Nachhaltige Entwicklung braucht Kinderrechte

Servicenavigation

Sie befinden sich hier: Aktuell > News >  Nachhaltige Entwicklung braucht Kinderrechte

Austausch zu Beschwerdemechanismen für Kinder; v.l.: Ricardo Carvalho, NMRI Portugal, Ilaria Paolazzi, Child Rights Connect, Winston Mwafulirwa, NMRI Malawi, Claudia Kittel, Deutsches Institut für Menschenrechte © GANHRI

Nachhaltige Entwicklung braucht Kinderrechte

Nationale Menschenrechtsinstitutionen diskutierten mit UNICEF und dem UN-Kinderrechtsausschuss über die Bedeutung von Kinderrechten für die Umsetzung der Agenda 2030

Am 9. März 2017 tauschten sich rund 80 Vertreter_innen von Nationalen Menschenrechtsinstitutionen (NMRI) aus Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika, dem UN-Kinderrechtsausschuss, UN-Organisationen sowie zivilgesellschaftlichen Kinderrechtsorganisationen über die Umsetzung von Kinderrechten im Rahmen der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung aus. Die Globale Allianz der Nationalen Menschenrechtsinstitutionen (GANHRI), UNICEF und das Hochkommissariat für Menschenrechte (OHCHR) hatten gemeinsam zu dem Seminar zur Rolle von NMRI in der Förderung und beim Schutz von Kinderrechten nach Genf eingeladen.

"Wir können die SDGs nicht erreichen, ohne die Kinderrechte zu achten"

Viele der Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Agenda 2030 zielen auf die Verwirklichung von Kinderrechten ab. Alan Miller, GANHRI-Sondergesandter, stellte in seiner Eröffnungsrede fest, dass Kinderrechte mit den Nachhaltigkeitszielen neue Aufmerksamkeit gewonnen hätten. Jorge Cardona, Mitglied des UN-Kinderrechtsausschusses, betonte: "Wir können die SDGs nicht erreichen, ohne die Kinderrechte zu achten."

Bei der Umsetzung der Agenda 2030 haben Nationale Menschenrechtsinstitutionen eine zentrale Rolle: Sie beraten mit Regierung und Zivilgesellschaft, wie die Agenda 2030 menschenrechtsorientiert umgesetzt werden kann und überprüfen, ob dies erreicht wurde. Dazu tauschten die NMRI ihre Erfahrungen aus – mit einem Fokus auf die Kinderrechte. In konkreten Beispielen stellten die NMRI dar, wie sie für die Förderung und den Schutz von Kinderrechten in ihren Ländern eintreten, sei es gegen sexuellen Missbrauch, für die Rechte unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge, gegen Kinderarmut, oder für mehr Beteiligung von Kindern und Jugendlichen.

Umsetzung der SDGs: Kinder müssen Beschwerde einlegen können

Das Ziel 16 der Agenda 2030 fordert von den Staaten unter anderem effektive, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen. Dazu gehört auch die Möglichkeit für Kinder, Beschwerde gegen die Verletzung ihrer Rechte einlegen zu können. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, die unterschiedlichen Mechanismen zu diskutieren – diese reichen von einer an der Nationalen Menschenrechtsinstitution angesiedelten Beschwerdestelle für Kinder (Portugal, Malawi) bis hin zu lediglich nur vereinzelt vorhandenen Möglichkeiten zur Beschwerde im föderalen System wie in Deutschland.

Claudia Kittel, Leiterin der Monitoring-Stelle UN-Kinderrechtskonvention am Deutschen Institut für Menschenrechte machte deutlich, dass für "jedes Kind in seiner direkten Nachbarschaft eine Anlaufstelle zu finden sein sollte, wo Menschen arbeiten, die Kindern helfen, für ihre Beschwerde den richtigen Weg beziehungsweise die richtigen Ansprechpartner_innen zu finden". Alle Teilnehmenden waren sich darin einig, dass Beschwerdemechanismen so ausgestaltet sein sollten, dass sie für Kinder ohne Hürden zugänglich sind.

Die Agenda 2030 als Chance für Nationale Menschenrechtsinstitutionen  

Die Teilnehmenden wollen den Erfahrungsaustausch zwischen NMRI zur Umsetzung von Kinderrechten fortsetzen, um ihre Rolle im Rahmen der Agenda 2030 besser wahrzunehmen. Alan Miller appellierte zum Abschluss: "Die SDGs sind eine Gelegenheit für NMRI - lasst uns das Beste aus uns herausholen, um das Beste aus den SGDs herauszuholen."
(ls)

Weitere Informationen:

Hochkommissar für Menschenrechte: "Nationale Menschenrechtsinstitutionen haben Schlüsselrolle in der Konfliktprävention"