Pressemitteilung: Schule muss Rassismus und Sklaverei thematisieren

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Human Dignity

© Birgit Betzelt/DIMR

Pressemitteilung: Schule muss Rassismus und Sklaverei thematisieren

Berlin. Anlässlich des Internationalen Tags des Gedenkens an die Opfer der Sklaverei und des transatlantischen Sklavenhandels am 25. März erklärt das Deutsche Institut für Menschenrechte:

"In Deutschland sind Menschen afrikanischer Abstammung täglich rassistischer Diskriminierung, Afrophobie und Racial Profiling ausgesetzt. So lautete jüngst das Fazit der UN-Expert_innengruppe für Menschen Afrikanischer Abstammung, die Ende Februar die Situation von Schwarzen Menschen in Deutschland untersucht hat.

Wie das Bewusstsein für das Problem der strukturellen rassistischen Diskriminierung von Menschen afrikanischer Abstammung in der Gesellschaft gefördert sowie stereotype und pauschalisierende Darstellungen Schwarzer Menschen und des afrikanischen Kontinents vermieden werden können, ist vor allem eine Frage von Aufklärung und Menschenrechtsbildung.

Das Deutsche Institut für Menschenrechte empfiehlt den Bundesländern dringend, das Thema Rassismus in die Bildungspläne aufzunehmen. Unsere Untersuchung der Schulgesetze aller Bundesländer sowie der Bildungspläne von fünf Ländern aus dem Jahr 2016 hat gezeigt, dass nur sehr wenige Bildungspläne Rassismus überhaupt thematisieren.

Zudem sollten Lehr- und Lernmaterialien mit Blick auf die Darstellung von Schwarzen Menschen und Menschen afrikanischer Herkunft überarbeitet und gegebenenfalls neu erstellt werden. Denn in Schulbüchern überwiegen stereotype und pauschalisierende Darstellungen von Afrika. Und das Fehlen wichtiger historischer Zusammenhänge, die auf den Beitrag der Menschen afrikanischer Herkunft hinweisen, bekräftigt Vorurteile über 'rückständige und unselbständige Afrikaner'.

Wir plädieren darüber hinaus für eine größere Vielfalt in der Zusammensetzung der Bildungsplankommissionen der Länder. So sollten Schwarze Menschen und Menschen afrikanischer Herkunft, die unterrichten, bei der Erstellung von Curricula und Bildungsmaterialien beraten und mitwirken."

Weitere Informationen

Mareike Niendorf/Sandra Reitz (2016): Das Menschenrecht auf Bildung im deutschen Schulsystem. Was zum Abbau von Diskriminierung notwendig ist.

Information: Internationale Dekade für Menschen Afrikanischer Abstammung

Pressekontakt

Bettina Hildebrand
Pressesprecherin
Telefon: 030 25 93 59 - 14
Mobil: 0160 96 65 00 83
E-Mail: hildebrand(at)institut-fuer-menschenrechte.de