Interview Inge Mette

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Interview Inge Mette

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Zur Person:
Inge Mette, Jahrgang 1956, ist Diplom-Sozialwissenschaftlerin und gelernte Bankkauffrau. Als Beraterin im Jugendfinanzcoaching der Caritas Jugendsozialarbeit bietet sie Individualberatung und Präventionskurse zur Erweiterung der Finanzkompetenz junger Menschen bis 25 Jahre an.

Können die jungen Menschen, die Sie beraten, in unserer Gesellschaft gleichberechtigt dabei sein, wo sie dabei sein möchten?

Die jungen Erwachsenen in unserer Beratung: nein. Viele leben an der Armutsgrenze und Zukunftsperspektiven sind rar. Aspekte der Teilhabe an alterstypischen Aktivitäten oder der Entwicklung eigener Fähigkeiten und Perspektiven sind schwer zu verwirklichen. Oft fehlt ihnen zusätzlich das notwendige individuelle Rüstzeug, um in der Wirtschaftswelt ohne Schwierigkeiten zu agieren.

Falls nicht – welche Barrieren gibt es?

Es fällt mir schwer, einzelne Barrieren auszuwählen. Davon gibt es zu viele - strukturelle und individuelle. Sei es die langfristige Abhängigkeit von Transfersystemen oder die Diskriminierung durch Stigmatisierung.

Was muss sich in unserer Gesellschaft ändern, damit alle Menschen gleichermaßen teilhaben können? 

Lebenslang gleiche Chancen auf Teilhabe und Entwicklung! Wir brauchen einen Wandel der gesellschaftlichen Sichtweise, weg von segmentierten Funktions- und Verwertungsinteressen.

Inklusion bedeutet für mich…

In meinem Arbeitsfeld, der Schulden- und Armutsprävention, ist das Konzept der Inklusion für mich noch ein sehr theoretischer Diskurs. Gerade blicke ich auf die andere Seite der Medaille - die Exklusion.

Vom Berliner Menschenrechtstag wünsche ich mir…

gute Diskussionen, viel Energie und praktische Ansätze.

(Interview: Ingrid Scheffer)