Interview Karin Richter

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Interview mit Karin Richter

Karin Richter © privat

Zur Person:
Dr. Karin Richter, 35, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Charité und im Vorstand des Vereins ABqueer. Der Verein macht Bildungsarbeit zu lesbisch-schwul-bi-trans*inter-queeren Lebensweisen.

Können Sie in unserer Gesellschaft gleichberechtigt dabei sein, wo Sie dabei sein möchten?

Nicht immer. Aber ziemlich oft, da man mir meine Homosexualität nicht ansieht. Und öfter bemerke ich an mir selbst, wie leicht es mir fällt, Gleichberechtigung zu nutzen und Ungerechtigkeit auszublenden. Meinen trans* Bekannten ergeht es da anders. 

Falls nicht – welche Barrieren gibt es?

Barrieren beginnen oft schon beim äußeren Erscheinungsbild. Wer nicht den gesellschaftlichen Normen entspricht oder diese bewusst umgeht oder ablehnt, irritiert. Das muss nicht immer in einer Ausgrenzung enden. Aber wer irritiert, läuft Gefahr, nicht dazu zu gehören. Und damit ist man "draußen". Schon wer sich weigert, sich eindeutig dem einen oder anderen Geschlechtsbild anzugleichen, muss oft diese Erfahrung machen.

Was muss sich in unserer Gesellschaft ändern, damit alle Menschen gleichermaßen teilhaben können? 

Oh Gott! Wo fängt man da an? Möglicherweise mit der Reflexion über eigene Vorurteile und eigene Rassismen. Die übersieht man ja doch in der Regel auch ganz gern.

Inklusion bedeutet für mich…

das Sichtbarmachen von Vielfalt. Die Öffnung von gesellschaftlichen Räumen zur Herstellung von Gerechtigkeit. 

(Interview: Ingrid Scheffer)