"Wir brauchen eine Kultur der Kinderrechte"

Servicenavigation

Sie befinden sich hier: Aktuell > News >  "Wir brauchen eine Kultur der Kinderrechte"
Satyarthi sitzt neben einem blonden Jungen. Styarthi gestikuliert mit der rechten Hand, der Junge lacht. Im Vordergrund des Bildes steht ein grünes Ampelmännchen.

In Aktion für die Kinderrechte: Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi © DIMR/I. Scheffer

"Wir brauchen eine Kultur der Kinderrechte"

Der indische Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi war am 16. Oktober zum Gespräch über Kinderrechte im Institut

Der frisch gekürte Friedensnobelpreisträger Kailash Satyarthi war am 16. Oktober zu Gast im Deutschen Institut für Menschenrechte. Der indische Kinderrechtsaktivist tauschte sich mit Mitarbeitenden des Instituts sowie Vertreterinnen und Vertretern der National Coalition für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention in Deutschland und des Bundesfachverbands unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e. V. über Kinderrechte aus. "Der Staat muss sicherstellen, dass die Kinderrechte verwirklicht werden, aber wir, die ganze Gesellschaft, müssen die moralische Verantwortung dafür übernehmen, dass unsere Kinder geschützt werden – vor allem die Mädchen", sagte er in dem rund einstündigen Gespräch. Eine Kultur der Kinderrechte zu entwickeln, sei besonders wichtig.

Satyarthi, der im Gespräch erfahren hatte, dass im nächsten Jahr im Institut die Monitoring-Stelle zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention angesiedelt werden soll, gratulierte den Instituts-Mitarbeitenden herzlich. Monitoring - die Beobachtung und kritische Begleitung der Umsetzung - sei sehr wichtig, und die deutsche Monitoring-Stelle für Kinderrechte habe die Chance, ein Vorbild für andere Staaten zu werden.

Es geht um Rechte, nicht um Barmherzigkeit

Mehrfach verdeutlichte er, dass es ihm bei seinem Engagement nicht um Wohltätigkeit oder Barmherzigkeit gegenüber Kindern gehe, sondern um die Rechte, die sie haben. "Beim Thema Kinderarbeit geht es um Rechte, nicht um Barmherzigkeit!" Satyarthi, der sich dafür einsetzt, dass Kinderarbeit weltweit beendet wird, hatte bereits als Junge begonnen, sich für die Rechte der Kinder zu engagieren.

Auf die Frage, wie Deutschland seine Arbeit unterstützen könne, antwortete er, Deutschland solle sich stärker für Kinderrechte und gegen Kindersklaven einsetzen. Gute Bildung sei zentral. "Wenn man sich für Bildung engagiert, muss man sich auch gegen Kinderarbeit einsetzen!" erklärte er.

Der indische Kinderrechtsaktivist Satyarthi erhält zusammen mit der pakistanischen Kinderrechtlerin Malala Yousafzai den Friedensnobelpreis 2014.

(is)

Video-Interview mit Kailash Satyarthi vom 16.10.2014