Interview Raúl Aguayo-Krauthausen

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Interview mit Raúl Krauthausen

© Melanie Wehnert

Zur Person:
Raúl Aguayo-Krauthausen studierte Design thinking, ist ausgebildeter Telefonseelsorger und moderierte Radioshows. Er gründete mit Freunden zusammen Sozialhelden e. V., einen gemeinnützigen Verein, der zahlreiche Preise gewonnen hat. Zurzeit konzentriert er sich auf das Projekt Wheelmap.org und den Aufbau einer Community.

Können Sie in unserer Gesellschaft gleichberechtigt dabei sein, wo Sie dabei sein möchten?

Nur bedingt. Oft sind bauliche Barrieren der Grund, warum ich nicht teilhaben kann. Aber auch institutionell sind Menschen mit Assistenzbedarf nicht gleichgestellt. So sind beispielsweise die Assistenzleistungen an das Gehalt gekoppelt. D. h. ich darf nicht mehr als den doppelten Hartz-4-Satz verdienen. Altersarmut vorprogrammiert. 

Falls nicht – welche Barrieren gibt es?

Siehe Frage 1.

Was muss sich in unserer Gesellschaft ändern, damit alle Menschen gleichermaßen teilhaben können? 

Wir sollten aufhören, Behinderung als "Krankheit" bzw. "Medizinisches Modell" zu denken. Behinderung ist eine gesellschaftlich-kulturelle Frage, die ALLE angeht und nicht "geheilt/therapiert" werden sollte.

Inklusion bedeutet für mich…

Teilhabe. Überall. Ohne Bittstellung. 

Vom Berliner Menschenrechtstag wünsche ich mir…

Lösungen. Keine Lippenbekenntnisse. Dass wir endlich mal an den Punkt kommen "fehlendes Geld" als Ausrede für alles nicht mehr hinzunehmen.

(Interview: Ingrid Scheffer)