"Spuren der Erinnerung" - Ausstellung gegen gewaltsames Verschwindenlassen wird in Berlin eröffnet

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Ein gutes Dutzend unterschiedlicher Paare von Damen- und Herrenschuhen auf schwarzem Hintergrund

Zurückgelassene Schuhe der Verschwundenen, auf deren Sohlen Botschaften der Angehörigen an die Verschwundenen eingraviert sind © Guillermo Reynoso/CC BY 2.0

"Spuren der Erinnerung" - Ausstellung gegen gewaltsames Verschwindenlassen wird in Berlin eröffnet

Ausstellungseröffnung am 11. Juli in Berlin (Galerie neurotitan)

Jedes Jahr verschwinden weltweit Menschen, weil sie im Auftrag oder mit Duldung von Regierungen inhaftiert, entführt und ermordet werden. Die Angehörigen werden im Unklaren über das Schicksal der Verschwundenen gelassen, ihnen wird jede Auskunft über deren Verbleib verwehrt. Auch in Mexiko ist das gewaltsame Verschwindenlassen ein großes Problem. Niemand weiß genau, wie viele Menschen dort bislang verschwunden sind. Viele Fälle werden gar nicht erst angezeigt beziehungsweise auch bei Anzeige nicht registriert. Offiziell geht man von mehr als 32.000 Verschwundenen insgesamt aus, andere Schätzungen liegen sehr viel höher.

Der mexikanische Bildhauer Alfredo López Casanova thematisiert das Leiden der Angehörigen in seiner Installation "Spuren der Erinnerung". Er zeigt 80 Schuhpaare, die Angehörige auf ihren langen Wegen bei der Suche nach ihren verschwundenen Verwandten und Bekannten getragen haben.
Auf den Schuhsohlen hat der Künstler Botschaften der Angehörigen an die Verschwundenen eingraviert. Sie zeigen, wie sich die Familienangehörigen auf die Suche nach ihren verschwundenen Verwandten machen, wie sie nie die Hoffnung aufgeben und was sie alles tun würden, um die Vermissten wiederzusehen. Die Schuhe sind ein Symbol für die vielen unermüdlichen Schritte derjenigen, die teilweise seit Jahrzehnten auf der Suche nach ihren verschwundenen Kindern und Verwandten sind. Mit seiner Arbeit will der Künstler die Öffentlichkeit über fehlende Justiz und Straflosigkeit aufklären.

Die Ausstellung wurde bereits in Mexiko und anderen europäischen Städten gezeigt und wird ab dem 11. Juli in der Berliner Galerie neurotitan zu sehen sein.

Ausstellungseröffnung, Gespräch mit dem Künstler 11. Juli 2017
Dienstag, 11. Juli 2017, um 19.00 Uhr (Presseempfang ab 18.30 Uhr)
Galerie neurotitan im Haus Schwarzenberg, Rosenthalerstraße 39, 10178 Berlin


Ein Gespräch mit dem Künstler eröffnet die Ausstellung, es wird von Christiane Schulz (Deutsches Institut für Menschenrechte) moderiert. Anschließend führt Alfredo López Casanova durch die Ausstellung

Podiumsdiskussion 21. Juli 2017
"Gegen Gewalt: Strategien zur Rückeroberung des öffentlichen Raums" ist der Titel einer Podiumsdiskussion am Freitag, 21. Juli 2017, um 19 Uhr, Galerie neurotitan

Podiumsgäste:

  • Anne Huffschmid (Lateinamerika-Institut/Berlin)
  • Alfredo López Casanova (Künstler/Mexiko-Stadt).
  • Deniz Utlu (Deutsches Institut für Menschenrechte) moderiert das Gespräch.


Die Ausstellung ist vom 11. bis 22. Juli, jeweils von 12 bis 20 Uhr zu sehen.

Galerie neurotitan im Haus Schwarzenberg, Rosenthalerstraße 39, 10178 Berlin

Weitere Informationen:

Flyer zur Ausstellungseröffnung (png-Bilddatei, 618 KB)

Informationen zur Ausstellung auf der Website der Galerie neurotitan

Pressebericht über die Ausstellung auf taz.de

Radiobeitrag über die Ausstellung auf deutschlandfunkkultur.de (5 Min., Ton startet automatisch)