"Menschenrechtsverletzungen entlang transnationaler Lieferketten müssen mit vereinten Kräften angegangen werden" - Kolumbianischer Ombudsmann im Institut

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6 formell gekleidete Personen stehen vor einer Wand

v.l.: Anna Würth, Deniz Utlu, Mary Lys Silva Popa, der kolumbianische Ombudsmann Carlos Alfonso Negret Mosquera, Beate Rudolf und Jan-Christian Niebank ©DIMR/ Utlu

"Menschenrechtsverletzungen entlang transnationaler Lieferketten müssen mit vereinten Kräften angegangen werden" - Kolumbianischer Ombudsmann im Institut

Nationalen Menschenrechtsinstitutionen (NMRI) kommt im Kontext transnationalisierter Liefer- und Wertschöpfungsketten eine wichtige Rolle zu. "Nationale Menschenrechtsinstitutionen müssen Menschenrechtsverletzungen entlang der Lieferketten mit vereinten Kräften angehen", erklärten Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte sowie Vorsitzende der Globalen Allianz der Nationalen Menschenrechtsinstitutionen (GANHRI), und der kolumbianische Ombudsmann - Defensor del Pueblo de Colombia -, Carlos Alfonso Negret Mosquera, anlässlich eines Treffens am 12. Juni in Berlin.

Beide bekräftigten die Bedeutung der Zusammenarbeit Nationaler Menschenrechtsinstitutionen  bei der Umsetzung der "UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte". NMRI seien kompetent, Unternehmen für die Achtung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten zu sensibilisieren. Unternehmen müssten die Menschenrechte achten, und die Staaten seien gehalten, die Beachtung der Menschenrechte durch die Unternehmen sicherzustellen.

NMRI sind als unabhängige Institutionen im nationalen Menschenrechtskontext verankert und verfügen über eine besondere Legitimität gegenüber der Regierung, der Zivilgesellschaft, Unternehmen und den Menschen vor Ort. Gleichzeitig sind sie über NMRI-Netzwerke auf regionaler und globaler Ebene vernetzt. So können sie wichtige Aufgaben wie die Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen und die Überwachung potentiell schädlicher Unternehmensaktivitäten entlang der Lieferketten mit vereinten Kräften gemeinsam angehen. Außerdem soll Betroffenen der Zugang zu Abhilfe erleichtert werden.

Das Beispiel Kohlelieferkette Kolumbien

Deutschland und Kolumbien sind über die Kohlelieferkette verbunden. Die deutsche Energiewirtschaft bezieht erhebliche Mengen Steinkohle aus den Provinzen Cesar und La Guajíra. Zu den menschenrechtlichen Risiken und Folgen im Zusammenhang mit dem Kohleabbau zählen vor allen die Verschmutzung der Umwelt mit Auswirkungen auf die Rechte auf Gesundheit, Nahrung und Wasser, Umsiedlungen lokaler Gemeinden ohne angemessene Konsultation sowie Arbeitsbedingungen, die internationalen Standards nicht entsprechen. Im Rahmen der der deutsch-kolumbianischen NMRI-Kooperation wurden folgende Fragen bearbeitet: Wie können wir dazu beitragen, dass Unternehmen auf beiden Seiten der Lieferkette ihrer menschenrechtlichen Achtungsverantwortung nachkommen? Wie bewegen wir die jeweiligen Regierungen zu Maßnahmen, die die  Betroffenen effektiv schützen? Hierzu entwickelt die Kolumbianische NMRI, unterstützt vom Institut, derzeit eine umfassende Strategie zum Thema "Wirtschaft und Menschenrechte". Unter anderem sollen aus ihr Anleitungen und Werkzeuge für alle relevanten Arbeitsbereiche der Defensoría del Pueblo de Colombia abgeleitet werden, um im Konfliktfall schnell zugunsten der von Menschenrechtsverletzungen Betroffenen  intervenieren zu können.

Zusammenarbeit Defensoría del Pueblo de Colombia , Deutsches Institut für Menschenrechte und GANHRI

Über diese bilaterale Zusammenarbeit zwischen den beiden Institutionen hinaus tauschten sich beide Seiten darüber aus, wie GANHRI im Themenfeld Wirtschaft und Menschenrechte künftig tätig werden sollte. Gesprächsgegenstand waren unter anderem die Arbeit der GANHRI-Arbeitsgruppe "Wirtschaft und Menschenrechte" sowie das "UN-Forum on Business and Human Rights" im November, an dem sich GANHRI und beide Institutionen beteiligen wollen.