase. So war für viele der Teilnehmenden neben dem inhaltlichen Schwerpunkt des Trainings auch die Methodenvielfalt der Menschenrechtsbildung ein wichtiger Anhaltspunkt für ihre zukünftige Arbeit. Während der Fortbildung entwickelten die Teilnehmenden konkrete Planungen für ihren jeweiligen Arbeitskontext, unter anderem um Kinderrechte in bilingualer Bildung zu thematisieren, die politische Partizipation Jugendlicher zu stärken und Sensibilisierung für Menschenrechtsbildung zu betreiben. Direkt aus dem Training resultierte die Verabredung für einen Follow-Up-Workshop in etwa sechs Monaten und weitere Seminare zum Thema Kinderrechte in den PACE-Regionen. Die konkreten Umsetzungsideen werden vor Ort weiter verfolgt.

Kinderrechte als Querschnittsthema in der Entwicklungszusammenarbeit verankern

Das Sektorvorhaben "Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten" der GIZ arbeitet seit 2008 im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Ziel des Vorhabens ist, das Ministerium und die staatlichen Durchführungsorganisationen dabei zu unterstützen, entwicklungspolitisches Handeln systematischer an kinder- und menschenrechtlichen Standards und Prinzipien auszurichten. Durch das Fortbildungsangebot für nationale und internationale Fachkräfte sollen Kinder- und Jugendrechte als Querschnittsthema in der Entwicklungszusammenarbeit verankert werden. Das Deutsche Institut für Menschenrechte unterstützt das Sektorvorhaben in der Erarbeitung des Trainingskonzeptes. Die Synergien zwischen der Abteilung Menschenrechtsbildung und dem Projekt "Kinderrechte in der Entwicklungspolitik" des Instituts konnten dabei besonders gut genutzt werden und haben entscheidend zum Erfolg des Trainings beigetragen. Die GIZ und das Institut haben schon ein Training in Kirgistan erfolgreich durchgeführt und werden im Januar 2014 ein weiteres in Burkina Faso umsetzen, um das Trainingskonzept weiter anzupassen.

Rückblick: Training zur Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten in Kirgisistan vom 2.-6. September 2013


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Internationale Konferenz "Kinderrechte und die Qualität pädagogischer Beziehungen" am 3. und 4. Oktober 2013

Eine der Referentinnen, Yvonne Bezerra de Mello © DIMR/M. Niendorf

Am 3. und 4. Oktober 2013 veranstalteten die Universität Potsdam, das Deutsche Jugendinstitut, das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung und das Deutsche Institut für Menschenrechte gemeinsam die internationale Konferenz "Kinderrechte und die Qualität pädagogischer Beziehungen".  
Etwa 400 Personen aus pädagogischer Praxis, Bildungspolitik und Wissenschaft nahmen an der Konferenz in Potsdam teil.  
Die Konferenz wurde durch ein Rahmenprogramm, bestehend aus einer Kindervorlesung, einem wissenschaftlichen Methodenworkshop und einer Exkursion in die Sonderausstellung "Die Sehnsucht nach Anerkennung. Kinderrechte in Geschichte und Gegenwart" ins Rochow-Museum Reckahn, ergänzt.

Vorträge und Workshops mit unterschiedlichen Perspektiven

Nach der musikalisch-künstlerischen Eröffnung der Konferenz durch die inklusive Theatergruppe Ramba Zamba richteten Prof. Dr. Joachim Ludwig von der Universität Potsdam und Dr. Christiane Bergmann, Bundesministerin a. D. und Schirmherrin der Konferenz, ihre Grußworte ans Publikum.
Thematisch führte Prof. Dr. Annedore Prengel, emeritierte Professorin der Universität Potsdam, ins Konferenzthema ein und stellte ihre Forschungsbefunde zur Qualität pädagogischer Beziehungen vor, aus denen sie Konsequenzen zur Verbesserung ableitete.
Im Anschluss erläuterte Prof. Dr. Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, anhand der UN-Kinderrechtskonvention, wie Kinderrechte der Maßstab für die Ausgestaltung pädagogischer Beziehungen sind.
Weitere Referentinnen und Referenten der Konferenz waren Prof. Dr. Berhard Kalicki vom Deutschen Jugendinstitut, Prof. Robert C. Pianta/Virginia USA, Yvonne Bezerra de Mello/ Brasilien, Prof. Dr. Werner Helsper /Universität Halle, Prof. Dr. Sabine Andresen, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderschutzbundes und Prof. Dr. Werner Thole, ehemaliger Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft.  
Die Vorträge der Referentinnen und Referenten wurden durch 14 verschiedene Workshops ergänzt, bei denen die Teilnehmenden aus einem breiten Spektrum an thematischen Schwerpunkten wählen konnten.
In einer abschließenden Podiumsdiskussion zwischen Vertreterinnen und Vertretern verschiedener gesellschaftlicher Akteure wurde über Handlungsperspektiven für eine bessere Verbindung von Kinderrechten und professionellem Handeln in pädagogischen Beziehungen diskutiert.

Pädagogische Beziehungen sind Beziehungen zwischen zwei Menschen mit Rechten

Prof. Dr. Lothar Krappmann, ehemaliges Mitglied des UN-Ausschusses über die Rechte des Kindes, erläuterte in seinem Schlusswort zur Konferenz die notwenige Verbindung zwischen Kinderrechten und pädagogischen Beziehungen und thematisierte die damit verbundenen Herausforderungen.
Er führte aus, dass Kinderrechte in pädagogischen Beziehungen häufig nur als Schutzrechte verstanden würden. Zu deren effektiver Umsetzung forderte Krappmann flächendeckende Beschwerdestellen und –verfahren in allen pädagogischen Einrichtungen.
Neben diesen Schutzrechten haben die Kinderrechte aber noch eine weitere Bedeutung für die pädagogische Beziehungsgestaltung. Da gegenseitige Beziehungen grundsätzlich nur von zwei über ihre Rechte verfügenden Menschen eingegangen werden können, müssen Kinder als junge, aber vollständige Menschen mit Würde und Rechten anerkannt werden. Dies gilt auch für pädagogische Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern, denen von vornherein eine Asymmetrie zu Grunde liegt. Pädagoginnen und Pädagogen haben deshalb die Aufgabe, Kinder in der Verwirklichung ihrer Rechte zu unterstützen, wie es in der UN-Kinderrechtskonvention verankert ist.  
(M. Niendorf)

Weitere Informationen und Materialen zur Konferenz finden Sie auf der Konferenz-Homepage

Medienecho zur Konferenz


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Netzwerktreffen Menschenrechtsbildung: Inklusive Menschenrechtsbildung? Zum Verhältnis von Menschenrechten, Diversity und Inklusion am 20. September 2013

(v. l.:) Paola Rosini (Referat Menschenrechtsbildung, peace brigades international), Dr. Martina Weyrauch (Leiterin der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung) und Günter Heiden (Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e. V.) © DIMR/M. Niendorf

Am 20. September 2013 lud die Abteilung Menschenrechtsbildung des Deutschen Instituts für Menschenrechte zum Netzwerktreffen ein. Es war seit 2009 das erste Treffen dieser Art und erfuhr große Resonanz bei in der Menschenrechtbildung tätigen Personen. An der Veranstaltung nahmen 38 Personen aus dem gesamten Bundesgebiet teil, weitere Interessierte standen auf der Warteliste. Judith Feige, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Menschenrechtsbildung, hatte das Treffen organisiert.

Menschenrechte, Diversity und Inklusion

Den Schwerpunkt des Netzwerktreffens bildete das Thema „Inklusive Menschenrechtsbildung? Zum Verhältnis von Menschenrechten, Diversity und Inklusion“. Dieses zog sich als roter Faden durch die Vorträge, Kurzberichte und Diskussionen.
Nach Begrüßungen durch Michael Windfuhr, Stellvertretender Direktor des Deutschen Instituts für Menschenrechte, und Sandra Reitz, Leiterin der Abteilung Menschenrechtsbildung, führte Judy Gummich, wissenschaftliche Mitarbeiterin, in das Thema der Veranstaltung ein und arbeitete dabei insbesondere die Relevanz der Themen Diversity und Inklusion für die Menschenrechtsbildung heraus.
Albert Scherr, Professor an der Pädagogischen Hochschule Freiburg, referierte über das Verhältnis von Menschenrechten, Diversity und Inklusion. Karl-Peter Fritzsche, Professor an der Universität Magdeburg sowie UNESCO-Lehrstuhlinhaber für Menschenrechtsbildung, erläuterte in seinem Vortrag den Einfluss der Inklusionsdebatte auf die Menschenrechtsbildung.

Erfahrungsberichte aus der Praxis

Diese theoretische Annäherung an das Thema wurde durch Kurzberichte aus der Praxis ergänzt. So erläuterte Petra Wagner von der Fachstelle Kinderwelten für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung in ihrem Kurzvortrag das Verhältnis von Inklusion, Diversity und Sprache. Stephanie Nordt und Thomas Kugler berichteten von ihrer Arbeit bei der Bildungsinitiative QUEERFORMAT, die menschenrechtsbasierte Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte zu den Themen sexuelle und geschlechtliche Vielfalt anbietet. Günter Heiden von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland brachte die Perspektive von Menschen mit Behinderungen ein und erläuterte, wie Menschenrechtsbildung inklusiv gestaltet werden kann. Andrea Schmelz vom Netzwerk Migration berichtete von ihren Erfahrungen in europaweiten Trainings zum Thema Migration und Menschenrechte.
Die Programmpunkte des Netzwerktreffens waren so angelegt, dass ausreichend Möglichkeit zur Diskussion und zum Austausch bestand, diese wurde von den Teilnehmenden engagiert genutzt.

Menschenrechtsbasiertes Verständnis von Diversity und Inklusion

Zum Abschluss des Treffens fasste Sandra Reitz die Vorträge, Kurzberichte und Diskussionen zusammen: „Die Begriffe Diversity und Inklusion sind für den Diskurs in der Menschenrechtsbildung grundsätzlich zu klären. Der Begriff Diversity und die damit verbundene Wertschätzung von Vielfalt kann auf unterschiedliche Weise verstanden werden. In einem menschenrechtlichen Verständnis kann Diversity ein Verbindungselement der verschiedenen Diskriminierungsdiskurse darstellen, die jeweils ausgewählte Kategorien wie zum Beispiel Migration, Geschlechtsidentität, Behinderung oder Staatsbürgerschaft in den Fokus stellen. Der Begriff der Inklusion sollte unter den Aspekten der Teilhabe, Teilgabe und Teilnahme, sowie der Beseitigung der entsprechenden Barrieren diskutiert werden. Grundsätzlich gilt es Diversität zu thematisieren, ohne sich dabei stigmatisierender Sprache zu bedienen.
Ein menschenrechtsbasiertes Verständnis von Inklusion und Diversity erfordert, dass die Rechteperspektive beinhaltet ist: Menschenrechtsbildung soll dazu beitragen, eigene Rechte einfordern zu können (Empowerment) und dabei auch die Möglichkeit thematisieren, Rechte vor Gericht durchzusetzen. Dabei sollen die Verantwortung des Staates zur Einhaltung der Menschenrechte, aber auch Handlungsoptionen von Einzelperson aufgezeigt werden.“

Zahlreiche Anknüpfungspunkte für weitere Treffen

Für die Zukunft ist geplant, das Netzwerktreffen jährlich zu veranstalten. Die Teilnehmenden waren sich darüber einig, dass es für weitere Netzwerktreffen viele interessante Anknüpfungspunkte und Themen gibt, über die ein Austausch im Rahmen der Menschenrechtsbildung wichtig und lohnenswert ist.
(M. Niendorf)


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Training zur Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten in Kirgisistan vom 2.-6. September 2013

Das Training fand in Bishkek, der Hauptstadt Kirgisistans, statt © GIZ Vorhaben Perspektiven für die Jugend, Kirgisistan

Vom 2. bis 6. September 2013 führte das Deutsche Institut für Menschenrechte in Zusammenarbeit mit dem Sektorvorhaben "Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten" der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ein Training zu Kinder- und Jugendrechten in Bishkek, der Hauptstadt Kirgisistans, durch. Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Fachkräfte sowie Vertreterinnen und Vertreter von Institutionen und Organisationen aus dem Jugendsektor in Kirgisistan nahmen daran teil. Partner vor Ort war das GIZ-Vorhaben "Perspektiven für die Jugend". Vom Institut wirkten Judith Feige, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Menschenrechtsbildung, und Lena Stamm, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt "Kinderrechte in der Entwicklungspolitik", als Trainerinnen mit. Das 3-tägige Training war ein Pilotprojekt zu Kinder- und Jugendrechten. Im Laufe des Trainings erhielten die Teilnehmenden insbesondere Grundlagenwissen zur UN-Kinderrechtskonvention und erarbeiteten sich daraufhin konkrete Handlungsmöglichkeiten zur stärkeren Beachtung der Kinderrechte in ihren jeweiligen Arbeitsfeldern."

"Es ist inspirierend, Menschen in Kirgisistan kennenzulernen, die sich ebenfalls für Kinder und Jugendliche einsetzen"

Teilnehmende des Trainings in den Konferenzräumen der NGO "Dostojanie Republiki" in Bishkek © GIZ Vorhaben Perspektiven für die Jugend, Kirgisistan

Das Feedback der Anwesenden gab wichtige Impulse für die Weiterführung der Pilotphase. So war für viele der Teilnehmenden neben dem inhaltlichen Schwerpunkt des Trainings auch die Methodenvielfalt der Menschenrechtsbildung ein wichtiger Impuls für ihre zukünftige Arbeit. Einige betonten, dass die Möglichkeit zur Vernetzung durch eine solche Fortbildung wichtig für die weitere Arbeit sei und es inspirierend sei, Menschen in Kirgisistan kennenzulernen, die sich ebenfalls für Kinder und Jugendliche einsetzen. Ein Teilnehmer begrüßte den interdisziplinären Dialog über Kinder- und Jugendrechte innerhalb der Gruppe, der aus seiner Sicht für die tägliche Arbeit wichtige Impulse liefert und für die künftige Netzwerkarbeit von zentraler Bedeutung ist. Insgesamt stellten die Teilnehmenden fest, dass die Inhalte und Methoden des Trainings gut für ihre zukünftige Arbeit nutzbar sind. Vor allem die Partizipation von an Prozessen beteiligten Personen sei von Bedeutung für die Umsetzung der Impulse vor Ort, in den eigenen Arbeitsfeldern und Projekten.

Die Methodenvielfalt der Menschenrechtsbildung begeisterte die Teilnehmenden © GIZ Vorhaben Perspektiven für die Jugend, Kirgisistan

Das Sektorvorhaben "Umsetzung von Kinder- und Jugendrechten" der GIZ arbeitet seit 2008 im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Ziel des Vorhabens ist, das Ministerium und die staatlichen Durchführungsorganisationen dabei zu unterstützen, entwicklungspolitisches Handeln systematischer an kinder- und menschenrechtlichen Standards und Prinzipien auszurichten. Durch Fortbildungsangebote für nationale und internationale Fachkräfte sollen Kinder- und Jugendrechte als Querschnittsthema in der Entwicklungszusammenarbeit verankert werden. Das Deutsche Institut für Menschenrechte unterstützt das Sektorvorhaben bei der Erarbeitung eines Trainingskonzeptes zu Kinder- und Jugendrechten. Dieses konnte nun in Kirgisistan erprobt werden. Die GIZ und das Institut werden in den kommenden Monaten weitere Trainings in Guatemala und Burkina Faso durchführen, um das Konzept weiter anzupassen.

(J. Feige)


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Workshop: Online-Handbuch "Inklusion als Menschenrecht" für die schulische & außerschulische Jugendarbeit am 05.09.2013

© DIMR/M. Niendorf

Am 5. September 2013 veranstaltete das Deutschen Institut für Menschenrechte in Kooperation mit der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e. V. (ISL) einen Workshop zum Online-Handbuch "Inklusion als Menschenrecht" für pädagogische Fachkräfte der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit. 

An dem Workshop im Institut in Berlin nahmen acht Personen teil, größtenteils pädagogische Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen. Mareike Niendorf, Mitarbeiterin der Abteilung Menschenrechtsbildung des Instituts, und Eileen Moritz, Referentin der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e. V. (ISL), leiteten den Workshop. ISL ist eine von behinderten Menschen selbst getragene Organisation und ein Zusammenschluss der verschiedenen Zentren für selbstbestimmtes Leben in Deutschland.

Denkanstöße und Vorfreude auf weiteres Stöbern im Online-Handbuch

Eileen Moritz führte mit einer Sensibilisierungsübung sowie einem Vortrag zur UN-Behindertenrechtskonvention mit den Schwerpunkten Inklusion und Bildung ins Thema ein. Dies war eine wichtige Grundlage für den Workshop.
In der anschließenden Vorstellung des Online-Handbuchs "Inklusion als Menschenrecht" erhielten die Teilnehmenden zunächst einen allgemeinen Überblick über Inhalte und Struktur der Website und konnten im Anschluss zwei der Übungen ausprobieren. Dies weckte bei vielen das Interesse, sich weitergehend und intensiver in dieses Bildungsmaterial einzuarbeiten.  
Neben dem primären Ziel des Workshops, der Ausbildung weiterer Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für das Handbuch, konnten die Referentinnen auch zum Thema Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen sensibilisieren: So meldeten die Teilnehmenden zurück, neben der Vorfreude auf weiteres Stöbern im Online-Handbuch und dem praktischen Ausprobieren der Methoden hätten sich durch die theoretischen Inputs und die Diskussionen auch wichtige neue Denkanstöße ergeben.

Das Online-Handbuch "Inklusion als Menschenrecht"

Bei dem Online-Handbuch handelt es sich um das erste umfassende Bildungsmaterial zu den Menschenrechten von Menschen mit Behinderungen, das an der Schnittstelle von historisch-politischer Bildung und Menschenrechtsbildung angesiedelt ist. Es beinhaltet neben ausführlichen Hintergrundinformationen zu den verschiedenen Epochen auch historische und zeitgenössische Biografien von Menschen mit Behinderungen sowie eine Vielzahl an Methoden und Spielen zu den Themen Inklusion, Behinderung und Menschenrechte. Das Deutsche Institut für Menschenrechte bietet bundesweit Seminare für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren für das Online-Handbuch an.
Das Online-Handbuch bildet die Grundlage des Projekts "Mut und Kompetenz für Inklusion: Historisches Bewusstsein für die Zukunft der Menschenrechte" des Instituts. Das Projekt wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft gefördert.

(M. Niendorf)


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11. Akademie "Nationaler und Internationaler Menschenrechtsschutz" vom 18.-22. August 2013

Prof. Dr. Lothar Krappmann, ehemaliges Mitglied im UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes, referierte © DIMR/J. Gummich

Vom 18. bis 22. August veranstaltete das Deutsche Institut für Menschenrechte im Jugendbildungszentrum Blossin e. V. zum elften Mal die Menschenrechtsakademie "Nationaler und Internationaler Menschenrechtsschutz". Der Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf dem Thema "Kinderrechte".

17 Teilnehmende, zumeist aus dem Großraum Berlin, aber auch aus anderen Bundesländern, waren nach Blossin gekommen. Unter den Teilnehmenden waren Mitarbeitende verschiedener NGOs, von Universitäten, Bundesministerien sowie sonstige Interessierte.  

Lebendige Diskussionen

Die Akademie startete mit einer Einführung in das internationale Menschenrechtschutzsystem der Vereinten Nationen und die regionalen Schutzmechanismen in Europa. Außerdem erhielten die Teilnehmenden einen Überblick über die Recherche von verschiedenen Dokumenten und Ressourcen der Menschenrechtsarbeit. Im Anschluss referierten die Dozentinnen und Dozenten insbesondere zu kinderrechtlichen Themen. In den Vorträgen wurde die Vielschichtigkeit des Schwerpunktthemas deutlich. Neben einer Einführung in die UN-Kinderrechtskonvention wurden vor allem die Rechte von Flüchtlingskindern, Kinderrechte in der Entwicklungszusammenarbeit, die Beteiligung von Kindern in Gerichtsverfahren und die sexuellen Selbstbestimmungsrechte von Kindern und Jugendlichen thematisiert und bearbeitet. Auch das Verhältnis der UN-Kinderrechtskonvention zur UN-Behindertenrechtskonvention wurde zunächst theoretisch beleuchtet und dann anhand des vom Institut veröffentlichten und von der Stiftung EVZ geförderten Online-Handbuchs "Inklusion als Menschenrecht" veranschaulicht.
Begleitet wurden die Vorträge stets von ausführlichen, lebendigen Diskussionen der Teilnehmenden, die deren großes Interesse und ihre Leidenschaft für die Thematik eindrücklich verdeutlichten.

Judy Gummich, Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Menschenrechtsbildung, leitete die Akademie, zahlreiche Mitarbeitende des Instituts waren als Dozentinnen und Dozenten beteiligt. Prof. Dr. Lothar Krappmann, ehemaliges Mitglied im UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes, Prof. Dr. Claudia Lohrenscheit von der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit an der Hochschule Coburg und Lea Fenner (right now Human Rights Training) waren als Gastdozentinnen bzw. Gastdozent geladen.

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren sehr positiv. Eine Teilnehmerin sagte über die Akademie: "Die Anregungen, der Austausch und die Informationen sind großartig. Selbst wenn eine Thematik schon bekannt ist, ergeben sich immer wieder neue Aspekte und Denkanstöße." Eine andere Teilnehmerin resümierte: "Die Menschenrechtsakademie ist eine der wenigen Fortbildungen in Deutschland, die für ganz unterschiedliche Zielgruppen geeignet ist und für einige sogar dringend zu empfehlen wäre. Ich wünsche dieser Akademie noch viele spannende Jahrgänge und Teilnehmende."

(M. Niendorf)


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Veranstaltung "Von der 'Euthanasie' zur Inklusion. Gedenkstättenarbeit in Leichter Sprache" am 29. Mai 2013

Judith Feige, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Menschenrechte © Stiftung EVZ

Am 29. Mai 2013 veranstaltete das Deutsche Instituts für Menschenrechte in Kooperation mit der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft (EVZ) Vortrag und Gespräch zum Thema "Von der 'Euthanasie' zur Inklusion. Gedenkstättenarbeit in Leichter Sprache".

Die Abendveranstaltung stand unter der Fragestellung, wie "Euthanasie"-Gedenkstätten auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten durch Bildungsangebote zugänglich gemacht werden können - eine Zielgruppe, bei der lange Zeit davon ausgegangen wurde, dass sie mit dieser Thematik überfordert sei.

In den Räumen der Stiftung EVZ begrüßte Martin Salm, Vorstandsvorsitzender der Stiftung EVZ, ca. 50 Interessierte und bemühte sich in seiner Begrüßungsrede um Leichte Sprache, ein mitunter schwieriges Unterfangen, wie er selbst resümierte.
Durch das Programm führte Uta Gerlant, Vorstandsreferentin der Stiftung.

"Teilhabe und Einbeziehung sind Rechtsansprüche von Menschen mit Behinderungen"

Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, gab eine Einführung zur UN-Behindertenrechtskonvention und erläuterte den im Rahmen dieser Konvention vollzogenen Paradigmenwechsel. Teilhabe und Einbeziehung seien Rechtsansprüche von Menschen mit Behinderungen und kein Gnadenakt des Staates. Zu diesen Rechten zähle selbstverständlich auch das Recht auf Teilhabe am kulturellen und politischen Leben. Gedenkstätten stellten zweifelsohne einen wichtigen Teil dieses kulturellen Lebens dar und trügen durch die anschauliche Dokumentation von Menschenrechtsverletzungen in besonderem Maße zum kulturellen Gedächtnis einer Gesellschaft und zur politischen Bewusstseinsbildung bei.

Nach dieser Einführung in die rechtlichen Rahmenbedingungen berichtete Uta George, Soziologin und freischaffende Bildungsreferentin, von ihren Erfahrungen bei der Erarbeitung inklusiver Bildungsangebote, unter anderem in den  "Euthanasie"-Gedenkstätten Hadamar und Brandenburg. Der Verwirklichung dieses Vorhabens, das von vielen Seiten zunächst mit großer Skepsis betrachtet wurde, lag die Überzeugung zu Grunde, dass es im Rahmen der UN-Behindertenrechtskonvention nicht tragbar sei, Menschen mit Lernschwierigkeiten den Zugang zu Gedenkstätten vorzuenthalten.
Die Erfahrungen aus ihrer Arbeit fasste Uta George folgendermaßen zusammen: Menschen mit Lernschwierigkeiten wünschen eine Auseinandersetzung mit den gleichen Lerninhalten und an den gleichen Lernorten, wie andere Besucherinnen und Besucher der Gedenkstätten. Voraussetzungen für eine gelungene Gestaltung von Angeboten für diese spezielle Zielgruppe sind laut Uta George die Verwendung von Leichter Sprache, die individuelle Anpassung des Programms an die Gruppe, das Abhalten einer kleinen Gedenkzeremonie und die Möglichkeit, über aktuelle Themen zu sprechen. Hilfreich sei es außerdem, die Führungen in einem Tandemteam durchzuführen, bestehend aus einer pädagogischen Fachkraft und einem Mensch mit Lernschwierigkeiten. Entscheidend sei eine Begegnung zwischen Teamerinnen und Teamern und der Gruppe auf Augenhöhe.

Gedenkstättenarbeit mit Menschen mit Lernschwierigkeiten kann sehr gut gelingen

Uta George rundete ihren Vortrag mit einem kurzen Filmausschnitt aus "War der Hitler ein Drecksack. - Ein Besuch der Gedenkstätte Hadamar" ab und zeigte dem Publikum, dass Gedenkstättenarbeit mit Menschen mit Lernschwierigkeiten sehr gut gelingen kann.

v. l.: Judith Feige, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts, Uta George, Soziologin und freischaffende Bildungsreferentin, Uta Gerlant, Vorstandsreferentin der Stiftung EVZ, Beate Rudolf, Direktorin des Instituts © Stiftung EVZ

Im Anschluss stellte Judith Feige, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Institut für Menschenrechte, das im Rahmen des von der Stiftung EVZ geförderten Projekts "Mut und Kompetenz für Inklusion. Historisches Bewusstsein für die Zukunft der Menschenrechte" erarbeitete Online-Handbuch "Inklusion als Menschenrecht" vor. Bei diesem Online-Handbuch handelt es sich um ein Bildungsmaterial der historisch-politischen Bildungsarbeit, das in verschiedenen Lehr- und Lernsettings eingesetzt werden kann.
Es ist eine Sammlung an Informationen, Spielen und Methoden zu den Themen Inklusion, Behinderung Menschenrechte. Auf einer Zeitachse kann man in die Geschichte eintauchen und herausfinden, wie Menschen mit Behinderungen zum Beispiel in der Antike, im Mittelalter oder während des Nationalsozialismus lebten. Biografien zu jeder Epoche zeigen beispielsweise, wie behinderte Menschen mit den Barrieren, die ihnen in den Weg gestellt waren, umgingen. Die Materialien können individuell nach Gruppengröße, Lernkontexten und Bedürfnissen der Lernenden ausgewählt und zusammengestellt werden. Das Online-Handbuch richtet sich an alle, die sich für die Themen Inklusion, Behinderung und Menschenrechte interessieren, besonders aber an Pädagoginnen und Pädagogen der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit.

Anschließend diskutierten die Referentinnen und das Publikum über Erinnerungskultur, die Behindertenrechtskonvention und inklusive Bildung. Gemeinsam war allen Diskussionsteilnehmenden die Forderung, Menschen mit Lernschwierigkeiten auf Augenhöhe zu begegnen und die ihnen rechtlich zustehende Partizipation in allen gesellschaftlichen Bereichen zeitnah voranzutreiben, damit Inklusion gelingen kann.
(M. Niendorf)


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Workshop "Persönliche Zukunfts-Planung" am 3. & 4. Mai 2013

© DIMR

"Die Zukunft, die wir wollen, müssen wir selbst erfinden! Sonst bekommen wir eine, die wir nicht wollen." (Joseph Beuys)

Am 3. und 4. Mai 2013 fand im Deutschen Institut für Menschenrechte ein Workshop zum Online-Handbuch "Inklusion als Menschenrecht" zum Thema "Persönliche Zukunfts-Planung" statt. Während des Workshops, an dem 23 Multiplikatorinnen, Multiplikatoren und Interessierte teilnahmen, sprachen die Referentinnen im Bemühen um Barrierefreiheit in leichterer Sprache und Gebärdensprachendolmetscherinnen übersetzten. Judith Feige, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts, leitete die Veranstaltung, die im Rahmen des von der Stiftung EVZ geförderten Projekts "Mut und Kompetenz für Inklusion. Historisches Bewusstsein für die Zukunft der Menschenrechte" stattfand.
Die beiden Referentinnen Wiebke Kühl und Anja Wetzel stellten das Konzept der Persönlichen Zukunftsplanung (PZP) vor und leiteten ausgewählte Übungen aus dem breiten Methodenrepertoire der PZP an. Die Gastreferentinnen Judy Gummich, Cornelia Federn-Ronacher und Sandra Bogner berichteten von ihren persönlichen und beruflichen Erfahrungen mit den Methoden der PZP und rundeten den didaktisch vielfältig gestalteten Workshop anschaulich ab.

Was ist Persönliche Zukunftsplanung?

Bei der Persönlichen Zukunftsplanung handelt es sich um einen wertegeleiteten Ansatz, dessen Ziel es ist, die Menschenrechte eines jeden Menschen zu verwirklichen und einen Beitrag zu einer inklusiven Gesellschaft zu leisten. Inklusion bedeutet: die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen. Das aus dem englischsprachigen Raum stammende Konzept der PZP umfasst viele unterschiedliche Methoden und eignet sich für Menschen jedes Alters, in deren Leben sich etwas ändern soll, wird oder muss. Grundsatz hierbei ist, dass die planende Person im Mittelpunkt steht und von Menschen aus ihrem Umfeld bei der selbstbestimmten Planung ihrer Zukunft individuell unterstützt wird.
Weitere Informationen zur Persönlichen Zukunftsplanung finden Sie im Online-Handbuch "Inklusion als Menschenrecht".

Der Zielhorizont: Eine inklusive Gesellschaft

Um während des Workshops einen beispielhaften Eindruck der Methode "PATH" (Planning Alternative Tomorrows with Hope) zu erhalten, entwickelte die Workshop-Gruppe gemeinsam einen möglichen Weg zum Zielhorizont einer inklusiven Gesellschaft. Die Gruppe stellte diese Vision unter das Motto "Ich bin hier richtig, weil ich Mensch bin". Gemeinsam wurden Unterschiede zur heutigen Gesellschaft beschrieben und Etappen erarbeitet, die auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft passiert werden müssen. Diese Etappenziele bezogen sich sowohl auf den individuellen Kontext ("Ich schaffe einen neuen barrierefreien Arbeitsplatz", "Ich traue mich den Mund aufzumachen"), als auch auf den politischen ("Die UN-Behindertenrechtskonvention wird umgesetzt", "Es gibt eine Schule für alle") und machten deutlich, dass noch ein weiter, aber in Teiletappen zu bewältigender Weg vor allen liegt.

Ein Workshop mit Vorbildcharakter

Das Feedback der Teilnehmenden gab den positiven Gesamteindruck eines gelungenen Seminars wieder. Viele beschrieben in der gemeinsamen Abschlussrunde ihre Pläne, die Methoden der Persönlichen Zukunftsplanung zukünftig privat oder beruflich zu nutzen. Außerdem wurde der Wunsch geäußert, solche Angebote in Zukunft häufiger durchzuführen. Die Anwesenden betonten in ihren Rückmeldungen vor allem auch den inklusiven Charakter der Veranstaltung: Mehrere Teilnehmende unterstrichen hierbei den wertschätzenden und respektvollen Umgang miteinander in dieser divers zusammen gesetzten Lerngruppe. Ein Teilnehmer merkte an, dass dies das angenehmste Seminar gewesen sei, das er je erlebt habe. Eine Teilnehmerin bewertete den Workshop als positives Beispiel gelebter Inklusion und ersten Schritt in Richtung einer inklusiven Gesellschaft. Ein Teilnehmer nahm sich vor, einen barrierefreien Arbeitsplatz in seinem Unternehmen zu schaffen.
(M. Niendorf)

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