Studie Zugang zum Recht für Opfer von Straftaten

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Studie "Zugang zum Recht für Opfer von Straftaten"

Laufzeit: Dezember 2016–Juni 2017


In den letzten Jahren wurden die Rechte und Ansprüche Geschädigter im Strafrechtssystem, insbesondere durch das 3. Opferrechtsreformgesetz basierend auf der EU-Opferschutzrichtlinie deutlich gestärkt. Ob der Zugang zum Recht für Opfer von Straftaten tatsächlich gewährleistet ist, hängt jedoch stark davon ab, inwieweit entsprechende Gesetze in der Praxis umgesetzt werden.

Aus diesem Grund führte das Deutsche Institut für Menschenrechte im Auftrag der EU-Grundrechteagentur die deutsche Teilstudie eines vergleichenden Forschungsprojektes durch, das den Zugang zum Recht für Opfer im Strafverfahren in verschiedenen EU-Staaten untersucht. Schwerpunkt der Studie ist die Realisierung von Rechten und Ansprüchen von volljährigen Opfern von Gewalttaten. Insbesondere umfasst dies Beteiligungs- und Informationsrechte, Schutz vor sekundärer und wiederholter Viktimisierung, und die Verfügbarkeit wirksamer Rechtsbehelfe im Rahmen des Strafverfahrens. Ziel der Studie ist es, die Herausforderungen in der praktischen Umsetzung der Rechte  gewaltbetroffener Personen zu verstehen, und Faktoren zu identifizieren, die den Zugang zum Recht erleichtern oder erschweren.

Das Institut führte in diesem Rahmen eine Reihe von 33 qualitativen Interviews mit betroffenen Personen und Fachpersonal in relevanten Institutionen/Organisationen (Richter_innen, Staatsanwält_innen, Mitarbeiter_innen der Polizei und Opferschutzorganisationen). Diese Interviews wurden dazu verwendet, einen Länderbericht über die Situation in Deutschland zu erstellen. Vergleichbare Studien wurden in sieben weiteren europäischen Ländern durchgeführt. Die Grundrechteagentur wird daraus einen vergleichenden Bericht verfassen, der regionale Unterschiede aufzeigen und Vorschläge zur Stärkung des Zugangs zum Recht für Opfer von Gewalttaten hervorbringen soll.