Staaten sind verpflichtet, Opfer gewaltsamen Verschwindenlassens zu suchen

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"Die Wahrheit zu kennen, ist ein Menschenrecht." - Botschaft des Juristen Luciano Andrés Hazan gegen gewaltsames Verschwindenlassen © DIMR/Amélie Losier

Staaten sind verpflichtet, Opfer gewaltsamen Verschwindenlassens zu suchen

Institut veröffentlicht zum Internationalen Tag für die Opfer des Verschwindenlassens neue Publikation

Jedes Jahr verschwinden weltweit Menschen, weil sie im Auftrag oder mit Duldung von Regierungen inhaftiert, entführt und ermordet werden. Die Angehörigen werden im Unklaren gelassen über das Schicksal der Verschwundenen, ihnen wird jede Auskunft über deren Verbleib verwehrt.

Das Internationale Übereinkommen zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen von 2006 verpflichtet die Vertragsstaaten zur Suche nach verschwundenen Personen. Der Aufenthaltsort und die Umstände ihres Verschwindens müssen ermittelt und im Todesfall die sterblichen Überreste identifiziert und an Angehörige übergeben werden.

Anlässlich des heutigen Internationalen Tags für die Opfer des Verschwindenlassens erinnert das Deutsche Institut für Menschenrechte an diese menschenrechtliche Verpflichtung. In seiner heute veröffentlichten Publikation "Auf der Suche nach den Opfern von gewaltsamem Verschwindenlassen" stellt es dar, warum die Suche in der Praxis vielerorts schwierig ist und zeigt auf, welche Faktoren zu einer erfolgreichen Suche beitragen. Die Publikation erläutert, welche Rechte Angehörige und die Zivilgesellschaft haben und welche Standards zur Suche und Identifizierung von verschwunden Personen entwickelt wurden. Sie stellt zudem die sogenannten Eilaktionen vor:  Dabei handelt es sich um das wichtigste Instrument für die Suche nach Opfern von gewaltsamem Verschwindenlassen auf internationaler Ebene, mit denen die UN-Arbeitsgruppe und der UN-Ausschuss zum Schutz vor Verschwindenlassen die Suche vorantreiben können. Besonders Familienangehörige nutzen diese Instrumente intensiv. (US)

Deutsches Institut für Menschenrechte (2017): Auf der Suche nach den Opfern von gewaltsamem Verschwindenlassen. Wie die menschenrechtliche Verpflichtung zur Suche erfolgreich umgesetzt werden kann

Weitere Informationen:

Foto-Galerie mit persönlichen Botschaften zum Thema
Rückblick: Vernissage "Spuren der Erinnerung" – Mit Schuhabdrücken gegen gewaltsames Verschwindenlassen
Menüpunkt "Verschwindenlassen"

Link zur Fotogalerie

Appell gegen Verschwindenlassen von Mausi Segun, Geschäftsführerin von Human Rights Watch Africa © DIMR/Amélie Losier