Die Menschenrechte intersexueller Menschen besser schützen!

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Die Menschenrechte intersexueller Menschen besser schützen!

Anlässlich des morgigen Tags der Solidarität mit intersexuellen Menschen (08.11.2014) erinnert das Deutsche Institut für Menschenrechte daran, dass nach wie vor dringender menschenrechtlicher Handlungsbedarf besteht. Bereits im Jahr 2011 haben der UN-Ausschuss über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte und der UN-Ausschuss gegen Folter die deutsche Regierung und das Parlament  nachdrücklich dazu aufgefordert, das Recht intersexueller Menschen auf Gesundheit wirksam zu schützen. Insbesondere soll Deutschland sicherstellen, dass medizinische Behandlungen und chirurgische Eingriffe nur mit informierter Zustimmung der Betroffenen vorgenommen werden. Dafür müssten die betroffenen Kinder und ihre Eltern auch über die Folgen unnötiger Eingriffe aufgeklärt werden. Auch das medizinische und psychologische Fachpersonal müsse im Hinblick auf die Vielfalt der geschlechtlichen Erscheinungsformen des Menschen besser geschult werden.

Das Institut betont in diesem Zusammenhang die Verpflichtung Deutschlands aus der UN-Kinderrechtskonvention, das Recht von Kindern zu gewährleisten, in allen sie selbst betreffenden Angelegenheiten gehört zu werden. Medizinische Behandlungen und chirurgische Eingriffe, die nicht der Lebensrettung dienen, dürfen deshalb nicht ohne die Zustimmung des betroffenen Kindes vorgenommen werden. Nötig ist außerdem, so der UN-Ausschuss gegen Folter, dass Menschen, die ohne ihre wirksame Zustimmung operiert wurden oder Medikamente erhielten, wirksame Möglichkeiten des Rechtsschutzes, einschließlich angemessener Entschädigungen, haben.
(br)

Weitere Informationen:
Abschließende Bemerkungen des UN-Ausschusses über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte zum 5. Staatenbericht Deutschlands, vom 20.5.2011, Ziff. 26 (PDF, 188 KB, nicht barrierefrei)

Abschließende Bemerkung des UN-Ausschusses gegen Folter zum 5. Staatenbericht Deutschlands, vom 11.12.2011, Ziff. 20 (PDF, 108 KB, nicht barrierefrei)