Studie: Recht auf Bildung

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Studie: Recht auf Bildung

Ein Kind schreibt in einem Arbeitsheft
© Thommy Weiss/pixelio.de

Das Institut hat untersucht, wie das Menschenrecht auf Bildung im deutschen Schulsystem umgesetzt wird. Dafür wurden Studien zum Zugang zu Bildung menschenrechtlich eingeordnet und die Schulgesetze aller Bundesländer sowie die Bildungspläne von Bayern, Berlin/Brandenburg, Bremen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen im Hinblick auf Diskriminierungsfreiheit analysiert. Die Ergebnisse der Studie mit Empfehlungen an verschiedene Akteure in Bund und Ländern erschienen im September 2016.
"In Deutschland wird zwar viel über Chancengleichheit in der Bildung diskutiert. Doch fehlt es an einer menschenrechtlichen Perspektive", resümierten die Autorinnen Mareike Niendorf und Sandra Reitz. "Wenn das deutsche Schulsystem inklusiv und diskriminierungsfrei werden soll, so, wie es Grundgesetz und Menschenrechte verlangen, muss sich Vieles im Schulwesen ändern. Dies betrifft rechtliche Regelungen genauso wie Bildungspläne, Unterrichtsmaterialien und das Schulgeschehen im Alltag." Das deutsche Schulsystem diskriminiere auf verschiedenste Weise. "Problematisch ist etwa, wenn Kindern mit Behinderungen oder geflüchteten Kindern kein umfassender Rechtsanspruch auf den Besuch einer Regelschule eingeräumt wird.“ Aber auch jenseits solcher schwierigen Zugänge zu Schule treten Diskriminierungen im Schulsystem auf. So hänge beispielsweise der Schulerfolg von Kindern und Jugendlichen nach wie vor eng mit deren soziökonomischer Herkunft zusammen.

Um Kinder und Jugendliche für Diskriminierung zu sensibilisieren, empfiehlt das Institut, Unterrichtsmaterialien daraufhin zu überprüfen, ob sie stereotype oder gar abwertende Bilder und Bezeichnungen hinsichtlich Geschlecht, Herkunft, Alter, Behinderung, sexueller Identität und Orientierung, Hautfarbe sowie Religion und Weltanschauung vermitteln. Zudem müssten Diskriminierung und Menschenrechte in Schulgesetzen, Bildungsplänen und im alltäglichen Schulgeschehen häufiger thematisiert werden. Es reiche nicht aus, bestimmte Begriffe zu vermeiden, zusätzlich müssten auch die Geschichte der Begriffe und vorhandene Diskriminierungsfaktoren und -risiken behandelt werden. Nur so könnten Vorurteile reflektiert und überwunden werden. "Diskriminierungen in der Bildung manifestieren sich unterschiedlich. Durch umfassenden Diskriminierungsschutz wird das Recht aller Kinder auf Bildung verwirklicht. So trägt die Schule dazu bei, ein von Respekt getragenes Miteinander in einer vielfältigen Gesellschaft zu sichern", machen die Autorinnen klar.

Mareike Niendorf/Sandra Reitz (2016): Das Menschenrecht auf Bildung im deutschen Schulsystem. Was zum Abbau von Diskriminierung notwendig ist  

Pressemitteilung vom 29.09.2016: Menschenrechte im Schulsystem stärken – Diskriminierung abbauen