Gemeinsames Lernen ist ein Menschen-Recht

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Gemeinsames Lernen ist ein Menschen-Recht

Darum brauchen wir die Schule für alle

Darum geht es in diesem Text

Das Recht auf Bildung ist ein Menschen-Recht.
Jeder Mensch auf der Welt hat dieses Menschen-Recht.

Aber:
An deutschen Schulen werden viele Menschen mit Behinderungen ausgegrenzt.
Die Schulen in Deutschland sind nicht gut für alle Menschen.
In diesem Text können Sie lesen:
– Warum ist die Schule in Deutschland nicht für alle gut.
Das soll besser gemacht werden:
Damit die Schule auch für
Menschen mit Behinderungen gut ist.


Die Behinderten-Rechts-Konvention von der UN

Die Behinderten-Rechts-Konvention ist
ein Vertrag von der UN.
UN ist eine englische Abkürzung für:
Vereinte Nationen.

Dort sitzen Politiker aus der ganzen Welt.
Sie machen Verträge für die ganze Welt.
In der Behinderten-Rechts-Konvention stehen die Rechte von Menschen mit Behinderungen.
Die Abkürzung ist: UN-BRK.
Man kann auch sagen: UN-Vertrag.
Dieser Vertrag ist für alle Länder in der Welt.
Deutschland hat das Papier unterschrieben.
Das bedeutet:
Deutschland muss diese Regeln beachten.

In dem UN-Vertrag steht:
Alle Menschen haben das Recht auf inklusive Bildung.
Inklusive Bildung bedeutet:
Alle lernen gemeinsam.
Niemand wird ausgegrenzt.
Das bedeutet:
Ein Staat muss dafür sorgen:
Alle Menschen müssen die gleichen Möglichkeiten haben.
Die Menschen-Rechte müssen für Menschen mit Behinderungen genauso beachtet werden wie für Menschen ohne Behinderungen.
Auch wenn das manchmal große Veränderungen bedeutet.
Auch wenn das manchmal sehr schwer ist.


Eine Schule für alle

Es gibt einen Ausschuss für Menschen mit Behinderungen bei der UN.
Ein Ausschuss ist so etwas wie eine Arbeits-Gruppe.
Dieser Ausschuss bei der UN passt auf:
Halten sich alle Länder an die Regeln aus dem UN-Vertrag.

Dieser Ausschuss hat schon 2015 gesagt:
Deutschland muss die Förder-Schulen schließen.
Förder-Schulen sind Schulen nur für
Menschen mit Behinderungen.
Denn das ist gegen die Regeln aus dem UN-Vertrag.
Es darf nur noch eine Schule für alle geben.
Sonst werden Menschen mit Behinderungen ausgegrenzt.
Dazu hat der Ausschuss von der UN ein Papier geschrieben.
Darin steht:
Das bedeutet das Recht auf Bildung.
So muss das Recht auf Bildung beachtet werden.



Deutschland hat den UN-Vertrag unterschrieben.
Deshalb muss Deutschland die Regeln aus dem
UN-Vertrag beachten.
Dazu gehört auch:
Deutschland muss ein inklusives Schul-System auf-bauen.
Das bedeutet:
Es gibt eine Schule für alle Menschen.
Es gibt keine Schulen mehr nur für
Menschen mit Behinderungen.
Damit in den Schulen Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam lernen können.
Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen sollen
nicht mehr ausgegrenzt werden.

Aber:
Deutschland beachtet diese Regel aus dem UN-Vertrag nicht richtig.
Es gibt kein inklusives Schul-System in Deutschland.
Viele Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen gehen immer noch in Förder-Schulen.
In Schulen für Kinder und Jugendliche ohne Behinderungen können Kinder und Jugendliche mit Behinderungen noch nicht gut lernen.
Weil sie zu wenig Hilfe bekommen.
Dafür gibt es zu wenig Geld.
Und es gibt zu wenig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
an den Schulen.
Manche Bundes-Länder bemühen sich um Schulen für alle.
Aber das sind nur wenige.


Warum klappt die Inklusion in Schulen noch nicht

Viele Bundes-Länder wussten nicht:

Diese Aufgabe ist schwer.
Man muss sehr viele Sachen ändern.
Man muss viel planen.

Es gab zu wenig Geld für ein inklusives Schul-System.
Es gab zu wenige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
an den Schulen.

Es gab auch Probleme mit:

  • Schülerinnen und Schülern.
  • Lehrerinnen und Lehrern.
  • Eltern.
  • Fach-Leuten.

Denn:
Nicht alle glauben: Das inklusive Schul-System ist gut.
Nicht alle denken: Gemeinsam lernen ist eine gute Sache.
Auch deshalb hat der Wechsel zu dem neuen
Schul-System noch nicht geklappt.


Darum ist das gemeinsame Lernen für alle gut

Der Ausschuss von der UN sagt:

Gemeinsames Lernen ist ein Menschen-Recht.
Jeder Mensch auf der Welt hat das Recht auf gemeinsames Lernen.
Gemeinsames Lernen ist eine gute Sache.
Das ist bewiesen.

Das heißt:
Es gibt eine Forschung zu diesem Thema.
Fach-Leute haben festgestellt:
Gemeinsam lernen ist besser als
in getrennten Gruppen lernen.
Menschen mit Behinderungen lernen besser
zusammen mit Menschen ohne Behinderungen.
Und Menschen ohne Behinderungen lernen auch besser zusammen mit Menschen mit Behinderungen.
Beim gemeinsamen Lernen merken alle:
Die Menschen sind verschieden.
Das ist normal.
Alle können voneinander lernen.

In einer Schule für alle geht es immer darum:
Das kann ein Kind.
Es geht nie darum:
Das kann ein Kind nicht.


Ein Kind hat das Recht auf gemeinsames Lernen

Der Ausschuss von der UN sagt auch:

Das Recht auf gemeinsames Lernen ist ein
Recht von dem Kind.
Darüber entscheiden nicht die Eltern.
Deshalb können die Eltern nicht einfach sagen:
Es soll weiter Förder-Schulen geben.


Das muss Deutschland für eine inklusive Schule machen

Eine Schule für alle bedeutet:

Schule ist für alle da.
Der Staat muss sich darum kümmern:
Menschen mit und ohne Behinderungen sollen immer zusammen lernen.
Das muss ganz normal sein.

Der Ausschuss von der UN sagt:
Deutschland muss das inklusive Schul-System
schnell auf-bauen.
Das heißt:
Die Schule für alle muss es bald geben.
Dafür müssen viele Sachen verbessert werden.
Man muss gute Pläne dafür machen.

In den Plänen muss stehen:
–Das muss gemacht werden.
–So ist der Zeit-Plan dafür.
Die Politikerinnen und Politiker müssen dabei helfen.

Die Bundes-Länder müssen die Gesetze über-arbeiten.
Damit es genaue Regeln für eine Schule für alle gibt.

Die Bundes-Länder müssen auch Pläne machen.
Menschen mit Behinderungen müssen dabei mit-machen.

Viele Sachen müssen in den Bundes-Ländern
verändert werden:

  • Die Vorbereitung und die Pläne von den Schulen.
  • Der Ablauf in den Schulen.
  • Die Ausbildung von den Lehrerinnen und Lehrern.
  • Die Verteilung von dem Geld für Schulen.
  • Die Regeln für die Suche nach Lehrerinnen und Lehrern.
  • Die Lehrerinnen und Lehrer müssen mehr über die Menschen-Rechte und das gemeinsame Lernen wissen.
  • Die Sachen für den Unterricht müssen über-arbeitet werden.
  • Man braucht Beratung und Information.

Dann können alle Kinder gleich gut lernen.
Dann können sie in der Schule gut gemeinsam lernen.
Und die Schülerinnen und Schüler lernen:
Alle Menschen haben die gleichen Rechte.


Über diesen Text

Wer hat diesen Text gemacht
Der Text ist vom
Deutschen Institut für Menschen-Rechte

Das ist die Adresse vom Institut:
Zimmerstraße 26/27
10969 Berlin
Telefon: 030 25 93 59 0
Fax: 030 25 93 59 59

Dr. Susann Kroworsch und Dr. Valentin Aichele haben
den Text in schwerer Sprache geschrieben.
Sie arbeiten beim Institut für Menschen-Rechte.
Marlene Seifert hat den Text in Leichte Sprache übersetzt.
Anette Bourdon und Rainer Werner haben den Text geprüft.


Wer hat die Bilder gemacht
Die Bilder sind von: © Lebenshilfe für Menschenmit geistiger Behinderung Bremen e. V.
Illustrator: Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013


Seit wann gibt es den Text
Seit Dezember 2017.
Der Text heißt auch:
Position Nummer 10 in Leichter Sprache.
ISSN 2509 -3037 (online)
Hier kann der Text als PDF-Datei herunterladen werden.
© Deutsches Institut für Menschen-Rechte, 2017